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Das Grüne Kennzeichen – Vorteile, Beschränkungen und Co.

Das Grüne Kennzeichen ist ein Sonderkennzeichen der Bundesrepublik Deutschland. Generell wird es immer dann genutzt, wenn ein Kraftfahrzeug oder ein Anhänger von der Kfz-Steuer befreit ist. Welche Anforderungen dabei gelten und auf welche Nutzungsarten das Grüne Kennzeichen deshalb beschränkt ist, erfahren Sie im nachfolgenden Artikel.

So sieht das Grüne Kennzeichen aus

Die optischen Unterschiede zum gewöhnlichen Kennzeichen – dem Euro-Kennzeichen – sind ausschließlich auf die Farbe der Nummernschilder beschränkt. Denn wie der Name vermuten lässt, sind sowohl Unterscheidungszeichen als auch Erkennungsnummer (bestehend aus Buchstaben und Zahlen) des Grünen Kennzeichens in einem dunklen Grün geprägt. Der blaue Grund mit weißem Länderkürzel und den gelben Euro-Sternen besteht trotzdem. Ebenso vorhanden sind natürlich das Dienstsiegel der Zulassungsbehörde sowie die Prüfplakette für die Hauptuntersuchung.

Abmessungen und Anbringung

Übrigens: Das Grüne Kennzeichen kann auch saisonal (für ganze Monate) genutzt werden. In diesem Falle gleicht es von der Optik her dem Saisonkennzeichen, nur dass die Schrift grün ist. Es bestehen im Übrigen auch Möglichkeiten in Bezug auf grüne Wunschkennzeichen.

Für das Grüne Kennzeichen gelten die gleichen Regeln wie für gewöhnliche Kennzeichen auch. Das heißt, dass auch die Maße der Schilder und deren Anbringung nach geltenden Normen stattfinden sollte. Diese geben beispielsweise vor, aus welchen Winkeln und aus welcher Entfernung das Grüne Kennzeichen zu erkennen sein muss. Außerdem werden die Mindesthöhe und etwaige Bedingungen für die Kennzeichenbeleuchtung festgelegt.

Natürlich wird auch das Grüne Kennzeichen in verschiedenen Maßen ausgestellt, da nicht alle Fahrzeuge identische Halterungen bieten. Hauptsächlich wird zwischen ein- und zweizeiligen Schildern unterschieden.

Diese Fahrzeuge dürfen grüne Schilder nutzen

Wer von den Vorteilen (und Einschränkungen) der Grünen Kennzeichen profitieren darf, wird im Kraftfahrzeugsteuergesetz geregelt. Unter § 3 Ausnahmen von der Besteuerung ist vermerkt, dass folgende Fahrzeug- beziehungsweise Nutzungsarten beispielhaft von der Kfz-Steuer ausgenommen sein können:

  • Fahrzeuge (Zugmaschinen) in land- oder forstwirtschaftlichen Betrieben,
  • selbstfahrende Arbeitsmaschinen,
  • Zugmaschinen zur Beförderung von Milch, Magermilch oder Rahm,
  • Zugmaschinen, die ausschließlich für den Betrieb im Schaustellergewerbe verwendet werden und
  • Fahrzeuge, die ausschließlich für die Beförderung von bestimmten Behältern zwischen im Gesetz definierten Regionen verkehren.

Ein Blick in die Fahrzeug-Zulassungsverordnung unter § 9 Besondere Kennzeichen zeigt außerdem, dass Grüne Kennzeichen auch für Anhänger zuzuteilen sind, wenn das durch den Fahrzeughalter beantragt wird. Eine solche Regelung trifft vor allem auf Anhänger zu, die für den Transport von Booten genutzt werden.

Vor- und Nachteile der Grünen Kennzeichen

Für einige Fahrzeuggruppen gelten in Bezug auf grüne Schilder gewisse Mindestvoraussetzungen, wie etwa für Landmaschinen und deren Einsatzgebiete. Diese können von Bundesland zu Bundesland variieren und beim zuständigen Finanzamt erfragt werden.

Der große Vorteil von grünen Schildern besteht in der Steuerfreiheit. Während gewöhnliche Kraftfahrzeuge, basierend auf ihrem Hubraum und ihren Emissionen, jährliche eine Steuer entrichten müssen, gilt diese Regelung für mit Grünen Kennzeichen zugelassenen Fahrzeugen nicht. Das bedeutet, dass im Vorfeld in der Regel eine Erlaubnis durch das Finanzamt eingeholt werden muss.

Als nachteilig können sich die engen Reglementierungen erweisen, in denen sich der Fahrzeugführer mit Grünen Kennzeichen zu bewegen hat. Denn er ist nur von der Kfz-Steuer befreit, wenn er mit dem Kfz genau die Tätigkeiten ausübt, für die er die Befreiung erhalten hat.

Andere steuerbefreite Nummernschilder

Neben den Grünen Kennzeichen gibt es weitere Nummernschilder, die steuerbefreit sind. Diese werden beispielsweise Behörden (Behördenkennzeichen), Diplomaten (Diplomatenkennzeichen), kurzzeitigen Haltern (Kurzzeitkennzeichen) und Leichtkrafträdern (Versicherungskennzeichen) zugeteilt. Die genauen Voraussetzungen beziehungsweise Fahrzeug- oder Personengruppen können dem § 9 der Fahrzeug-Zulassungsverordnung entnommen werden.

Die Zulassung von Grünen Kennzeichen

Wer die Grünen Kennzeichen für sein Fahrzeug beantragen möchte, muss sich im ersten Schritt an das zuständige Finanzamt oder die für Kfz-Steuer zuständige Zollbehörde wenden. Wird die Anfrage gewährt, erhält der Antragsteller eine entsprechende Bestätigung. Diese sollte unbedingt mitgeführt werden, wenn im nächsten Schritt die Kfz-Zulassungsstelle aufgesucht wird. Schließlich ist sie zum einen ein Nachweis. Zum anderen definiert sie die Aufgaben, die mit dem (Kraft-)Fahrzeug in Verbindung mit Grünen Kennzeichen durchgeführt werden dürfen. Halter müssen damit rechnen, von Behörden dahingehend überprüft zu werden. Entsprechen die Fahrten nicht den erteilten Auflagen, kann das ein Bußgeld nach sich ziehen – schließlich wäre das eine Steuerhinterziehung.

Weitere Zulassungsunterlagen

Bis auf die oben genannte Bestätigung des Finanzamtes werden alle Zulassungsunterlagen benötigt, die auch für eine gewöhnliche Kfz-Zulassung relevant sind. Dazu zählen:

  • Identitätsnachweis (Im Falle von Gewerben ein Handelsregisterauszug und/oder eine Gewerbeanmeldung)
  • eVB der Versicherung
  • Zulassungsbescheinigungen Teil I und Teil II
  • Nachweis der gültigen Hauptuntersuchung

Außerdem gilt: Wer nicht persönlich vorstellig wird, sollte eine Vollmacht ausstellen. Und im Falle der Zulassung durch ein Unternehmen können weitere Dokumente notwendig werden – wie zum Beispiel die Erlaubnis des Geschäftsführers.

Versicherungen für grüne Kennzeichenschilder

Das Grüne Kennzeichen befreit nicht von der Notwendigkeit, eine Haftpflichtversicherung für den Straßenverkehr abzuschließen. Diese wird in Form einer eVB ausgestellt und kann – wie bei anderen Kennzeichen auch – durch eine Teil- und Vollkaskoversicherung ergänzt werden. Es sei an dieser Stelle außerdem darauf hingewiesen, dass vor allem Bau- oder Landmaschinen mitunter weitere Versicherungen notwendig machen.

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