Menü

Was Sie über die Hauptuntersuchung bei Kfz-Prüfstellen wissen müssen

Wer Halter eines in Deutschland zugelassenen Kraftfahrzeugs ist, wird in den meisten Fällen regelmäßig mit der sogenannten Hauptuntersuchung – kurz HU – konfrontiert. Dabei handelt es sich um eine von Prüforganisationen durchgeführte Kontrolle des Fahrzeugs, um die Einhaltung geltender Sicherheitsstandards gewährleisten zu können. Im Nachfolgenden finden Sie Informationen zu den Gründen und der Historie der Hauptuntersuchung, zu den Kriterien sowie zu den Kosten.

Die Hauptuntersuchung im Überblick

Schon im Jahre 1951 eingeführt, ist die Hauptuntersuchung heutzutage ein fester Bestandteil des deutschen Straßenverkehrs. Denn bis auf Leichtkraftfahrzeuge wie Mofas, Mopeds oder Quads, die nicht schneller als 45 km/h fahren können, müssen alle motorisierten Verkehrsteilnehmer zur Hauptuntersuchung.

Im Volksmund wird die HU weitläufig als „TÜV“ bezeichnet. Dieser Umstand ist der Tatsache zu verdanken, dass die Technischen Überwachungsvereine früher das Monopol der Hauptuntersuchung besaßen. Wer sein Kraftfahrzeug also überprüfen lassen wollte, musste zwangsläufig zum TÜV. Heutzutage ist das System deutlich befreiter – nahezu alle Prüforganisationen Deutschlands bieten die Hauptuntersuchung an.

Die Abstände der Hauptuntersuchung

In Deutschland müssen privat genutzte Kraftfahrzeuge alle zwei Jahre bei der Hauptuntersuchung vorgestellt werden. Ausnahmen bilden dabei lediglich Neufahrzeuge – hier dürfen 36 Monate vergehen, bis die erste HU durchgeführt werden muss. Gleiches gilt für Lastkraftwagen bis 3,5 Tonnen – hier gilt allerdings nicht die 36-Monate-Regel für Neufahrzeuge.

Größere Lkws, Busse mit mehr als acht Fahrgastplätzen, große Anhänger, Taxis und Mietwagen müssen die Hauptuntersuchung alle 12 Monate absolvieren. Des Weiteren müssen sie unter Umständen zur sogenannten Sicherheitsprüfung (SP).

Bestätigung der erfolgreichen HU

Wird die Prüfung bestanden, erhält der Auftragnehmer zum einen einen Prüfbericht, der etwaige Mängel sowie die Ergebnisse enthält. Zum anderen wird eine sogenannte Prüfplakette auf dem hinteren Kfz-Kennzeichen angebracht, auf der wiederum der nächste Prüftermin erkennbar ist. Je nach Ausstellungsjahr hat die Prüfplakette eine andere Farbe – zur Wahl stehen Orange, Blau, Gelb, Braun, Rosa und Grün.

Nichtbestehen der Hauptuntersuchung

Über geringe Mängel

Auch wenn die Prüfplakette bei geringen Mängeln erteilt wird, sollten diese behoben werden. Denn kommt es aufgrund dieser Mängel zu einem Unfall, kann die Kfz-Haftpflichtversicherung

Abhängig von der Art der Mängel gibt es unterschiedliche Szenarien, die beim Nichtbestehen der Hauptuntersuchung eintreten können. Generell sind lediglich sogenannte erhebliche Mängel oder zu viele geringe Mängel für das Durchfallen verantwortlich.

Sind die Mängel zwar schwerwiegend, jedoch nicht akut gefährlich, so erhält das Fahrzeug keine neue Prüfplakette. Der Fahrzeughalter hat nun einen Monat Zeit, die beanstandeten Mängel zu beheben und eine Nachuntersuchung anzufordern. Wird diese Frist verpasst, so beginnt die reguläre Hauptuntersuchung mit den entsprechenden Kosten von vorne.

Stellt der Prüfer hingegen fest, dass das Kraftfahrzeug eine echte Gefahr für den Straßenverkehr darstellt, so wird die noch vorhandene Prüfplakette entfernt – außerdem werden diese Informationen an die Zulassungsstelle weitergegeben. Eine Weiterfahrt soll somit verhindert werden, bis das Kraftfahrzeug wieder in einem sicheren Zustand ist.

Verpassen des Termins

Fahrzeughalter haben gewisse Spielräume, um die Hauptuntersuchung (HU) durchführen zu lassen. Wurde die Fälligkeit um maximal zwei Monate überschritten, so sind keine Konsequenzen zu befürchten. Ab einer Überziehung von zwei bis maximal vier Monate drohen bei Polizeikontrollen Bußgelder – außerdem wird dann eine intensive Hauptuntersuchung durchgeführt, die oftmals teurer ist. Spätestens ab einer Überziehung von acht Monaten drohen ernste Konsequenzen – mindestens ein Punkt in Flensburg.

Die Prüfkriterien der Hauptuntersuchung

Die Hauptuntersuchung (HU) ist umfangreich und bezieht viele verschiedene Fahrzeugkomponenten und Baugruppen mit ein, um die Sicherheit im Straßenverkehr gewährleisten zu können. Folgende Punkte werden überprüft:

  • Brems- und Lenkanlage
  • Bereifung und Räder (zum Beispiel Profiltiefe)
  • Signal- und Beleuchtungsanlage (zum Beispiel Leuchtweitenregulierung, Fernlicht)
  • Achsen und Federung
  • Fahrgestell, Rahmen und Karosserie (Rost oder Instabilität)
  • Sichtelemente (Scheiben, Spiegel, Scheibenwischer)
  • Motor- und Auspuffanlage
  • Elektrische Komponenten (zum Beispiel die Autobatterie)

Für das Jahr 2018 ist eine Verschärfung der AU-Bestimmungen geplant. Die bloße Überprüfung des Fehlerspeichers wird dann nicht mehr genügen. Stattdessen sollen auch moderne Fahrzeuge mithilfe einer Sonde überprüft werden, um reelle Abgaswerte erhalten zu können.

Dazu gesellt sich die Überprüfung der Emissionen des Kraftfahrzeugs, die früher im Bereich der eigenständigen Abgasuntersuchung (AU oder ASU) lag. Diese besteht gemeinhin in der Überprüfung der OnBoard-Diagnose-Schnittstelle (OBD) um gegebenenfalls Fehler im Bereiche Abgasaufbereitung entdecken zu können. Lediglich ältere Fahrzeuge werden mithilfe einer Sonde überprüft, die am Auspuff befestigt wird.

Außerdem wird kontrolliert, ob etwaige Anbauten oder Veränderungen eingetragen sind und ob die Fahrgestellnummer mit der in den Unterlagen vermerkten Nummer übereinstimmt.

Vorbereitung auf die HU

Generell ist es vor allem bei älteren Kraftfahrzeugen empfehlenswert, die oft angebotenen Vorab-Checks der Kfz-Werkstätten in Vorbereitung auf die Hauptuntersuchung zu nutzen. Etwaige Mängel können so aufgedeckt und gegebenenfalls beseitigt werden – die Kosten einer Nachuntersuchung werden damit grundsätzlich vermieden. Kompetente Werkstätten kennen den Umfang der HU und prüfen das Kfz somit Schritt für Schritt.

Welche Kfz-Werkstätten in Ihrer Nähe den Vorabcheck anbieten, können Sie ganz einfach mit der Werkstattsuche des Kfz-Serviceportals herausfinden. Einfach Wohn- oder Zielort sowie die gewünschte Leistung eingeben und Sie erhalten die entsprechenden Ergebnisse.

Wo wird die Untersuchung durchgeführt?

In den meisten Fällen ist die Hauptuntersuchung sowohl direkt an Prüfstellen als auch in Kfz-Werkstätten durchführbar: Beim sogenannten Werkstatt-TÜV wird der Prüfer angefordert und nutzt dann die örtlichen Gegebenheiten für die Hauptuntersuchung. Der Vorteil besteht in der möglichen Vorbereitung sowie etwaigen Nachfolgearbeiten – da sich das Kraftfahrzeug bereits in einer Werkstatt befindet, ist die umgehende Mängelbeseitigung praktisch und naheliegend.

Entstehende Kosten der Hauptuntersuchung

Die Kosten der Hauptuntersuchung variieren von Anbieter zu Anbieter und orientieren sich außerdem an der Art der Überprüfung beziehungsweise ihrem Umfang. Unterschieden wird beispielsweise zwischen ein- und mehrspurigen Kraftfahrzeugen. Außerdem ist für die Kosten relevant, ob eine Endrohrmessung erfolgen muss oder ob die OBD-Schnittstelle für den Abgaspart genutzt werden kann.
Generell liegen die Kosten für Pkw und Motorräder zwischen 65,- Euro und 105,- Euro. Für Lkw bis 7,5 Tonnen werden maximal 150,- Euro aufgerufen. Lastkraftwagen bis 12 Tonnen kosten bis zu 180,- Euro – weitere Unterteilungen erfolgen für Fahrzeug bis und ab 32 Tonnen.

Wer die Hauptuntersuchung um mehr als zwei Monate verpasst, muss mit erhöhten Kosten rechnen. Denn dann erfolgt generell eine intensive HU, die etwa 20 Prozent teurer ist.

Die Nachuntersuchung

Entdeckt der Kfz-Prüfer im Zuge der Hauptuntersuchung gravierende Mängel, so müssen diese innerhalb eines Monats ausgebessert werden. Ist dies geschehen, erfolgt die Nachuntersuchung, die im Vergleich zur Hauptuntersuchung relativ kostengünstig ausfällt und oftmals mit etwa 15,- Euro zu Buche für Pkw schlägt. Bei anderen Fahrzeugarten kann eine umfangreichere Nachprüfung von Nöten sein, die ungefähr doppelt so viel kostet.

Wieder nach oben