Kfz-Versicherungsschäden – Schäden in der Kfz-Versicherung in der Übersicht

Eine Kfz-Versicherung deckt viele verschiedene Schäden ab. Und das ist auch wichtig, denn allein 2017 kam es auf Deutschlands Straßen zu mehr als 2,5 Millionen Unfällen. Statistisch gesehen verursacht jeder einzelne Unfall einen Haftpflichtschaden von rund 3.500 Euro. Doch das ist nur der Durchschnitt. Unfälle mit massiven Personenschäden gehen teilweise mit Forderungen in Millionenhöhe einher: etwa dann, wenn Verkehrsteilnehmer nach dem Unfall nicht mehr erwerbsfähig sind oder sogar dauerhaft gepflegt werden müssen. Aber auch ein scheinbar kleiner Blechschaden kann richtig teuer werden. Ohne eine Kfz-Versicherung wäre so mancher Autofahrer also längst finanziell ruiniert. Der folgende Beitrag stellt die unterschiedlichen Schäden, zu denen es im Zusammenhang mit dem Betrieb eines Kraftfahrzeugs kommen kann, vor. Außerdem klären wir, welche Versicherung welche Kosten übernimmt.


Personenschäden, Sachschäden & Vermögensschäden

Die Haftung bei Personenschäden

Wenn einer Person bei einem Unfall ein körperlicher Schaden zugeführt wird, so handelt es sich dabei um einen Personenschaden. Das Spektrum ist diesbezüglich sehr groß und reicht von kleinen Bagatellverletzungen bis hin zum Todesfall. Die Kfz-Haftpflichtversicherung deckt Ansprüche aus Personenschäden bis zu einer bestimmten Deckungssumme ab. Dies gilt bei einem selbst verschuldeten Autounfall auch für die Insassen des eigenen Fahrzeugs, nicht aber für den Fahrer selbst.
Die gesetzlich vorgeschriebene Mindestdeckungssumme für Personenschäden liegt bei 7,5 Millionen Euro. Für einen optimalen Versicherungsschutz ist es jedoch empfehlenswert, die Deckungssumme auf 50 oder 100 Millionen Euro zu erhöhen. Der Versicherungsbeitrag steigt dadurch, wenn überhaupt, nur geringfügig.
Zu den Personenschäden gehören übrigens nicht nur die Heilungs- und Folgekosten bei körperlichen Verletzungen, sondern auch ein mögliches Schmerzensgeld, das auch bei Verletzungen der Psyche gewährt werden kann. Für einen Verdienstausfall und eventuelle Unterhaltsansprüche gilt das Gleiche.

Die Haftung bei Sachschäden

Bei Sachschäden kann es sich um bewegliche (das Fahrzeug selbst oder auch einzelne Wertgegenstände im Auto) oder unbewegliche Sachen (beispielsweise Leitplanken und Gebäude) handeln. Die Kfz-Haftpflichtversicherung greift hier grundsätzlich bei Sachschäden, die Andere durch das versicherte Fahrzeug erleiden. Bei Schäden am eigenen Auto durch verschiedene äußere Einflüsse zahlt dagegen die Teilkaskoversicherung. Die Vollkaskoversicherung ersetzt als einzige Versicherung auch Sachschäden am eigenen Auto, die durch selbst verschuldete Unfälle entstehen. Darüber hinaus deckt sie Schäden durch mut- oder böswilliges Verhalten ab.
Die gesetzliche Mindestdeckung für Sachschäden beträgt bei der Kfz-Haftpflicht 1,12 Millionen Euro und kann auf Wunsch ebenfalls erhöht werden.

Die Haftung bei Vermögensschäden

Echte Vermögensschäden entstehen immer dann, wenn zwar ein Schaden am Vermögen entsteht, aber niemand verletzt wird und es auch zu keinen Sachschäden kommt. In diesem Fall entstehen dem Geschädigten also lediglich geldwerte Nachteile. Beispiel: Ein Auto blockiert die Einfahrt des Nachbarn, so dass dieser einen wichtigen Geschäftstermin und somit einen lukrativen Geschäftsabschluss verpasst. Ein unechter Vermögensschaden basiert dagegen auf einem vorausgegangenen Unfall. Vermögensschäden werden bis zur vereinbarten maximalen Deckungssumme ebenfalls von der KFZ Haftpflichtversicherung getragen. Hier liegt die Mindest-Deckungssumme bei 50.000 Euro.

Die Mindest-Deckungssummen im Ausland

Die genannten Deckungssummen beziehen sich auf Deutschland, im Ausland können sie dagegen teilweise stark abweichen. Enorme Unterschiede gibt es vor allem bei Vermögensschäden, denn in vielen Ländern ist hierfür überhaupt keine Mindestdeckungssumme vorgesehen.

Unter nachfolgendem Link erhalten Sie eine Übersicht der Deckungssummen im Ausland.

Die Unterschiede zwischen Kfz-Haftpflicht und Kaskoversicherung im Überblick

Die Kfz-Haftpflichtversicherung ist gesetzlich vorgeschrieben und kommt für Personen-, Sach- oder Vermögensschäden an Dritten auf. Der Versicherungsnehmer selbst erhält kein Geld von der Kfz-Haftpflicht. Die Kaskoversicherung ist dagegen freiwillig und gliedert sich in Teil- und Vollkasko. Sie reguliert die Schäden am eigenen Auto: Die Teilkasko übernimmt nicht selbst verschuldete Schäden, die Vollkasko kommt zusätzlich auch für selbst verschuldete Schäden auf. Wenn dagegen ein Autofahrer schuldlos als Geschädigter in einen Unfall verwickelt ist, der von einem anderen Verkehrsteilnehmer verursacht wurde, kommt die gegnerische Haftpflichtversicherung für seinen Schaden auf.
Wer eine Voll- oder Teilkaskoversicherung abschließt, kann mit dem Versicherer eine Selbstbeteiligung vereinbaren. Der Versicherungsnehmer trägt die Kosten in Höhe der Selbstbeteiligung persönlich und kann dadurch erheblich bei der Versicherungsprämie sparen.

Die Bausteine der Kaskoversicherung

Mit optionalen Bausteinen können sich Versicherungsnehmer einen perfekt an die individuellen Gegebenheiten angepassten Versicherungsschutz zusammenstellen.
Einer dieser Bausteine ist beispielsweise die Neuwertentschädigung: Bei einem Totalschaden des Fahrzeugs wird dem Versicherungskunden der Neuwert (Kaufpreis) ersetzt. Dies gilt natürlich nicht für alte Autos. Die Kfz-Versicherer bieten die Neupreisentschädigungen in der Regel zwischen drei und 24 Monaten nach Erstanmeldung an. Weitere Bausteine sind Kfz-Schutzbriefe, die Haftung auch bei grober Fahrlässigkeit, die Kostenübernahme für einen fachgerechten Schlüssel-/Schlossaustausch, falls der Fahrzeugschlüssel verloren wurde, sowie die sogenannte Mallorca-Police als Schutz bei Fahrten im europäischen Ausland mit einem Mietwagen beziehungsweise fremden Wagen.
Zusatzbausteine bieten die meisten Versicherungsgesellschaften für alle Kfz-Versicherungen an, also sowohl für die Haftpflichtversicherung als auch für Teil- und Vollkasko.

Die Schuldfrage

Bei jedem Unfall steht immer die Schuldfrage im Mittelpunkt, deren Klärung von großer Bedeutung ist. Schließlich ist für die Kostenübernahme des Geschädigten immer die Haftpflichtversicherung des Unfallverursachers zuständig. Doch nicht immer ist nur eine Partei verantwortlich. Ein Mitverschulden ist beispielsweise dann gegeben, wenn ein eindeutig fahrlässiges Verhalten nachgewiesen werden kann oder die geschädigte Partei gegen die allgemein geltenden Richtlinien des Straßenverkehrs handelte. Sind sich die Parteien bei der Schuldfrage uneinig, sollte grundsätzlich die Polizei hinzugerufen werden. Die objektive Einschätzung der Beamten ist für den Versicherer bei einer Teilschuld von hoher Bedeutung. Über den prozentualen Anteil der Teilschuld entscheidet der Versicherer dann im Nachhinein. Dieser Anteil gibt die Höhe der Kostenübernahme vor: Er kann bei 50 zu 50 liegen, aber genauso gut auch bei 70 zu 30. Dadurch wird der Geschädigte also auch in die Verantwortung genommen.

Allgemeine Begrifflichkeiten in Bezug auf Kfz-Schäden

Der Bagatellschaden

Ein Bagatellschaden beschreibt einen kleinen Sachschaden am Auto: einen Kratzer im Lack, eine leichte Delle oder kleine Schrammen. Eine gesetzliche Maximalhöhe für den Bagatellschaden gibt es nicht, üblicherweise sollten 750 Euro jedoch nicht überschritten werden. Die Kfz-Haftpflichtversicherung des Verursachers übernimmt in diesem Fall die Schäden. Wer als Geschädigter den Verdacht hat, dass es sich um mehr als nur einen Bagatellschaden handelt, sollte dies von einem Gutachter abklären lassen. Oft reicht hier ein kostengünstiges Kurzgutachten aus. Allerdings bleibt das nicht ohne Risiko: Denn Gutachten von Sachverständigen sind bei Bagatellschäden in vielen Fällen nicht erstattungsfähig.

Der wirtschaftliche Totalschaden

Wenn die Reparaturkosten nach einem Unfall die Differenz zwischen Wiederbeschaffungswert und Restwert des Fahrzeugs übersteigen, wird von einem wirtschaftlichen Totalschaden gesprochen. Eine Reparatur wäre technisch zwar generell möglich, aber wirtschaftlich nicht vertretbar und sinnvoll, da die Reparaturkosten nicht im Verhältnis zum Wert des Wagens stehen. Sollte der Wiederbeschaffungswert des Autos durch den Marktwert oder das hohe Alter sehr niedrig sein, kann schon eine relativ leichte Beschädigung zum wirtschaftlichen Totalschaden führen.
Ein Geschädigter kann trotz eines wirtschaftlichen Totalschadens auf eine Reparatur bestehen. Gemäß einer Sonderregelung darf dabei aber die Grenze von 130 Prozent des Wiederbeschaffungswertes nicht überstiegen werden („130%-Regelung“).

Der Totalschaden

Dieser allgemeine Begriff beschreibt meist einen technischen Totalschaden, das heißt, das Fahrzeug wurde bei dem Unfall so stark beschädigt, dass eine Reparatur technisch unmöglich ist. Ein technischer Totalschaden ist gleichzeitig immer auch ein wirtschaftlicher Totalschaden, umgekehrt gilt dies jedoch nicht unbedingt.
Dann gibt es noch den unechten Totalschaden, der dann vorliegt, wenn eine Reparatur nicht unwirtschaftlich, sondern unzumutbar ist. Dies ist vor allem dann der Fall, wenn ein Neuwagen bei einem Unfall erheblich beschädigt wird. Der Geschädigte kann dann als Schadensersatz den kompletten Neuwert seines Wagens verlangen. Als Neuwagen gelten in der Regel Fahrzeuge, deren Fahrleistung zum Unfallzeitpunkt unter 1.000 Kilometern liegt.


Spezielle Schadensarten im Überblick

Der Autodiebstahl / Der Auto-Einbruch

Bei einem Autodiebstahl zahlt entweder die Teilkaskoversicherung oder die Vollkaskoversicherung. Dabei spielt es keine Rolle, ob der Diebstahl im In- oder im Ausland geschah. Liegt jedoch grobe Fahrlässigkeit vor, kann die Versicherung die Leistungen verweigern. Erstattet wird in der Regel der Wiederbeschaffungswert des Fahrzeugs. Diesen Wert legt ein Kfz-Sachverständiger fest, er orientiert sich üblicherweise an den Preisen auf dem regionalen Automarkt. Grundsätzlich ist der Wiederbeschaffungswert immer so hoch, dass der Erwerb eines vergleichbar ausgestatteten Wagens mit einer ähnlichen Kilometer-Laufleistung möglich ist.
Wird „nur“ im Auto eingebrochen, sieht die Sachlage etwas anders aus. Eine Kaskoversicherung erstattet nämlich lediglich die fest verbauten Fahrzeugteile wie beispielsweise das Autoradio, das bereits ab Werk installiert war, oder die Räder. Mitversichert sind allerdings auch all jene Schäden, die in einem direkten Zusammenhang mit dem erfolgten oder versuchten Diebstahl entstehen. Das heißt, wenn ein Dieb das Seitenfenster einschlägt, um die Fahrzeugtür auf diese Weise von innen öffnen zu können, greift der Versicherungsschutz.
Für bewegliche Wertsachen wie Handys, mobile Navigationsgeräte, das Notebook oder den Kindersitz kommt die Kfz-Versicherung dagegen nicht auf. Den Schaden übernimmt in der Regel eine abgeschlossene Hausratversicherung.

Die Elementarschäden

Zu den Elementarschäden gehören generell alle Schäden, die durch die Einflüsse der Natur verursacht werden. Dazu zählen Überschwemmungen, Starkregen, Schneelasten, Dachlawinen, Sturm, Hagel, Erdrutsch, Hochwasser und Blitzschlag (mit Folgen wie Kurzschluss, Kabelschaden, Explosion und Brand). Sturmschäden am Auto begleicht grundsätzlich die Teilkasko, Voraussetzung ist jedoch mindestens Windstärke 8. Allerdings gibt es Einschränkungen, denn nur die direkte Einwirkung der Naturgewalten ist versichert. Liegt auf der Fahrbahn beispielsweise ein umgestürzter Baum und ein Autofahrer kann nicht mehr rechtzeitig bremsen, wird die Versicherung die Kostenübernahme ablehnen. Anders würde es aussehen, wenn der Baum unmittelbar auf das vorbeifahrende Auto gestürzt wäre: In diesem Fall zahlt die Teilkasko.
Mit einer Vollkaskoversicherung sind dagegen auch windbedingte Schäden unter Windstärke 8 versichert.
Durch Hochwasser, Starkregen, Blitzschlag, Dachlawinen, Hagel und Überschwemmung entstandene Schäden werden ebenfalls von der Kfz-Teilkaskoversicherung getragen. Bei einigen Versicherungen müssen Elementarschäden durch (Dach-)Lawinen jedoch mit einer Erweiterungsklausel festgehalten werden.

Der Wildunfall beziehungsweise Wildschaden

Die Kaskoversicherungen zahlen bei einem Wildunfall prinzipiell für alle Schäden mit Haarwild. Dazu gehören Schwarz- und Rotwild, Wildschweine, Luchse und Füchse, Wisente und Elche sowie Hasen und Murmeltiere. Tiere wie Hunde, Katzen, Kühe, Vögel (Federwild) und Wölfe zählen jedoch nicht dazu.
Es gibt einen Grund, warum gerade Zusammenstöße mit Haustieren vom Versicherungsschutz ausgenommen sind: Der Geschädigte kann in diesem Fall nämlich beispielsweise auf den Hunde- oder Katzenhalter zurückgreifen. Dieser verfügt im Idealfall über eine Tierhalterhaftpflichtversicherung.
Es gibt allerdings auch Kfz-Versicherer, die einen Versicherungsschutz für Unfälle mit anderen oder auch grundsätzlich allen Tieren anbieten. Gerade in ländlichen Gebieten ist die Inkludierung von Tieren wie Pferden, Ziegen, Rindern und Schafen zu empfehlen.
Wird ein Fahrzeug beschädigt, weil der Fahrer einem Haarwild ausweicht und beispielsweise in den Straßengraben steuert, kommt die Teilkasko in der Regel nicht für den Schaden auf. Solche Fahrzeugschäden, die durch ein Wild-Ausweichmanöver verursacht werden, bezeichnen die Versicherer als Rettungskosten. Die Kostenübernahme ist in diesem Fall meist eine Einzelfallentscheidung. Anders bei einer Vollkasko-Versicherung, sie würde die Kosten ohne Wenn und Aber übernehmen.
Wichtig: Schäden am Fahrzeug, die durch das Überfahren eines bereits toten Tieres entstehen, bezahlt die Teilkaskoversicherung nicht. Außerdem besteht in der Teilkasko kein Versicherungsschutz für Wildschäden an einem stehenden Fahrzeug.

Der Marderschaden

Schäden durch Marderbisse werden von der Teilkasko und der Vollkasko bis zur vertraglich festgehaltenen Selbstbeteiligung übernommen. Nur ganz wenige Versicherungsunternehmen haben den Marderschutz aus ihrer Teilkasko ausgeschlossen.
Meist sind im Standardumfang der Teilkasko aber nur die unmittelbaren Schäden durch Marderbisse versichert, also beschädigte Manschetten, Kabel, Matten oder Schläuche. Folgeschäden, wie beispielsweise ein durch zerbissene Kühlschläuche stark beschädigter Motor, werden häufig nicht bezahlt. Grund: Der Fahrer muss auf entsprechende Warnzeichen (hier: überhöhte Temperaturanzeige durch auslaufende Kühlflüssigkeit) rechtzeitig reagieren.
Einige Kfz-Versicherer bieten Autofahrern aber auch spezielle Teilkasko-Tarife an, in denen Folgeschäden bis zu einer bestimmten Höchstgrenze ebenfalls enthalten sind.

Der Glasbruch

Ein Glasschaden am Auto betrifft nicht immer nur die Frontscheibe. Auch Heck- und Seitenscheiben, das Panoramadach, Dachschiebefenster, Beleuchtungsglas sowie Spiegelglas können beschädigt werden. Zu den Auslösern gehören Unfälle, Hagelkörner, Zusammenstöße mit Wild, aber auch Vandalismus und Steinschlag. Je nach Ursache und Versicherungsvertrag übernimmt entweder die Teilkasko- oder die Vollkasko-Versicherung den Schaden. Der Versicherungsnehmer hat nach dem Schadensereignis bis zu sieben Tage Zeit, den Unfall bei seiner Versicherung zu melden. Kam es infolge eines nicht selbst verschuldeten Unfalls zu dem Glasschaden, muss die gegnerische Versicherung für den Schaden aufkommen.
Gut zu wissen: Damit der Kfz-Versicherer zahlt, muss eine Scheibe auch tatsächlich gebrochen sein, denn laut Definition ist lediglich Glasbruch versichert, Kratzer werden also nicht ersetzt (Allgemeine Bedingungen für die Kraftfahrtversicherung, A.2.2.5: „Versichert sind grundsätzlich Bruchschäden an der Verglasung des Kfz“).

Der Steinschlag

Schäden durch Steinschlag werden in der Regel durch die Teilkaskoversicherung ersetzt. Dabei spielt es keine Rolle, ob der Schaden an der Frontscheibe, der Heckscheibe, den Seitenscheiben, den Scheinwerfern, Rücklichtern und Blinkern oder dem Schiebe- beziehungsweise Panoramadach auftritt. Kommt es durch den Steinschlag zu Beschädigungen am Blech, übernimmt die Versicherung ebenfalls die Kosten.
Ob eine Scheibe komplett erneuert werden muss oder repariert werden kann, hängt von Position und Umfang des Steinschlages ab. Ist der Steinschlag größer als eine Zwei-Euro-Münze, beträgt der Abstand zum Scheibenrand weniger als zehn Zentimeter oder befindet sich der Einschlag mit einer Toleranzgrenze von 15 Zentimetern im Sichtfeld des Fahrers, muss die Scheibe komplett ausgetauscht werden. Bei den meisten Teilkasko-Tarifen entfällt die Selbstbeteiligung bei Reparatur der Frontscheibe. Sie ist nur dann fällig, wenn die Scheibe komplett ersetzt wird.

Vandalismus, mutwilliger Brand und Parkrempler

Vandalismus beschreibt grundsätzlich die mutwillige Beschädigung oder gar Zerstörung von Eigentum. Die Allgemeinen Bedingungen für die Kraftfahrtversicherung gehen noch weiter und definieren den Begriff als mut- oder böswillige Handlungen von Personen, die nicht berechtigt sind, das Fahrzeug zu gebrauchen. Laut einer Studie aus dem Jahre 2014 waren 39 Prozent aller Autofahrer bereits irgendwann einmal von Vandalismus betroffen.
Wer nur eine Kfz-Haftpflichtversicherung besitzt, bleibt auf den Kosten sitzen. Und diese Kosten können sehr hoch sein, denn zu Vandalismus-Schäden gehören nicht nur Kratzer, Dellen, abgeknickte Antennen und abgebrochene Außenspiegel, sondern auch komplett in Flammen stehende Fahrzeuge.
Die Teilkasko-Versicherung übernimmt die Kosten nur, wenn es sich beispielsweise um Schäden durch Feuer und Glasbruch handelt. Für ein eingetretenes Dach würde sie also nicht aufkommen, hier greift nur die Vollkasko-Versicherung. Allerdings auch nur dann, wenn der Fahrer seine Sorgfaltspflicht nicht verletzt und zum Beispiel nicht unmittelbar neben den Beteiligten einer angemeldeten Demonstration geparkt hat.
Auch Parkrempler sind für den Geschädigten sehr ärgerlich, vor allem dann, wenn der Verursacher Fahrerflucht begeht. Für solche Schäden würde im Normalfall die Kfz-Haftpflichtversicherung des Unfallverursachers aufkommen. Falls er jedoch nicht ermittelt werden kann, bleiben die Geschädigten häufig auf ihren Kosten sitzen, sofern keine Vollkasko-Versicherung vorliegt. Nur die Vollkasko deckt Schäden durch unbekannte Dritte ab.

Gegen alle Schäden gut gewappnet

So mancher Versicherungsnehmer stöhnt genervt auf, wenn die nächste Rechnung für die Kfz-Versicherung fällig wird. Doch die Kfz-Haftpflicht ist nicht ohne Grund gesetzlich vorgeschrieben, und auch Teil- und Vollkasko leisten im Falle eines Falles wertvolle Hilfe. Ohne eine gute Kfz-Versicherung wären viele Autofahrer schon längst an ihr finanzielles Limit gelangt, denn mit einem Unfall, einem Diebstahl oder gar Vandalismus muss selbst bei allergrößter Vorsicht immer gerechnet werden. Generell gilt bei allen Schäden: Die Versicherung sollte so schnell wie möglich informiert werden. Dann steht einer schnellen Regulierung auch meist nichts im Wege.