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Abgasuntersuchung - Was umfasst sie und wann wird sie fällig?

Mit dem 1. April 1985 trat für Kfz-Halter die Pflicht einer sogenannten Abgassonderuntersuchung in Kraft, die schnell als ASU bekannt wurde. Sie war für Kraftfahrzeuge mit Benzinmotor vorgeschrieben und sollte sicherstellen, dass die Abgaswerte des Fahrzeugs die zugelassenen beziehungsweise vorgeschriebenen Werte nicht überschreiten.

1993 wurde die ASU in "Abgasuntersuchung" oder kurz AU umbenannt. Gleichzeitig wurden auch Dieselfahrzeuge sowie Fahrzeuge mit geregeltem Katalysator und elektronischer Benzineinspritzung in die Überprüfung mit aufgenommen.

Bei bestandener Abgasuntersuchung erhielt das Kfz eine sechseckige Plakette, die auf dem vorderen Kennzeichen angebracht wurde und unabhängig von der Hauptuntersuchungsplakette war.

Die AU als Bestandteil der Hauptuntersuchung

Seit dem 1. Januar 2010 ist die ehemalige AU nun unter dem Namen UMA (Untersuchung des Motormanagements und Abgasreinigungssystems) offiziell ein Teil der Hauptuntersuchung (HU) - im Volksmund besser bekannt als "TÜV". Auch die spezielle AU-Plakette des vorderen Kfz-Kennzeichens wurde durch diese Zusammenführung gestrichen -heutzutage gibt es nur noch die Plakette zur HU, die am hinteren Kennzeichen aufgeklebt wird. Letztmalig wurden die Siegel der Abgasuntersuchung übrigens im Jahre 2009 ausgehändigt – sie hatten die Farbe Grün und waren bis 2012 gültig. Alle danach an zugelassenen Fahrzeugen bestehenden AU-Plaketten wurden entweder entfernt oder mit einem weißen Sticker überklebt.

Welche Kfz müssen zur HU / UMA und in welchen Abständen?

Grundsätzlich muss jedes Fahrzeug über eine gültige HU mit UMA verfügen, allerdings gibt es Unterschiede in den Untersuchungsintervallen. Für private Pkws, Motorräder/Leichtkrafträder, Anhänger, und LKW bis zu 3,5 t zulässigem Gesamtgewicht liegt dieser Untersuchungsintervall bei 36 Monaten nach der Erstzulassung und im weiteren Verlauf in Abständen von 24 Monaten. Für Taxis und Mietfahrzeuge, LKWs und Anhänger über 3,5 Tonnen zulässigem Gesamtgewicht sowie Busse mit mehr als 8 Fahrgastplätzen liegt das Untersuchungsintervall bei 12 Monaten.

Die Abgasuntersuchung für Krafträder (AUK)

Für Krafträder, Roller, Trikes und Quads greift nicht die UMA, sondern die AUK (Abgasuntersuchung Kraftrad). Sie ist seit dem 1. April 2006 Pflicht und wird ebenfalls in den meisten Fällen gemeinsam mit der HU durchgeführt. Falls die Prüfung für Krafträder separat stattgefunden hat, so darf diese maximal 2 Monate vor der nächsten Hauptuntersuchung durchgeführt worden sein, um hier Gültigkeit zu besitzen. Die AUK greift für alle Krafträder, die das erste Mal nach dem 1. Januar 1989 zugelassen wurden.

Was passiert bei der UMA /AU?

Bevor die eigentlichen Abgaswerte gemessen werden, steht bei der UMA eine Sichtprüfung aller relevanten Bauteile in Bezug auf das Abgasverhalten statt. Dazu gehören unter anderem die Auspuffanlage, der oder die Luftfilter sowie die Einspritzanlage.

Sind diese beschädigungsfrei, können Messungen durchgeführt werden. Und während bis 2008 bei allen Fahrzeugen per Sonde am Auspuff gemessen wurde, trat 2008 eine wichtige Gesetzesänderung in Kraft: Seitdem müssen Kfz, die nach dem 1. Januar 2006 gebaut wurden und über eine sogenannte OnBoard-Diagnose (oder OBD-Schnittstelle) verfügen, nicht mehr per Sonde vermessen werden. Stattdessen werden die OBD untersucht und der Fehlerspeicher ausgelesen. Fahrzeuge, die vor 2006 gebaut wurden, werden auch weiterhin per Sonde direkt am Auspuff gemessen.

Die Abgasuntersuchung 2018

Aufgrund der Abgasskandale aus dem Jahre 2017 werden Anfang 2018 Änderungen an der AU beziehungsweise UMA in Kraft treten. Das heißt, dass die Auspuffmessung per Sonde wieder zum generellen Bestandteil wird und nicht mehr nur in Ausnahmefällen Anwendung findet. Ziel ist es, vor allem die Emission von Stickoxiden durch strengere Kontrollen einzudämmen. Für 2019 ist außerdem eine genauere Messung von Feinstaubpartikeln vorgesehen.

Wo kann man die UMA durchführen lassen?

In den meisten Fällen wird die UMA gemeinsam mit der HU durchgeführt. Dies kann sowohl bei offiziellen Stellen wie dem TÜV oder der DEKRA passieren, aber auch in vielen zugelassenen Werkstätten, die mit einem entsprechenden Prüfer zusammenarbeiten. Lässt man die AU separat durchführen, hat man nach der bestandenen Abgasuntersuchung man zwei Monate Zeit, diese zur Hauptuntersuchung bei einer Prüforganisation vorzulegen. Sollte diese einen Fehler ausfindig machen, muss innerhalb eines Monats nachgebessert und das Kfz erneut zur Prüfung vorgeführt werden.

Was kostet die Abgasuntersuchung?

Die Kosten sind maßgeblich davon abhängig, ob Abgasuntersuchung und Hauptuntersuchung zusammen oder getrennt voneinander durchgeführt werden. Werden AU und HU – wie üblich – in Kombination durchgeführt, so belaufen sich die Kosten auf etwa 70,- Euro bis 100,- Euro. Eine Trennung beider Untersuchungen ist in der Regel teurer. Auch steigen die Kosten bei Nichtbestehen: Dann wird eine Nachuntersuchung fällig, die ungefähr 25,- Euro kosten kann.

Fazit

Die Abgasuntersuchung ist ein notwendiger Bestandteil der Hauptuntersuchung und stellt sicher, dass sich die Emissionswerte der Kraftfahrzeuge in engen Grenzen bewegen. Sie trägt damit essenziell zum Schutz der Umwelt und anderer Verkehrsteilnehmer bei; schließlich können Feinstaubpartikel und Stickoxide eine echte Gefahr für den Menschen darstellen.

Die Abgasuntersuchung ist notwendig, um die Abgaswerte der Fahrzeuge im Auge zu behalten. Zu hohe Werte bedeuten immer eine Belastung für unsere Umwelt und sind deshalb genau zu kontrollieren. Doch mit der heutigen Technik und den Messverfahren über Onboard-Diagnose und Co. ist dies ein "notwendiges Übel", welches alle zwei Jahre fällig wird und zum Kfz genauso dazugehört wie der Tüv oder die Versicherung.

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