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Kfz-Gutachten - Vom Unfall bis zum Verkauf

Verkehrsunfall, Kaskoschaden oder ganz einfach der Wunsch, seinen Gebrauchtwagen zu einem angemessenen Preis zu verkaufen: Es gibt viele Situationen, in denen ein Kfz-Gutachten sinnvoll oder gar notwendig ist. Dabei können die offiziellen Dokumente sowohl zur Durchsetzung Ihrer Ansprüche als auch zur Abwehr von unberechtigten Schadensersatzforderungen dienen.

Die nachfolgende Übersicht verschafft Ihnen einen Überblick der Kfz-Gutachten, die in Deutschland mehr oder minder zum Einsatz kommen. Die passende Prüfstelle finden Sie selbstverständlich in nur wenigen Klicks auf dem Kfz-Serviceportal.

Schadengutachten

Das Schadengutachten dient Kfz-Versicherungen und anderen Institutionen dazu, Schäden an Kraftfahrzeugen beziffern zu können. Es enthält generell die technischen Daten des Fahrzeugs sowie Informationen zum Zustand. Außerdem werden die Unfallschäden in Form von Bild und Schrift dokumentiert und im Anschluss nach Recherche des Gutachters beziffert.

Auf diese Weise können alle Unfallbeteiligten Klarheit über den Umfang des Schadens erlangen. Denn das Schadengutachten bezieht sich nicht nur auf die tatsächlichen Schäden – es geht außerdem auf die merkantile Wertminderung ein und enthält Angaben zum Wiederbeschaffungswert.

Aus diesem Grund werden Schadengutachten oftmals von Kfz-Versicherungen angefordert, um möglichst schnell zu regulierende Summen beziffern zu können.

Haftpflichtgutachten

Sogenannte Haftpflichtgutachten sind vor allem in Fällen sinnvoll, in denen Haftpflichtversicherungen entstandene Schäden gar nicht oder nicht ausreichend ausgleichen wollen. Die Kosten für dieses Gutachten hat in der Regel die Versicherung des Unfallverursachers zu zahlen.

Für die Erstellung eines Haftpflichtgutachtens ist ein Kfz-Sachverständiger zuständig. Er urteilt beispielsweise darüber, wie lange die Reparatur eines Schadens dauern würde und wie hoch in diesen Fällen der Nutzungsausfall wäre. Auf Basis dieser Angaben können dann entweder Entschädigungen oder die Gebühren für einen Leihwagen von der Kfz-Versicherung ausbezahlt werden.

Beweissicherungsgutachten

Zwei Parteien, zwei verschiedene Ansichten: Damit nach einem Unfall Kfz-Schäden nicht zu Lasten der unschuldigen Seite gehen, ist die Anfertigung eines Beweisgutachtens ratsam. Schadensregulierungen ziehen sich mitunter über Wochen und Monate hin, wenn die Rechtslage nicht klar oder ein Versicherer zahlungsunwillig ist. Noch länger dauert es, wenn die Differenzen vor Gericht ausgetragen werden müssen. Wird rechtzeitig ein Sachverständigengutachten angefertigt, so kann das unfallbeschädigte Fahrzeug veräußert oder der Schrottverwertung zugeführt werden, ohne dass dadurch ein Rechtsnachteil entsteht.

Besonders wichtig ist ein Beweissicherungsgutachten, wenn es durch den Verkehrsunfall zu Personenschaden kam. Oft dauert es Jahre, bis Schmerzensgeldansprüche durchgesetzt werden können. Das muss nicht immer an der Versicherung liegen. Die Schwere und Dauer von Unfallfolgen lassen nicht immer eine schnelle Regulierung zu. In einem Gerichtsprozess kann besonders bei Personenschaden die Frage nach dem Zustand des Fahrzeuges nach dem Unfall auftauchen. Mit dem Beweissicherungsgutachten durch einen vereidigten Sachverständigen ist hier eine rechtskräftige Aussage fixiert.

Ebenfalls hilfreich ist das Beweissicherungsgutachten, wenn nach dem Kauf eines Gebrauchtwagens der Verdacht auf Tachomanipulationen, auf Vorschäden oder verschwiegene Mängel auftaucht. Auch Werkstattfehler können durch ein Beweissicherungsgutachten nachgewiesen werden.

Kfz-Gutachten für Kaskoschäden

Ob Teilkaskoversicherung oder Vollkaskoversicherung: Im Schadensfall wird oft ein Gutachten erforderlich, damit die Versicherung in die Regulierung eintritt. Bei jeder Form der Kaskoversicherung ist das eigene Verschulden - oder ein Unfall ohne gegnerisches Fahrzeug - von der Kaskoversicherung zu regulieren.

Eine Teilkasko-Police deckt die Schäden aus Steinschlag, Glasbruch, Elementarereignissen, Diebstahl und Wildunfällen ab. Gerade letztere Regulierungsfälle verlangen einen Nachweis. Konnte sich das Wild noch von der Unfallstelle entfernen und kann somit ein Wildunfall nicht sicher durch die Polizei bestätigt werden, bietet ein Kfz-Gutachten für Kaskoschäden eine wertvolle Hilfe. Hier werden eventuelle Tierspuren wie Haare und Blut festgestellt und im Gutachten beschrieben.

Wurde die Anschaffung eines Autos durch einen Kredit finanziert, so verlangen die Banken oft eine Vollkaskoversicherung. Auch im eigenen Interesse liegt es, für Neuwagen eine Vollkaskoversicherung abzuschließen. Diese springt bei einer Vielzahl von Schäden ein – auch am eigenen Kraftfahrzeug Zum Nachweis dient das Kfz-Gutachten für Kaskoschäden. Es gibt auch Auskunft darüber, ob es sich im Hinblick auf eine Zurückstufung lohnt, einen Schaden selbst zu bezahlen. Diesen Hinweis muss die Kfz-Versicherung dem Versicherten jedoch ohnehin geben.

Unfallanalyse und Unfallgutachten

Insbesondere dann, wenn Personen bei Unfälle verletzt werden, kann eine freiwillig in Auftrag gegebene Unfallanalyse helfen, eigene Schadensersatzansprüche geltend zu machen oder fremde Ansprüche abzuwehren. Bei einem Unfallgutachten werden Schäden an Motor und Getriebe festgestellt, Reifen und Achsen überprüft und die Karosserie auf Unfallursachen untersucht.

Eine Unfallanalyse stellt dar, wie hoch die gefahrene Geschwindigkeit unmittelbar vor dem Unfall war oder zumindest gewesen sein könnte. Die Bremswege und die Funktion der Bremsen werden überprüft. Die festgestellten Daten können mit der Unfallschilderung der Beteiligten abgeglichen werden. Macht die Gegenseite falsche Angaben zum Unfallhergang, so wird dies in einer Unfallanalyse offenbart.

Aber es muss nicht immer der schwere Unfall sein, der eine Unfallanalyse notwendig macht. Vielfach sind es alltägliche Beschädigungen, wie sie etwa in einer Waschanlage oder auf dem Parkplatz entstehen können. Schäden am Lack lassen sich dahingehend untersuchen, ob etwa eine defekte Bürste bei der Autowäsche oder ein Einkaufswagen die Ursache waren.

Gebrauchtwagengutachten/Gebrauchtwagen-Check

Ob Sie ein gebrauchtes Fahrzeug kaufen oder verkaufen möchten, mit einem Gebrauchtwagengutachten oder einem kurzen, aber professionellen Check sind Sie auf der sicheren Seite.

Möchten Sie ein Fahrzeug verkaufen, so erfahren Sie durch ein Gebrauchtwagengutachten den Wert, den Sie vom Käufer verlangen können. Zugleich bietet das Gutachten die Chance, nicht erkannte Mängel zu beseitigen bzw. dem Käufer mitzuteilen. Teure und langwierige Schadensersatzverhandlungen seitens des Käufers können Sie somit ausschließen. Sollte der Käufer selber einen Schaden verursachen und Ihnen diesen anlasten wollen, so sind Sie mit einem Gebrauchtwagengutachten jederzeit in der Lage nachzuweisen, in welchem Zustand das Fahrzeug beim Verkauf war.

Der fachmännische Gebrauchtwagencheck empfiehlt sich für all diejenigen, die ein Auto kaufen möchten. Gebrauchtwagenkauf ist Vertrauenssache, aber die Kontrolle durch einen Check in vielen Fällen sicher angebracht. Zudem ermittelt der Sachverständige für Sie den Zeitwert des Fahrzeugs, sodass Sie auch in finanzieller Hinsicht abgesichert sind.

Kurzgutachten

Als erste Absicherung nach einem Unfall kann ein sogenanntes Kurzgutachten dienen. Je nach gewünschtem Umfang umfasst das Kurzgutachten einen Kostenvoranschlag oder ein Gutachten, das nicht ins Detail geht. Es stellt einen Anhaltspunkt für die Versicherung und den Unfallgeschädigten dar, auf dessen Basis bei Bedarf ein ausführliches Gutachten aufgebaut wird.

Vorteil des Kurzgutachtens sind die geringeren Kosten. Denn nicht immer muss die gegnerische Versicherung die Sachverständigengebühren ausgleichen. Sie kann sie ablehnen, wenn der Unfallschaden sich als Bagatellschaden herausstellt. Hierunter fallen in der Regel Beträge unter 1.000 Euro. Die entsprechenden Gutachterkosten müssten in diesem Fall von Ihnen getragen werden. Ein Kurzgutachten ist günstiger - dazu sind Versicherungen eher bereit, im Gegensatz zu den weit höheren Kosten eines Vollgutachtes die Sachverständigengebühren aus Kulanz zu übernehmen.

Im Falle einer gerichtlichen Auseinandersetzung reicht ein Kurzgutachten jedoch nicht aus. Zeichnet sich ab, dass ein Schaden nicht außergerichtlich reguliert wird, so sollte der Gutachter mit einem ausführlichen Haftpflichtgutachten beauftragt werden.

Wertgutachten

In ein Wertgutachten fließen unterschiedliche Kriterien ein. So werden der Händlereinkaufswert oder der Händlerverkaufswert ermittelt. Relevant für das Wertgutachten sind neben allgemeinen Fahrzeugdaten die Sonderausstattungen, wertsteigernde Reparaturen, Austauschaggregate oder bauliche Veränderungen wie eine Anhängerkupplung. Wertmindernd sind Beschädigungen und Verschleiß, notwendige Reparaturen und fehlende Inspektionen.

Neben einem üblichen Verkauf oder Kauf gibt es Situationen, die ein Wertgutachten notwendig machen. Eine Betriebsübergabe, eine Insolvenz oder im privaten Rahmen eine Erbschaft oder Ehescheidung können Gründe sein, auf gerichtliche Aufforderung oder zur eigenen Sicherheit ein Wertgutachten in Auftrag zu geben. So werden Unklarheiten und womöglich Streitigkeiten vermieden, denn ein Sachverständigengutachten über den Wert genügt den rechtlichen Anforderungen. Wer den Grund seines Auftrags mit dem Gutachter bespricht, unterstützt seine Arbeit und trägt zu einem aussagekräftigen Wertgutachten bei.

In Frage kommen Wertgutachten für alle Kraftfahrzeuge, vom Personenwagen über den Transporter, vom Motorrad bis zum Wohnmobil.

Oldtimer- und Vollgutachten (gem. § 21 StVZO)

Spezielle Gutachten für Oldtimer oder Vollgutachten können sowohl beim Kauf als auch beim Verkauf wertvolle Dienste leisten. Sie sind ein Nachweis gegenüber Zoll und Finanzamt und ermöglichen die richtige Versicherungseinstufung.

Gutachten nach § 21 StVZO sind aussagekräftig, was die Betriebserlaubnis angeht. Sie gelten als Bedingung für Einzelzulassungen, die für Fahrzeuge notwendig wird, die nicht aus dem EG-Raum importiert werden sollen. Hierunter fallen beispielsweise Oldtimer aus den USA oder nicht serienmäßig abgenommene Fahrzeuge aus Asien. Teils bringen diese Fahrzeuge nicht die Voraussetzungen mit, dass sie mit vertretbaren Kosten auf europäische Normen umgerüstet werden können. Mit einer Ausnahmegenehmigung, erteilt aufgrund eines Vollgutachtens, kann eine Zulassung trotzdem erfolgen.

Je nach Ausnahmetatbestand - also wie viele Teile nicht der europäischen Norm entsprechen - werden von den Zulassungsstellen Gebühren verlangt. Eine rechtzeitige Rücksprache mit den Zulassungsbehörden klärt über die Voraussetzungen und die Kosten auf.

Leasingrückgabegutachten

Leasingnehmer schätzen den Zustand ihres Fahrzeuges mitunter anders ein als Leasinggesellschaften. Dadurch kommt es immer wieder zu Differenzen bei der Rückgabe nach Ablauf der Leasingzeit. Ein Leasinggutachten stellt klar, welche Schäden kostenpflichtig zu reparieren sind und was als normale Abnutzung betrachtet werden kann.

Leasinggutachten nützen beiden Seiten. Als Leasinggesellschaft stellen Sie sich auf einen rechtlich einwandfreien Standpunkt, wenn Sie einen Sachverständigen mit der Erstellung eines Gutachtens beauftragen. Für Leasingnehmer ist ein Gutachten ebenfalls praktisch. Gibt es wirklich Mängel, die zu beseitigen sind, so können Sie sich um eine Reparatur noch auf eigene Rechnung kümmern. Soll diese nicht erfolgen, so wissen Sie zumindest, welche Forderungen von Seiten der Gesellschaft auf Sie zukommen kann.

Ein erfahrener Sachverständiger weiß zudem, worauf Leasinggesellschaften bei der Rückgabe achten. Auf diese bekannten Punkte wird Sie ein Sachverständiger hinweisen. Rechtzeitig beauftragt hilft Ihnen ein Leasinggutachten bares Geld zu sparen.

Oldtimergutachten (§23 StVZO)

Das "H-Kennzeichen" für Oldtimer bietet eine Menge Vorteile. Fahrzeuge, deren erste Zulassung mindestens 30 Jahre her ist und die noch überwiegend dem Original entsprechen, gelten als kraftfahrzeugtechnisches Kulturgut. Für diese Oldtimer gibt es steuerliche Vorteile, günstige Versicherungspolicen und weniger Umweltauflagen. Eine grüne Plakette ist für Oldtimer mit H-Kennzeichen nicht erforderlich.

Ob ein altes Fahrzeug diese Vorteile für sich in Anspruch nehmen darf, wird mit einem OIdtimergutachten nach § 23 StVZO festgestellt. Nach festgelegten Kriterien prüft der Gutachter Punkt für Punkt, ob Ihr Fahrzeug diesen Anforderungen entspricht.

Im Rahmen dieses Gutachtens kann eine Wertermittlung durchgeführt werden. Ebenso werden Mängel aufgelistet, die zur Verweigerung der Zulassung führen würden. Grundvoraussetzung dafür, dass die Erlaubnis nach § 23 StVZO erteilt wird, ist, dass das Fahrzeug in einem erhaltenswerten Zustand sein muss. Wesentliche Teile dürfen am Fahrzeug nicht fehlen. Bei der Überprüfung auf technische Mängel wird vom Stand der Technik und der Vorschriften zum Zeitpunkt der Erstzulassung ausgegangen.

Gutachten für Brauchtumsfahrzeuge

Trachtenfeste, Karneval und Volksbräuche sind ihren Liebhabern Anlass genug, besondere Fahrzeuge zu bauen. Damit vor allem Aufbauten, auf denen sich Menschen befinden, technisch einwandfrei und sicher sind, wird von Teilnehmern dieser Umzüge ein Gutachten für Brauchtumsfahrzeuge verlangt.

Rechtzeitig vor dem Bau des Fahrzeuges hinzugezogen, kann ein Sachverständiger von vornherein sachgemäße Auskunft über eine sichere Bauweise geben. Die Vorschriften für den Bau von Brauchtumsfahrzeugen sind verständlicherweise streng. Sie besagen, dass wesentlich veränderte Fahrzeuge und Fahrzeuge, die zur Personenbeförderung gedacht sind, von einem vereidigten Sachverständigen zu begutachten sind.

Da die Definition "wesentlich" unterschiedlich interpretiert werden kann, trägt ein Gutachten für Brauchtumsfahrzeuge zur Klarheit bei. Bremsanlagen und Aufbauten sind ebenfalls Gegenstand dieses Sachverständigengutachtens. Kontrolliert wird in diesem Rahmen zudem, ob der Fahrer unter allen Umständen und bei jeder Witterung eine freie Sicht haben kann.

Betriebserlaubnisgutachten nach § 19 StVZO

Eine Umrüstung, ein tiefer gelegtes Fahrwerk, Tuning: Bei vielen Veränderungen am Fahrzeug erlischt die Betriebserlaubnis, wenn die zulässigen Maßnahmen überschritten werden. In diesem Fall wird ein Betriebserlaubnisgutachten notwendig, wenn Sie sich beim Bewegen des Fahrzeuges auf öffentlichen Straßen nicht strafbar machen wollen.

Grob gesagt führt jede Änderung, die eine Gefährdung von Verkehrsteilnehmern hervorrufen kann, zum Erlöschen der Betriebserlaubnis. Darunter fallen vorrangig alle Bauteile, die sich unmittelbar auf die Sicherheit des Fahrzeuges auswirken. Bremsanlage, Bereifung und tragende Teile sind hier inbegriffen. Das Gutachten wird zudem für Auspuffanlagen erforderlich, die nachträglich eingebaut werden und die nicht serienmäßig zugelassen sind.

Änderungen im Sinne des § 19 StVZO sind auch der Umbau eines Pkws in ein Fahrzeug mit Ladefläche oder das Hubdach am Kombi, das die Nutzung als Wohnmobil ermöglicht.

Auf unserem Portal finden Sie Anbieter für die oben genannten Gutachten. Sie sind gerne bereit, Ihnen Auskunft über ihre Arbeit und die von Ihnen zu erbringenden Anforderungen und Kosten zu erteilen.

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