Klimaservice – wie funktioniert er und was sollten Sie selbst tun

Wer beim Autofahren einen sprichwörtlichen kühlen Kopf behalten möchte, sollte mit seinem Fahrzeug regelmäßig beim sogenannten Klima-Service vorstellig werden. Dieser umfasst eine Sichtprüfung sowie Wartungsarbeiten an einzelnen Klimakomponenten. So lässt sich sicherstellen, dass der Klimakreislauf korrekt arbeitet und eine ungetrübte Frischluftzufuhr im Fahrzeuginneren gewährleistet ist. Neben der Funktionstüchtigkeit von Klimaanlage und Fahrzeug geht es beim Klima-Service auch um den Umweltschutz.


Klimaservice: der Ablauf

Als wichtiger Bestandteil von Kraftfahrzeugen erfordern Klimaanlagen eine regelmäßige Überprüfung und Behandlung. Diese Dienstleistung wird in Werkstätten unter der Bezeichnung Klima-Service angeboten. Er umfasst die Inspektion beziehungsweise Wartung, Reinigung, Desinfektion und gegebenenfalls Reparatur der Klimaanlage.

Zunächst erfolgt eine Funktions- und Sichtprüfung der zum Klimasystem gehörenden Komponenten. Ergänzend findet eine Dichtigkeitsprüfung statt. Das Fachpersonal nimmt einen Wechsel des Kältemittels sowie des Kompressor-Öls vor. Hierzu wird das Kältemittel zunächst abgesaugt und nach einer Trocknung des Systems wieder aufgefüllt.

Ein weiterer wichtiger Bestandteil des Klimaservice ist die Desinfektion der Klimaanlage. Diese erfolgt mithilfe der Reinigung des Lüftungssystems. Zudem finden eine Überprüfung und gegebenenfalls der Austausch des Innenraumfilters statt. Das gilt auch für den Klimatrockner, der spätestens alle zwei Jahre ausgewechselt wird. Er entzieht dem Kältemittel im Umlauf der Klimaanlage die Feuchtigkeit und reduziert den mechanischen Abrieb. Zum Abschluss des Klima-Services erfolgt eine erneute Funktionsprüfung der Klimaanlage. Beim Klimaservice folgen die Werkstätten den Vorgaben der Automobilhersteller. Daher wird die Dienstleistung systematisch durchgeführt und dokumentiert. So folgt beispielsweise das Einfüllen des Kühlmittels einer exakten Mengenvorgabe. Falls erforderlich, finden im Rahmen des Klimaservice eine Reparatur oder ein Wechsel einzelner Klimakomponenten statt. Das kann beispielsweise den Verdampfer, den Kühlmittelverdichter (Kompressor) oder das Expansionsventil betreffen. Auch andere Bestandteile wie Schläuche und Dichtungen sind verschleiß- und damit potenziell reparaturanfällig.

Die Vereinbarung vom Klimaservice und die damit verbundenen Kosten

Der Klimaservice ist kein automatischer Bestandteil einer Fahrzeuginspektion. Daher müssen Fahrzeughalter diese Dienstleistung erfragen und gegebenenfalls separat in ausgewiesenen Fachwerkstätten vereinbaren. Denn der Service erfordert entsprechend geschultes Fachpersonal sowie spezielle Klimaservicegeräte. Zudem gehören vorgeschriebene Sicherheitsmaßen zur Durchführung. Daher können Fahrzeughalter eine Klimawartung nicht selbst vornehmen. Bereits das exakte Einfüllen des Kühlmittels erfordert Fachkenntnis. Die Preise für die Inspektion richten sich nach dem Fahrzeugtyp sowie dem integrierten Klimasystem. Auch das Fahrzeugalter spielt in Bezug auf das im Fahrzeug verwendete Kältemittel eine wichtige Rolle. Für den beim Klimaservice erfolgenden Arbeitsaufwand gilt in jeder Werkstatt, regional abhängig, ein bestimmter Stundenverrechnungssatz. Zudem werden einzelne Arbeitsschritte teilweise pauschal, teilweise gesondert berechnet. Separate Kosten ergeben sich potenziell durch den Wechsel oder die Reparatur von Klimakomponenten. Die sich aus den Einzelposten beim Klimaservice summierende Preisspanne liegt bei einem Minimum zwischen 60 und 80 Euro. Oft gibt es auch Pauschalangebote der Werkstätten bzw. der Werkstattketten.

Funktionsweise von Klimaanlagen: Was macht den Klimaservice erforderlich?

Klimaanlagen dienen dazu, die Luft im Innenraum eines Kraftfahrzeugs bezüglich Temperatur und Feuchtigkeit zu regulieren. Zudem sorgen sie, unterstützt durch den Innenraumfilter, für die Frischluftzufuhr. Klimaanlagen dienen auch der Verkehrssicherheit. Denn sie unterbinden ein Beschlagen der Scheiben durch zu hohe Luftfeuchtigkeit. Zudem unterstützen sie durch die richtige Temperatur sowie die Frischluftversorgung die Konzentrationsfähigkeit des Fahrers. In Fahrzeugen kommen zwei Klimasysteme zum Einsatz, eine manuell regelbare Klimaanlage sowie eine selbstregelnde Klimaautomatik. Letztere wird auch unter der Bezeichnung Klimatronic, alternativ Climatronic, geführt. Dabei handelt es sich um einen vom Hersteller VW verwendeten und geschützten Begriff.

Gute Gründe für die Wartung der Klimaanlage

Klimaanlagen sind nicht wartungsfrei und erfordern aus mehreren Gründen eine regelmäßige Überprüfung. Ein Kraftfahrzeug verliert jährlich zwischen acht und fünfzehn Prozent seines Kältemittels. Diesem kommt in der Klimaanlage eine zentrale Aufgabe zu, da es letztlich die für den Innenraum vorgesehene Frischluft abkühlt und entfeuchtet. Verfügt die Klimaanlage über zu wenig Kühlmittel, ist ihre Funktion in vollem Umfang eingeschränkt. Daher muss es beim Klimaservice aufgefüllt werden. Neben dieser wichtigen Komponente gibt es im Klimasystem einzelne Verschleißteile, die anfällig für Materialschäden sind oder ausgewechselt werden müssen. Ein Beispiel hierfür ist der Innenraumfilter. Dieser verhindert, dass während der Belüftung Schadstoffe in das Fahrzeuginnere gelangen. Das schließt allergieauslösende Bestandteile mit ein. Der Trockner der Klimaanlage verhindert eine erhöhte Feuchtigkeitsansammlung einen begrenzten Zeitraum lang. Erfolgt kein Austausch, sorgt der erhöhte Wasseranteil im System beispielsweise für Korrosionsschäden. Im Verdampfer der Anlage können sich mit der Zeit Pilze, Bakterien oder andere Schädlinge bilden. Deshalb findet beim Klimaservice eine Desinfektion der Klimaanlage statt. Ohne Reinigung und Desinfektion kann die angesaugte Außenluft nicht mehr optimal gesäubert werden. Dadurch dringen Schadstoffe, Schmutzpartikel und Schädlinge aus der Umgebung sowie aus der Klimaanlage in das Fahrzeuginnere. Besonders für Allergiker ergibt sich hieraus ein hohes Gesundheitsrisiko.

Umwelt- und Gesundheitsbelastung durch Klimaanlagen

Nicht gewartete Klimaanlagen bedeuten zusätzlich eine Umweltbelastung, da das Kältemittel über undichte Stellen in größerem Umfang in die Umwelt gelangt. Ältere Fahrzeuge führen noch das in Neufahrzeugen aufgrund seines hohen GWP-Werts (Treibhauspotenzial) verbotene Kältemittel R134a. Auch das neuere Kältemittel R1234yf gilt aufgrund seiner Brennbarkeit und dem daraus resultierenden Freisetzen von hochgiftiger Flusssäure als umwelt- und gesundheitsschädlich. Wer den Klimaservice auslässt, riskiert neben Funktionsstörungen und Schäden somit gesundheitliche Beeinträchtigungen und Umweltbelastungen. Klimaservice erhält die Leistung der Klimaanlage, dient der Sicherheit von Fahrzeug und Fahrzeuginsassen sowie dem Umweltschutz. Zusätzlich spart eine regelmäßige Überprüfung langfristig Geld. Denn sind einzelne Komponenten beziehungsweise das Klimasystem (durch die unterlassene Wartung) defekt, entstehen hohe Kosten. Wird der Klimaservice unterlassen, kann sich dessen Notwendigkeit bemerkbar machen. Denn Mikroorganismen, Schimmelpilze oder Bakterien, die nicht beseitigt oder richtig gefiltert werden, verursachen unangenehme Gerüche

Das können Sie selbst tun

Obwohl Fahrzeugalter den Klimaservice Werkstatt-Fachpersonal überlassen müssen, können sie zum Erhalt der Klimaanlage beitragen. Dazu gehört, die Klimaanlage regelmäßig einzuschalten. Zehn bis fünfzehn Minuten pro Monat sind ratsam. Damit bleiben beispielsweise die Dichtungen der Klimaanlage elastisch und bilden keine undichten Stellen. Zudem verhindert der regelmäßige Betrieb der Klimaanlage, dass sich Feuchtigkeit und Bakterien bilden. Um einer Ansammlung von Schädlingen vorzubeugen, hilft es, die Klimaanlage circa fünf bis zehn Minuten vor Fahrtende abzuschalten. Somit wird keine Luft mehr angesaugt und es bleibt möglichst wenig Feuchtigkeit zurück. Das langsame Abkühlen der Komponenten unterbindet die Entstehung von Kondenswasser.