Benzin Super 95 im Überblick

Die Kraftstoffart Super 95 wird heutzutage meistens als normales Benzin bezeichnet. Sie löst damit das ehemalige Normalbenzin ab, das früher regulär erhältlich war und lediglich eine relative Oktanzahl von 91 bot. Grund für die Qualitätssteigerung mit Super 95 sind die modernen Motoren: Denn nur mit einer entsprechenden Kraftstoffqualität sind sie dazu in der Lage, ihre Leistung bei einer akzeptablen Lebensdauer zu erbringen.

Im nachfolgenden Artikel informieren wir Sie über die Gewinnung von Super 95, seine Inhaltsstoffe und seine grundlegenden Eigenschaften.

Gewinnung und Inhaltsstoffe von Super 95

Super 95 wird durch Raffination von Rohöl gewonnen. Hierbei entsteht ein Gemisch aus vielen verschiedenen Kohlenwasserstoffen. Dieses wird von den Mineralölkonzernen in der Regel durch eine ganze Reihe sogenannter Additive angereichert, die zum Beispiel eine sauberere Verbrennung gewährleisten sollen. Super 95 weist einen Ethanolgehalt von maximal fünf Prozent auf; Super E10 verfügt hingegen über einen Bio-Ethanol-Anteil von maximal zehn Prozent.

Die „95“ im Namen des Benzin-Kraftstoffs steht für die Oktanzahl, die wiederum die Klopffestigkeit beschreibt. Sie sagt aus, wie hoch das Vermögen des Kraftstoffs ist, nicht durch Selbstentzündung und damit unkontrolliert zu verbrennen. Je höher die Oktanzahl eines Kraftstoffes ist, desto höher ist auch seine Klopffestigkeit. Das bedeutet im Umkehrschluss, dass Super 95 auf dem Markt der Kraftstoffe tendenziell eine sehr niedrige Klopffestigkeit hat – verglichen mit Super 98 oder Spezialkraftstoffen wie Aral Ultimate oder VPower Racing.

Eigenschaften von Super 95 nach Norm

Super Benzin 95 unterliegt innerhalb der EU, wie übrigens alle anderen Ottokraftstoffe auch, einer strengen Regulierung. Die Euro Norm EN 228 legt die Eigenschaften der Kraftstoffe fest, sodass es keine Rolle spielt, an welcher Tankstelle Super 95 getankt wird. Überall ist Benzin in gleicher Qualität mit einer Mindest-Oktanzahl von 95 erhältlich. Es unterscheidet sich von Anbieter zu Anbieter lediglich in den zugesetzten Additiven.

Diese qualitative Normung ist für den beschädigungsfreien Betrieb der mit dem Kraftstoff versorgten Fahrzeuge von größter Wichtigkeit. Würde es keine qualitativen Mindestanforderungen geben, wären Motorschäden oder ein höherer Verschleiß vorprogrammiert.


Diese Fahrzeuge werden mit Super 95 betrieben

Generell kommt Super 95 in nahezu jedem modernen Personenkraftwagen und jedem Motorrad mit Ottomotor zum Einsatz. Die Ausnahme bilden Motoren, die aufgrund ihres Aufbaus oder ihrer Leistung eine höhere Oktanzahl benötigen. Gleichfalls steht als Alternative für Super 95 die umweltfreundlichere Variante E10 bereit. Der Marktanteil von Super 95 liegt bei etwa 80 Prozent, während sich E5 bei 10 bis 15 Prozent bewegt. Super 95 bietet sich außerdem als Basiskraftstoff für spezielle Benzine an. Wird dem Benzin Zwei-Takt-Öl nach Vorgabe hinzugefügt, so kann Super 95 als Zwei-Takt-Gemisch verwendet werden, bei dem der Kraftstoff zeitgleich eine schmierende Wirkung hat. Kettensägen, Rasenmäher, aber auch ältere Mopeds benötigen eine solche Mischung. Und im Falle von Oldtimern kann ein Bleizusatz beigemengt werden, der für einen optimalen Motorlauf sorgt.

Welche Kraftstoffart für ein Fahrzeug genutzt werden kann, steht im Regelfall entweder im Handbuch oder direkt auf der Innenseite des Tankdeckels.

Wo befindet sich Superbenzin im Kraftstoff-Preisgefüge?

Aufgrund der niedrigen Oktanzahl ist Super 95 relativ günstig und wird an deutschen Tankstellen lediglich von E10 unterboten, da hier ein höherer Ethanol Anteil vorliegt. Der Preisunterschied zur nächst besseren Kraftstoffart Super 98 liegt bei etwa vier bis sechs Cent.

Die aktuellen Kraftstoffpreise an Tankstellen in Ihrer Nähe können Sie selbstverständlich auf dem Kfz-Serviceportal erfahren.