Rabatte in der Kfz-Versicherung – so können Sie Geld sparen

Autofahrer können den Kfz-Versicherungsbeitrag für ihr Fahrzeug durch Rabatte deutlich reduzieren. Diese Rabatte sind in der Regel an verschiedene Auflagen gebunden und variieren in der Höhe oft sehr stark. Für Versicherungsnehmer ist es nicht leicht, im Dschungel der Rabatte und Konditionen den Überblick zu behalten und sich für das Modell zu entscheiden, das zu den individuellen Anforderungen tatsächlich am besten passt. Darüber hinaus muss bei einem Verstoß gegen die Vertragsbedingungen mit hohen Beitragsnachforderungen oder gar Vertragsstrafen gerechnet werden. Unser Ratgeber zeigt auf, welche Rabatte es überhaupt gibt und wann diese in Anspruch genommen werden können.


Der Werkstattbindungs-Rabatt

Wer sich bereit erklärt, fällige Reparaturen in einer von der Kfz-Versicherung vorgegebenen Werkstatt durchführen zu lassen, kann in den Genuss eines Werkstattbindungs-Rabatts kommen. Mit der Bindung an eine bestimmte Werkstatt sind oft auch noch interessante Serviceleistungen verbunden. Fahrzeuge, die über einen Kredit finanziert werden, sowie Leasingfahrzeuge sind von einem Werkstattbindungs-Rabatt jedoch häufig ausgenommen, da sich dies möglicherweise gegen die Vertragsbedingungen des Leasing- beziehungsweise Kreditgebers richten könnte. Wird ein Auto trotz einer vertraglich vereinbarten Werkstattbindung zur Reparatur in eine andere Werkstatt gebracht, muss der Versicherungsnehmer mit einer Vertragsstrafe rechnen. Ebenfalls wichtig: Dieser Rabatt ist nur in Verbindung mit einer Kaskoversicherung möglich. Dieser Rabatt hat dann Relevanz, wenn es sich bei den Kfz-Reparaturen um Versicherungsleistungen handelt.

Die Kfz-Versicherung für Angestellte im öffentlichen Dienst und für Beamte

Angestellte im öffentlichen Dienst und Beamte erhalten von den Kfz-Versicherern fast immer günstigere Konditionen als andere Berufsgruppen. Sie gelten statistisch nämlich als besonders sichere und umsichtige Fahrer. Was viele Versicherungsnehmer jedoch nicht wissen: Der sogenannte Beamtentarif, also die Tarifgruppe B, gilt nicht nur für Beamte, sondern auch für Angestellte im öffentlichen Dienst, Pensionäre, gleichgestellte Berufsgruppen sowie deren Angehörige, wenn diese dauerhaft in häuslicher Gemeinschaft mit dem Versicherungsnehmer leben und nicht selbst berufstätig sind. Wer den Beamtentarif in Anspruch nehmen möchte, muss allerdings seinen Berufsstatus nachweisen können. Dieser Nachweis erfolgt durch die sogenannte B-Bescheinigung des Arbeitgebers.


Die Autoversicherung für Fahranfänger

Normalerweise würden Fahranfänger für ihre Kfz-Versicherung deftige Beiträge zahlen. Allerdings kann die Schadenfreiheitsklasse eines Eltern- oder Großeltern teils auf den Fahranfänger übertragen werden. Voraussetzung ist natürlich, dass Fahranfänger und Eltern beziehungsweise Großeltern bei der gleichen Gesellschaft versichert sind. Diese Regelung ist grundsätzlich nur in den genannten Konstellationen Eltern/Kind und Großeltern/Enkel möglich.
Nachteil: Der Übertragende kann den Rabatt nicht mehr für sich selbst ausschöpfen.
Sparen können Fahranfänger zudem bei der Wahl ihres Fahrzeugs. Je nach Schadensbilanz stufen die Versicherungsgesellschaften die Autos nämlich in Typenklassen ein. Je „schlechter“ die Typenklasse, umso höher auch die Prämie.
Darüber hinaus gewähren viele Versicherungsgesellschaften einen Prämienbonus für das „begleitete Fahren“ ab dem 17. Lebensjahr.

Die Kfz-Versicherung mit Schwerbehindertenrabatt

Einen gesetzlichen Anspruch auf einen Rabatt für Behinderte bei der Kfz-Versicherung gibt es schon viele Jahre nicht mehr. Allerdings steht es den Versicherern frei, den betreffenden Autofahrern trotzdem einen Schwerbehindertenrabatt zu gewähren: Nachfragen können sich also lohnen! Üblich und verbreitet sind dagegen Behindertenrabatte bei einem Neuwagenkauf. Auch die Kraftfahrzeugsteuer fällt für Behinderte geringer aus, unter bestimmten Voraussetzungen ist sogar eine vollständige Steuerbefreiung möglich.

Der Schadenfreiheitsrabatt

Schadenfreiheits-Rabatte sind sowohl bei der Kfz-Haftpflicht als auch bei der Vollkasko-Versicherung üblich. Ist ein Versicherungsnehmer in einem bestimmten Zeitraum (Jahre) unfallfrei gefahren, stuft ihn die Versicherung in die dazugehörige Schadenfreiheitsklasse (SF Klasse) ein. Je länger er unfallfrei unterwegs ist, desto günstiger fällt die Versicherungsprämie für ihn aus. Da die den SF-Klassen zugeordneten Rabatte von den Versicherern nicht einheitlich definiert werden, fällt die Höhe der Ersparnis sehr unterschiedlich aus.

Die Vertragsoptionen Rabattschutz und Rabattretter

Viele Versicherungsgesellschaften bieten als Vertragsoption einen sogenannten Rabattschutz an. Dadurch wird der Verlust der erworbenen Rabatte im Schadensfall verhindert und der Versicherungsnehmer kommt weiterhin in den Genuss eines stabilen und günstigen Tarifs. Durch diese Zusatzleistung steigt jedoch auch die Prämienhöhe, denn der Rabattschutz wird in der Regel pauschal auf die Prämie aufgeschlagen. Bei vielen Versicherungen kostet der Rabattschutz bis zu 25 Prozent mehr. Der Aufpreis lohnt sich vor allem dann, wenn sich der Schadenfreiheitsrabatt nach einem Schadensfall oder Unfall deutlich reduzieren würde.
In älteren Versicherungsverträgen ist oft noch ein sogenannter Rabattretter enthalten. Er greift automatisch, sobald mindestens Schadenfreiheitsklasse 25 erreicht wurde. Im Schadensfall wird der Versicherungsnehmer dann nur soweit zurückgestuft, dass sich die Versicherungsprämie nicht erhöht. In neuen Versicherungsverträgen wird der Rabattretter jedoch so gut wie gar nicht mehr eingesetzt.

Die Rabattübertragung

Unter bestimmten Voraussetzungen kann ein Schadenfreiheitsrabatt auf einen anderen Versicherungsnehmer übertragen werden. Möglich ist dies jedoch nur bei der Kfz-Haftpflicht und der Vollkaskoversicherung, für die Teilkaskoversicherung ist generell keine Schadenfreiheitsrabattierung vorgesehen. Die Übertragung darf nur unter engen Verwandten (Ehepartner, Geschwister und Kinder) stattfinden. Wurde ein Rabatt einmal übertragen, kann der Vorgang nicht mehr rückgängig gemacht werden. Der bisherige Inhaber der Schadensfreiheitsklasse verliert durch die Übertragung seinen Rabatt.

Die Elektroauto Versicherung

Wer ein Hybridfahrzeug oder ein reines Elektroauto fährt, darf sich bei vielen Versicherungsgesellschaften über einen Ökorabatt freuen. Dieser Nachlass ist für verbrauchs- und schadstoffarme Fahrzeuge vorgesehen und hängt vom jeweiligen CO2-Ausstoß ab. Die Kfz-Versicherer wollen mit dem Ökorabatt umweltschonende und zukunftsweisende Technologien unterstützen.

Der Alleinfahrerrabatt beziehungsweise Einzelfahrerrabatt

Die Kfz-Versicherung ist am günstigsten, wenn ein Versicherungsnehmer als alleiniger Fahrer des Autos eingetragen ist, denn dann profitiert er vom Alleinfahrerrabatt, der auch Einzelfahrerrabatt genannt wird. Die Versicherungsgesellschaften gehen davon aus, dass das Unfallrisiko mit der Anzahl der eingetragenen Fahrer steigt, demzufolge steigt dann also auch die Prämie entsprechend an. Wird der Wagen bei einem Vertrag mit Einzelfahrerrabatt von einem anderen Fahrer als dem Versicherungsnehmer gefahren und kommt es dabei zu einem Unfall, machen die Versicherungen fast immer Regressansprüche geltend. Notfälle wie beispielsweise dringende Fahrten ins Krankenhaus sind davon jedoch nicht betroffen, auch Werkstattmitarbeiter, die eine Probefahrt durchführen, müssen keine Bedenken haben, dass dem Versicherungsnehmer im Falle eines Falles Schwierigkeiten mit der Versicherung drohen.
Generell gilt aber: Wird ein Auto ab einem bestimmten Zeitpunkt von weiteren Personen genutzt, muss der Versicherungsnehmer die Änderung unverzüglich der Versicherungsgesellschaft mitteilen, um keine Vertragsstrafe zu riskieren.

Der Familienrabatt oder Kinderrabatt

Einige Versicherungsgesellschaften gewähren Familien mit minderjährigen Kindern einen Familien- oder Kinderrabatt. Dieser Rabatt basiert auf der Annahme, dass Eltern vorsichtiger, gewissenhafter und besonnener fahren, wenn Kinder im Auto sind. Das Risiko für einen Unfall wird daher von den Kfz-Versicherern als etwas geringer eingestuft. Für Familien mit volljährigen Kindern wird dieser Rabatt in der Regel nicht gewährt, häufig liegt das Höchstalter der Kinder sogar schon bei 14 oder 16 Jahren. Außerdem muss der Nachwuchs im Haushalt der Eltern leben. Für Pflege-, Stief- und Adoptivkinder wird der Rabatt ebenfalls gewährt, sofern sie das Höchstalter nicht überschreiten und im gleichen Haushalt leben. Zieht ein Kind aus oder erreicht es das festgelegte Höchstalter, fällt der Rabatt sofort weg. Er ist zudem meist nur für die Kfz-Haftpflichtversicherung vorgesehen.

Der Ehegatten- und der Partnerrabatt

Wird ein Fahrzeug nur vom Versicherungsnehmer und seinem Ehepartner beziehungsweise Lebenspartner gefahren, räumen viele Versicherungsgesellschaften einen Partnerrabatt ein. Für die Inanspruchnahme des Rabattes werden beide Personen namentlich in den Versicherungsvertrag aufgenommen.
Bedingung ist in der Regel, dass das Paar in häuslicher Gemeinschaft lebt. Die Versicherungsgesellschaften gehen in diesem Fall von einem verminderten Unfallrisiko aus, da beide Personen mit dem Fahrzeug vertraut sind. Und auch hier gilt wieder: In Notsituationen, also beispielsweise für dringende Fahrten ins Krankenhaus, darf seitens der Versicherung auch eine andere Person das Auto fahren. In manchen Fällen kann der Partnerrabatt auch mit anderen Nachlässen kombiniert werden. Leben beispielsweise minderjährige Kinder im Haushalt, wäre zusätzlich ein Familien- oder Kinderrabatt möglich.
Doch aufgepasst: Der Partnerrabatt darf nicht mit dem Ehepartnerrabatt verwechselt werden, der bei der Anmeldung eines Neuwagens eine Rolle spielt! Beim Ehepartnerrabatt nutzt ein Ehepartner den Schadenfreiheitsrabatt des anderen, um einen Neuwagen erstmalig zu versichern.

Der Wenigfahrer-Rabatt

Die Anzahl der Kilometer, die jedes Jahr mit einem versicherten Auto gefahren werden, hat ebenfalls einen großen Einfluss auf die Versicherungsprämie. Hier gilt ganz klar der Grundsatz: Wer weniger fährt, zahlt auch weniger für die Kfz-Versicherung. Schließlich ist bei einer nicht so hohen Fahrleistung auch ein statistisch niedrigeres Unfallrisiko zu erwarten. Zur Berechnung des Beitrags und des Wenigfahrer-Rabatts gehen die Kfz-Versicherer üblicherweise mit Kilometerangaben in Tausender-Schritten vor. Der Wenigfahrer-Rabatt gehört zu den Vergünstigungen, mit denen bei der Kfz-Versicherung am meisten gespart werden kann. Natürlich kann kein Autofahrer exakt vorhersagen, wie viele Kilometer er in einem Jahr fahren wird, so dass es sich bei der vertraglich festgehaltenen Kilometerangabe zunächst um einen Schätzwert handelt. Wird die Kilometeranzahl jedoch überschritten, muss der Versicherungsnehmer mit einer Nachzahlung rechnen. Gibt der Versicherungsnehmer bewusst und vorsätzlich eine zu niedrige Kilometerzahl an, drohen sogar hohe Vertragsstrafen.

Der Zweitwagenrabatt

Wer mehr als nur ein Kfz bei einer Versicherungsgesellschaft angemeldet hat, kann bei jedem zusätzlichen Fahrzeug von einem Zweitwagenrabatt profitieren. Dafür müssen die Fahrzeuge nicht zwingend bei ein und derselben Versicherungsgesellschaft angemeldet sein. Einige Versicherungen bieten die lukrativen Sonderkonditionen für Zweitwagen aber nur dann an, wenn auch beide Fahrzeuge bei Ihnen versichert werden.
Ein Zweitwagenrabatt kann beispielsweise dann attraktiv sein, wenn zusätzlich zum Familienauto ein Cabrio für den Sommer angeschafft wird oder Eltern einen Zweitwagen versichern, der dann von den erwachsenen Kindern gefahren wird. Wenn ein zusätzliches Auto hinzukommt, bleibt der Versicherungsvertrag des ersten Fahrzeugs davon völlig unberührt. Üblicherweise gilt für einen Zweitwagen zu Beginn die Schadenfreiheits-Klasse ½. Bei vielen Kfz-Versicherern ist jedoch auch eine Zweitwagenregelung mit besserer Einstufung möglich. Einige Versicherungen bieten sogar an, den Zweitwagen wie den Erstwagen zu versichern. Das lohnt sich vor allem dann, wenn das erste Auto bereits in einer sehr günstigen SF-Klasse eingestuft ist.
Der Begriff Zweitwagen ist übrigens nicht wörtlich zu nehmen, denn er beschreibt grundsätzlich jedes nach dem Erstwagenhinzugekommene Fahrzeug, wobei der tatsächlichen Anzahl keine Grenzen gesetzt sind. Und auch Fahrzeuge wie Motorräder und Quads gelten als Zweitwagen.

Der Fahrerkreisrabatt oder Nutzerkreisrabatt

Ein Fahrerkreisrabatt wird dem Versicherungsnehmer grundsätzlich auf den angegebenen Personenkreis gewährt. Die Fahrer des Wagens müssen vorab einige Kriterien erfüllen, damit die Versicherungsgesellschaft einen Tarif zu günstigen Konditionen anbieten und das Risiko besser kalkulieren kann. Die Anzahl der Fahrer spielt dabei weniger eine Rolle, vielmehr achten die Kfz-Versicherer meist auf ein Mindestalter der Fahrer oder darauf, wie lange sie bereits in Besitz eines Führerscheins sind. Gerade bei sehr jungen Fahrern stufen die Versicherungen das Unfallrisiko nämlich etwas höher ein. Die Alters-Untergrenze liegt bei den meisten Kfz-Versicherungen bei 23 Jahren.
Wenn sich der Personenkreis, der das Fahrzeug nutzt, ändert, kommt es entweder zu einer Reduzierung oder zum kompletten Wegfall des Fahrerkreisrabattes. Er kann übrigens für alle Kfz-Versicherungen eingeräumt werden, also sowohl für die Haftpflicht als auch für Teil- und Vollkasko. Eine Kombination mit anderen Rabatten ist ebenfalls möglich, was zu einer noch höheren Ersparnis beiträgt.

Der Eigenheimbesitzerrabatt

Wer eine selbst genutzte Immobilie (Ein- oder Mehrfamilienhaus, Eigentumswohnung) besitzt, kommt häufig in den Genuss eines Eigenheimbesitzerrabatts. Grund: Auch hier werden die Versicherungsnehmer von den Gesellschaften in eine eher risikoarme Personengruppe eingestuft. Besonders interessante Konditionen erhalten bei einigen Versicherungen Immobilienbesitzer, die ihre Wohngebäudeversicherung ebenfalls bei der jeweiligen Gesellschaft abgeschlossen haben.

Der Frauenrabatt oder Lady-Rabatt

Frauen erhielten lange Zeit günstige Kfz-Versicherungskonditionen, da sie laut Statistik weniger in Unfälle verwickelt sind als Männer. Ende 2012 war mit dem Frauen- oder Lady-Rabatt jedoch Schluss: Der Europäische Gerichtshof sah ihn als diskriminierend an und verbot ihn. Neue Verträge werden seitdem nur noch als Unisex-Tarif abgeschlossen.

Die Mehrfachpolicen-Rabatte

Wer schon einige Jahre bei einer Versicherungsgesellschaft als Kunde registriert ist oder gleich auf einen Schlag mehrere Verträge bei einem Versicherungsunternehmen abschließt, wird dafür in der Regel mit einem satten Rabatt belohnt. Diese Vergünstigung wird oft auch als Treuerabatt oder als Bündelrabatt bezeichnet. Da sich der Rabatt oft auf alle Versicherungspolicen erstreckt, ist das Sparpotenzial für den Versicherungsnehmer oft erheblich.

Der Garagenrabatt und der Carport-Rabatt

Wer eine abschließbare Garage oder zumindest ein Carport besitzt, hat gut lachen, denn dann darf er sich bei vielen Kfz-Versicherungen ebenfalls über Rabatte freuen. Das Grundprinzip ist einfach: Je geschützter ein Wagen steht, desto größer ist auch die Vergünstigung. Wird das Fahrzeug nämlich nicht am Straßenrand, sondern in einer Garage oder eben in einem Carport untergebracht wird, ist es viel besser vor Witterungseinflüssen, Diebstahl und Vandalismus geschützt. Bei einer abschließbaren Garage fällt das Sparpotenzial allerdings deutlich höher aus als bei einem klassischen Carport, denn beim Abstellen unter dieser offenen Konstruktion bleibt das Auto nach wie vor für jeden zugänglich und es unterliegt hier auch äußeren (Witterungs-)Einflüssen. Ob tatsächlich eine Garage oder ein Carport vorhanden ist, wird zwar von den Versicherungsgesellschaften äußerst selten vor Ort überprüft, kommt es allerdings zu einem Schadensfall, weil das Fahrzeug nicht gemäß Vertragsbedingungen untergebracht wurde, drohen Vertragsstrafen. Das alleinige Vorhandensein einer Garage oder eines Carports reicht ebenfalls nicht aus: Das Fahrzeug muss auch dort untergestellt werden.

Weitere Rabatte, die für Autofahrer interessant sein könnten

Neben diesen, besonders verbreiteten und lohnenswerten Rabatten gibt es noch eine ganze Reihe an weiteren Vergünstigungen, die je nach individueller Situation für Autofahrer interessant sein können.
Nachfolgend stellen wir die jeweiligen Rabatte in einem kurzen Überblick vor.

Rabatte für bestimmte Personengruppen

Angehörige von Berufsgruppen, die von den Versicherungsgesellschaften als besonders risikoarm eingestuft wurden, können einen Berufsgruppen-Rabatt erhalten. Dazu gehören, wie oben schon dargestellt, in erster Linie Angestellte im öffentlichen Dienst und Beamte, aber auch Landwirte, Richter, Angestellte bestimmter privater Unternehmen, die früher meist in staatlicher Hand waren (beispielsweise Bahn und Telekom) sowie Versicherungsangestellte. Statistisch gesehen fahren Angehörige dieser Berufsgruppen mit weniger Risiko.
Apropos Bahn: Kann ein Versicherungsnehmer eine Bahncard oder eine Jahreskarte für den öffentlichen Nahverkehr vorweisen, wird ihm häufig ein Bus- und Bahnfahrer-Rabatt eingeräumt.
Der Erstbesitzerrabatt richtet sich dagegen an alle Erstbesitzer eines Wagens und ist quasi mit dem Neuwagenrabatt identisch. Ausnahme: Bei einigen Kfz-Versicherern ist der Neuwagenrabatt auch bei Jahreswagen möglich.
Der Treue-Rabatt wird bei einigen Kfz-Versicherern mit dem Mehrpolicen-Rabatt gleichgesetzt, beschreibt aber eigentlich eine andere Vergünstigung. Die Kfz-Versicherer gewähren bei einem Fahrzeugwechsel nämlich oft dann einen Treue-Rabatt, wenn der neue Wagen auch wieder bei der gleichen Gesellschaft versichert wird.
Und dann ist da noch der Fahrzeughalterrabatt. Normalerweise ist der Halter auch der Versicherungsnehmer, was gerade für Fahranfänger sehr teuer werden kann. Darum tritt oft ein Elternteil als Versicherungsnehmer auf. Sind Halter und Versicherungsnehmer jedoch identisch, ist ein sogenannter Fahrzeughalterrabatt möglich.

Rabatte als „Belohnung“ für ein bestimmtes Verhalten

Kann ein Versicherungsnehmer nachweisen, dass er mit Erfolg an einem (anerkannten) Fahrsicherheitstraining teilgenommen hat, werden ihm einige Versicherungen einen Sicherheitstraining-Rabatt einräumen. Dies ist besonders für Fahranfänger interessant, denn sie können auf diese Weise leicht in den Genuss einer niedrigeren Prämie kommen.
Die meisten Versicherungsunternehmen verlangen keinen Zuschlag, wenn Punkte aus Flensburg auf dem Konto des Versicherungsnehmers landen. Es gibt jedoch Ausnahmen: Vereinzelt bitten Kfz-Versicherer die Punktesünder nämlich tatsächlich deutlich stärker zu Kasse. Im Umkehrschluss bedeutet dies aber auch, dass jene Autofahrer, die nicht in der Flensburger Sünderkartei stehen, in den Genuss eines Punkte-Rabattes kommen können.
Zu guter Letzt kann mit einer sogenannten Verwendungsklausel vertraglich festgehalten werden, dass ein Fahrzeug nur zu privaten Zwecken genutzt wird. Diese rein private Nutzung ermöglicht Versicherungsnehmern bei einigen Gesellschaften ebenfalls einen interessanten Rabatt.

Auch ältere Versicherungsverträge regelmäßig unter die Lupe nehmen

Ein Blick auf die möglichen Rabatte ist nicht nur für jene Autofahrer zu empfehlen, die ihr Fahrzeug neu versichern lassen wollen, sondern auch für Versicherungsnehmer mit älteren und/oder schon länger laufenden Versicherungsverträgen. Wer nicht aufpasst, läuft nämlich Gefahr, lukrative Rabatte zu verpassen. Vielleicht ist der Fahrerkreis ja gar nicht mehr aktuell, weil die erwachsenen Kinder längst aus dem Haus sind, vielleicht ist auch die jährliche Kilometerleistung drastisch gesunken, weil der Versicherungsnehmer mittlerweile für den Weg zur Arbeit das Fahrrad nutzt. Darüber hinaus sollten sich Autofahrer die Frage stellen, ob ihnen die freie Werkstattwahl wirklich noch wichtig ist, oder ob ein Werkstattbindungs-Rabatt nicht eine sinnvolle Überlegung wäre. Möglicherweise bietet ja auch ein anderes Versicherungsunternehmen als der bisher gewohnte Kfz-Versicherer interessantere Rabatte an. Ein Vergleich zwischen den unterschiedlichen Rabattangeboten kann niemals schaden.

Wer sich im Rabatt-Dschungel auskennt, kann kräftig sparen

Die zahllosen unterschiedlichen Tarife in der Kfz-Versicherung sorgen bei Versicherungsnehmern immer wieder für jede Menge Verwirrung. Rabatte können, müssen aber nicht eingeräumt werden und variieren in der Höhe oft sehr stark. Wer jedoch weiß, welche Rabatte überhaupt üblich und machbar sind, kann bei den Kfz-Versicherern gezielt nachfragen und auf diese Weise bares Geld sparen. Allerdings sollte sich auch jeder Versicherungsnehmer bewusst sein, dass ein Verstoß gegen die Vertragsbedingungen nicht nur einen Wegfall des Rabatts bedeutet, sondern in vielen Fällen auch eine saftige Vertragsstrafe.