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Foto von Kurzzeitkennzeichen (gelben Schildern)

Das Kurzzeitkennzeichen einfach erklärt

Bei Kurzzeitkennzeichen handelt es sich um Nummernschilder, die im Zuge einer zeitlich begrenzten Kfz-Zulassung ausgestellt werden. Laut Gesetz sind damit Überführungs-, Probe- und Prüfungsfahrten möglich.

Erfahren Sie im nachfolgenden Text, wie Kurzzeitkennzeichen beantragt werden, welche Voraussetzungen dafür erfüllt sein müssen und wie Sie die Nummernschilder am besten für Ihre Zwecke nutzen können.

Wir möchten an dieser Stelle jedoch darauf hinweisen, dass das Kurzzeitkennzeichen seit April 2014 neuen Bestimmungen unterliegt. Diese wirken sich gravierend auf den Nutzungsspielraum aus.

Das Wichtigste in Kürze

Maximale Laufzeit: 5 Tage
Voraussetzungen: TÜV, Abmeldung
Versicherung: Haftpflichtversicherung
Ort der Zulassung: Wohnort / Standort des Fahrzeugs
Kosten: Insgesamt etwa 60,- Euro

Anpassung der Zulassungsverordnung im Jahre 2014

Vor einigen Jahren konnte das Kurzzeitkennzeichen im vereinfachten Zulassungsverfahren ausgestellt werden. Dabei wurde die Zulassung ohne Bindung an ein Fahrzeug herausgegeben. Stattdessen wurde ein roter Fahrzeugschein ausgehändigt, den der Besitzer ganz einfach selbst ausfüllen konnte. So bestand die Möglichkeit, ein X-beliebiges abgemeldetes Kfz innerhalb Deutschlands zuzulassen und bewegen zu können. Dafür wurde nicht einmal ein gültiger TÜV vorausgesetzt. Die Fahrzeuge mussten lediglich verkehrssicher sein.

Dieses Zulassungsverfahren bot Spielräume, die von einzelnen Personenkreisen missbraucht wurden. Es kam beispielsweise zu verbotenen Fernzulassungen in anderen Staaten – oder zu einer fälschlichen Neuauslegung des Begriffs „Verkehrssicherheit“, der die Überführung von verkehrsuntauglichen Fahrzeugen nach sich zog.

Um diesen Verhaltensweisen Einhalt zu gebieten, wurde die Zulassungsverordnung für Kurzzeitkennzeichen grundlegend verändert. Heutzutage wird ein gewöhnlicher und nicht ausfüllbarer Fahrzeugschein ausgestellt, der bereits an ein Fahrzeug gebunden ist. Das heißt auch, dass die Zulassungsunterlagen vollständig sein müssen. Außerdem muss das Fahrzeug die Hauptuntersuchung bestanden haben, sofern eine Überführungsfahrt geplant ist. Ausnahmen gelten nur dann, wenn die Kurzzeitkennzeichen für die Fahrt zur Hauptuntersuchung oder zur Beseitigung von Mängeln gedacht ist. Hier gilt dann jedoch eine regionale Einschränkung, die im ausgestellten Fahrzeugschein vermerkt wird.

Optik des Kurzzeitkennzeichens

Das wohl auffälligste Merkmal des Kurzzeitkennzeichens ist der gelbe Balken auf der rechten Seite, in dem sich das Ablaufdatum befindet. Die drei eingeprägten Ziffern ergeben von oben nach unten gelesen Tag, Monat und Jahr des letzten Tages der Zulassung. So können Behörden schon aus der Ferne überprüfen, ob die Nummernschilder gültig sind. Denn sobald das Ablaufdatum überschritten wurde, darf sich das Kfz nicht mehr auf öffentlichen Straßen, Plätzen und Wegen befinden geschweige denn bewegen.

Weiterhin weist das Kurzzeitkennzeichen die Abkürzung des Wohnorts sowie eine zufällige Ziffernfolge, beginnend mit 03 oder 04, auf. Die beiden Elemente werden durch eine blaue Plakette voneinander getrennt. Die Nummernschilder enthalten weder die Europlakette noch ein TÜV-Zeichen.

Zulassung von Kurzzeitkennzeichen

Die Zulassung von Kurzzeitkennzeichen kann seit 2014 sowohl am Fahrzeugstandort als auch am Wohnort des Zulassenden erfolgen. Benötigt werden, neben einem gültigen Personalausweis oder Reisepass, die Fahrzeugpapiere sowie ein aktueller Bericht über die bestandene Hauptuntersuchung. Die obligatorische Versicherungsbestätigung kann als eVB (elektr. Versicherungsbestätigung) formlos genannt oder vorgezeigt werden.

Nicht gänzlich geklärt ist die Frage, ob Kopien der Fahrzeugunterlagen ausreichend sind. Tatsächlich ist es im Falle eines bevorstehenden Kaufs schwierig, die Zulassungsbescheinigungen Teil I und II als Originale zu erhalten. Deshalb akzeptieren einige Zulassungsstellen das Einreichen von Duplikaten. Es kann jedoch nicht garantiert werden, dass diese Vorgehensweise von jeder Behörde umgesetzt beziehungsweise akzeptiert wird. Deshalb ist empfehlenswert, im Zweifel vorab bei der Zulassungsstelle anzufragen.

Zulassung ohne TÜV

Sollte ein Fahrzeug keinen gültigen TÜV haben, dürfen Überführungs- oder Probefahrten nicht durchgeführt werden. Ein entsprechender Vermerk wird im Zuge der Zulassung in den Fahrzeugschein eingetragen werden.

Möglich ist es jedoch, das Fahrzeug mit dem Kurzzeitkennzeichen ohne TÜV direkt zu einer Prüfstelle zu befördern, um die Hauptuntersuchung durchführen zu lassen. Wird diese bestanden, entfallen die von der Zulassungsstelle vorgegebenen Beschränkungen. Fällt das Fahrzeug hingegen durch, darf das Kurzzeitkennzeichen zur Weiterfahrt in eine Werkstatt genutzt werden, um die Mängel beseitigen lassen zu können. Diese Fahrt zur Werkstatt ist auch direkt, also ohne vorherige Fahrt zum TÜV, möglich.

Wichtiger Hinweis: Diese Fahrt ohne TÜV ist nur innerhalb des Bezirks der Zulassungsstelle möglich. Wer ein Auto aus einem anderen Zulassungsbezirk ohne TÜV bewegen möchte, muss für die Zulassung die dort zuständige Behörde aufsuchen.

Ein wichtiger Faktor ist dabei die Beschränkung des Aktionsradius. Denn bei direkten Fahrten zur Hauptuntersuchung darf sich das Fahrzeug lediglich im eigenen Zulassungsbezirk befinden. Bei Fahrten zur Fachwerkstatt dürfen der eigene Zulassungsbezirk sowie angrenzende Bezirke befahren werden.

Wichtig: Die Routen sollten plausibel sein. Wer sich mit dem eingangs erwähnten Vermerk bei Vergnügungs- oder Überführungsfahrten erwischen lässt, muss mit Strafen rechnen. Außerdem kann die Weiterfahrt dann untersagt werden.

Kurzzeitkennzeichen Kosten

Die Kosten für Kurzzeitkennzeichen setzen sich aus drei Faktoren zusammen.

  1. Die ZulassungsgebührenDiese Gebühren müssen bei der Zulassungsstelle entrichtet werden. Sie liegen zwischen 13,- Euro und 14,- Euro.
  2. Die Kosten für die SchilderprägungHier lohnt der Vergleich zwischen den lokalen Schilderhändlern. Üblicherweise werden für die Schilderprägung etwa 16,- Euro aufgerufen.
  3. Die Kosten für die Versicherung: Hier variieren die Preise teilweise sehr stark. Während die altmodischen Doppelkarten auch für über 60,- Euro gekauft werden können, gibt’s eVB-Nummern im Internet für weniger als 30,- Euro. Teilweise können Ersparnisse durch die Verringerung der Laufzeit (1 Tag, 3 Tage, 5 Tage) sowie durch die Individualisierung der Versicherung hinsichtlich der Fahrzeugart erzielt werden.

Rotes Kennzeichen vs. Kurzzeitkennzeichen

Nicht selten taucht die Frage auf, ob statt des Kurzzeitkennzeichens nicht einfach ein Händlerkennzeichen (Rotes Kennzeichen) genutzt werden kann. Das funktioniert nicht beziehungsweise kann zu Problemen führen.

Denn das rote Kennzeichen ist ausschließlich Autohändlern vorbehalten. Diese dürfen mit den Schildern Fahrzeuge überführen oder überprüfen und müssen diese Einsätze genauestens dokumentieren. Lediglich bei Probefahrten mit einem Fahrzeug aus dem Bestand des Händlers kann das rote Kennzeichen zum Einsatz kommen. Der Missbrauch der Schilder, also beispielsweise durch Verleihen, steht unter Strafe und kann beispielsweise zu einer Beschlagnahmung der roten Kennzeichen führen.

Das bedeutet: Privatpersonen haben keine Alternative zum Kurzzeitkennzeichen. Wer das rote Kennzeichen für private Überführungen nutzt, riskiert Bußgelder sowie die Schilder des Autohändlers.

Auslandsfahrten mit dem Kurzzeitkennzeichen

Wer mit dem Kurzzeitkennzeichen ins Ausland fahren möchte, muss einige Besonderheiten beachten. Denn im Gegensatz zum Ausfuhrkennzeichen ist das Kurzzeitkennzeichen nicht explizit für die Fahrt über die Grenze vorgesehen. Zwar bestehen Abkommen mit anderen Ländern, die derartige Vorhaben möglich machen sollten. Diese Abkommen enthalten jedoch lediglich Empfehlungen und keine Verpflichtungen. Schlimmstenfalls kann das Fahren mit Kurzzeitkennzeichen im Ausland also Bußgelder oder gar Stilllegungen des Kraftfahrzeugs nach sich ziehen.

Generell ist es empfehlenswert, beim Kauf der Kurzzeitkennzeichen-Versicherung eine Grüne Karte zu ordern. Das Mitführen dieser ist zwar nicht mehr Pflicht. Sie kann dennoch als Nachweis für eine gültige Haftpflichtversicherung genutzt werden, wenn es zu einem Schadensfall kommt. Außerdem enthält sie Kontaktdaten der Schadensbüros, die bei der Abwicklung sowie Fragen zur Seite stehen können.

Jedwede Auslandsreise mit dem Kurzzeitkennzeichen sollte im Vorfeld gründlich vorbereitet werden. Auf kfz-serviceportal.de erhalten Sie Informationen zu den Eigenarten der verschiedenen Länder und können sich außerdem informieren, wie der Sachstand zum Thema Kurzzeitkennzeichen und Ausland ist. Im Zweifel sollten Sie auf das Ausfuhrkennzeichen zurückgreifen, mit dem das Exportieren von Kraftfahrzeugen deutlich einfacher und sicherer ist.

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