Landesbehördenkennzeichen in Deutschland

Ist man auf den Straßen innerhalb Deutschlands unterwegs, begegnen einem nicht nur am Straßenrand zahlreiche Schilder mit den unterschiedlichsten Bedeutungen, sondern auch an manchen entgegenkommenden Autos. Hierzulande existieren im Straßenverkehr diverse Kennzeichenformen mit besonderen Kürzeln und speziellen Verwendungskontexten. Dazu gehört auch das Landesbehördenkennzeichen, das in diesem Artikel vorgestellt werden soll.


Wie ist das Landesbehördenkennzeichen entstanden

Am 1. März 2007 wurde die Ausstellung der bis zu diesem Zeitpunkt gängigen Behördenkennzeichen mit regionalen Stadt- bzw. Landkreiskürzeln eingestellt. Grund dafür war die erwünschte Vereinfachung des zu unübersichtlich gewordenen Kennzeichensystems in Deutschland. Seither beginnen die Kennzeichen der Dienstfahrzeuge staatlicher Behörden mit einem Kürzel, das jeweils für das gesamte Bundesland gilt. Während man vor zehn Jahren noch am Kennzeichen ablesen konnte, aus welcher Region der Polizeiwagen vor einem kam, kann man ihn nun aufgrund der großflächigen Vereinheitlichung nur noch einem Bundesland zuordnen. In den Stadtstaaten Berlin, Hamburg und Bremen ergaben sich aufgrund der identischen Stadt- und Landkreiskürzel keine Änderungen durch die Neuregelung.

Aufbau des Landesbehördenkennzeichens

Landesbehördenkennzeichen in Deutschland beginnen stets mit dem EU-Zeichen, dem Landeszeichen „D“ innerhalb eines blauen Randes und dem Kürzel des jeweiligen Bundeslandes. Rechts daneben befinden sich das Bundesland-Siegel und die TÜV-Plakette. Darauf folgt eine Ziffer, die Auskunft über die behördliche Zuordnung des Fahrzeugs gibt:

  • Landtag
  • (nicht in Verwendung)
  • Ministerpräsident und Staatskanzlei
  • Innenministerium
  • Justizministerium
  • Finanzministerium
  • Verkehrsministerium

 

Zu beachten ist, dass es sich hierbei lediglich um ein empfohlenes Zuordnungssystem handelt. Wie die Bezifferung tatsächlich gehandhabt wird, ist von Bundesland zu Bundesland verschieden. Rechts neben der Ressortkennung findet sich, durch einen Bindestrich getrennt, eine vierstellige, zufällig gewählte Zahlenkombination ohne kontextuelle Bedeutung. In seinen Maßen gleicht das Landesbehördenkennzeichen, das von der jeweiligen Landeshauptstadt zugelassen wird, einem normalen Kfz-Kennzeichen und muss ebenfalls in zweifacher Ausführung an der Front und am Heck des Fahrzeugs angebracht werden.


Was es außerdem zum Thema zu wissen gibt

Auch ein Jahrzehnt nach der Reform gibt es noch spezielle Buchstabenkürzel, die Städte und Landkreise für ihre Fahrzeuge reservieren und daher häufig im Straßenverkehr anzutreffen sind. Vielerorts finden sich zum Beispiel Kennungen wie „SW“ für die Stadtwerke oder „TX“ für Taxiunternehmen. Das Kürzel „BW“ dient bis heute als Kennzeichnung für die Dienstfahrzeuge der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung. Aus diesem Grund musste die Bundeswehr bei ihrer Neugründung 1955 auf das Kürzel „Y“ ausweichen.

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