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Sicherheitsprüfung (SP) nach § 29 StVZO – interessante Details im Überblick

Unter der Sicherheitsprüfung (kurz SP) versteht man eine Prüfung bestimmter Teile und Segmente an Nutzkraftwagen. Die SP unterscheidet sich dadurch von der Hauptuntersuchung (HU), dass nur genau definierte Bereiche des Fahrzeugs einer Prüfung auf Funktion und Wirkung unterzogen werden. Wie oft die Sicherheitsprüfung dabei durchgeführt werden muss, was geprüft wird und wie hoch letztlich die Kosten sind, erfahren Sie im nachfolgenden Artikel.

Über die Sicherheitsprüfung (SP)

Die Sicherheitsprüfung wurde am 01. Dezember 1999 eingeführt und besteht seit dem 01. Juli 2012 in ihrer aktuell gültigen Fassung (Stand: 2017). Im Gegensatz zur Hauptuntersuchung zielt die Sicherheitsprüfung lediglich auf einige wenige Fahrzeugtypen ab. Im Folgenden erhalten Sie einen Überblick dieser Klassen sowie der Fälligkeiten der Untersuchungstermine.

Fahrzeugklasse Erste Fälligkeit Weitere Fälligkeiten

Lkws zwischen 7,5 und 12 Tonnen

3 ½ Jahre (42 Monate) nach der Erstzulassung

Jeweils 6 Monate nach der Hauptuntersuchung

Lkws über 12 Tonnen

2 ½ Jahre (30 Monate) nach der Erstzulassung

Jeweils 6 Monate nach der Hauptuntersuchung

Omnibusse mit mehr als acht Fahrgastplätzen

6 Monate nach der ersten Hauptuntersuchung

Zweite Prüfung 6 Monate nach der zweiten Hauptuntersuchung – nach der dritten HU alle drei Monate

Anhänger mit einer zul. Gesamtmasse von über 10 Tonnen

2 ½ Jahre (30 Monate) nach der Erstzulassung

Jeweils 6 Monate nach der Hauptuntersuchung

Die zu prüfenden Elemente

An alle Fahrzeugklassen, die sich der Sicherheitsprüfung (SP) unterziehen müssen, werden besonders hohe Sicherheitsanforderungen gestellt. Bei Lastkraftwagen und Anhängern aufgrund der Tatsache, dass sie bei technischen Defekt aufgrund ihrer Masse ein hohes Zerstörungspotenzial haben. Bei Kraftomnibussen spielt außerdem die Sicherheit der Insassen eine große Rolle. Deshalb bezieht sich die Sicherheitsprüfung gänzlich auf Elemente, bei denen eine Fehlfunktion eine Gefahr für Leib und Leben darstellen würde.

  • Die Bremsanlage
  • Die Lenkung
  • Die Reifen und die Räder
  • Das Fahrwerk als Ganzes mitsamt dem Fahrgestell sowie den Verbindungsteilen
  • Die Schließmechanismen und Schließvorrichtungen an Türen, die automatisch oder fremdgesteuert betrieben werden

Die Prüfplakette der Sicherheitsprüfung

Sind die entsprechenden Prüfungen ohne Mängel durchgeführt worden, wird eine Prüfmarke erteilt. Diese Marke entspricht der Farbgebung der Plakette, die für das jeweilige Jahr bei der Hauptuntersuchung erteilt wurde. Im Gegensatz zur TÜV-Plakette ist sie jedoch fünfeckig und zeigt mit der Spitze auf den Monat eines umlaufenden Kreises, in dem die nächste Sicherheitsprüfung fällig wird.

Fristen und Mängel

Wie bei der Hauptuntersuchung auch, gelten bei der Sicherheitsprüfung (SP) bestimmte Fristen. Im Gegensatz zur Hauptuntersuchung sind die Termine der Sicherheitsprüfung, die auf der Plakette abzulesen sind, jedoch höchst verbindlich. Eine Überschreitung ist nur dann zulässig, wenn die Anmeldung zur Untersuchung rechtzeitig stattfand und aufgrund von Wartezeiten kein pünktlicher Termin mehr wahrgenommen werden konnte. Wird die Sicherheitsprüfung hingegen fahrlässig nicht fristgerecht durchgeführt, so ist umgehend eine erneute Hauptuntersuchung des Fahrzeugs fällig.

Auch in puncto Mängeln erweist sich die Sicherheitsprüfung (SP) strenger als die Hauptuntersuchung. Denn jeder festgestellte Mangel muss innerhalb eines Monats beseitigt werden – es erfolgt keine Unterteilung in geringe und erhebliche Mängel. Die Prüfplakette wird erst dann erteilt, wenn die Nachbearbeitung erfolgreich war.

Hier kann die SP durchgeführt werden

Generell gibt es zwei Anlaufstellen, um die Sicherheitsprüfung an einem Nutzkraftwagen durchführen zu lassen: Amtlich anerkannte Sachverständige beziehungsweise Prüfstellen oder entsprechend autorisierte Kfz-Werkstätten. Letztere erhalten die Erlaubnis zur Durchführung der Sicherheitsprüfung von der Handwerkskammer, der Kfz-Innung oder den Landesbehörden. Sie müssen dafür eine spezielle Schulung durchlaufen und einen eigenen Bremsenprüfstand aufweisen.

Die zu erwartenden Kosten der Sicherheitsprüfung

Die Kosten der SP können von Anbieter zu Anbieter in engen Grenzen variieren. Generell gibt es jedoch große Unterschiede zwischen den einzelnen Fahrzeugtypen. Die nachfolgende Übersicht bietet Ihnen Richtwerte für die zu erwartenden Kosten.

  • Lkw von 7,5 bis 12 Tonnen - rund 75 Euro
  • Lkw von 12 bis 18 Tonnen - rund 82 Euro
  • Lkw von 1 bis 32 Tonnen - rund 90 Euro
  • Lkw über 32 Tonnen - rund 110 Euro

Für Anhänger gelten identische Preise.

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