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Das rote Händlerkennzeichen / die rote Nummer

In Deutschland gibt es verschiedenste Kfz-Kennzeichen, die sich nicht nur in ihren Ortskürzeln, sondern auch in ihrem Aussehen und den zugrundeliegenden Verwendungsvoraussetzungen teils stark voneinander unterscheiden. Ein solches Sonderkennzeichen ist das rote Händlerkennzeichen. In welchen Fällen und mit welchem Nutzen dieses am Fahrzeug angebracht wird, soll im folgenden Artikel näher beleuchtet werden.

Voraussetzungen und Vorteile eines roten Kennzeichens

Fahrzeuge, die keine offizielle Zulassung haben, dürfen trotzdem unter bestimmten Bedingungen im öffentlichen Straßenverkehr bewegt werden – hierfür benötigen sie jedoch ein rotes Kennzeichen. Dieses wird nur an Gewerbetreibende ausgestellt. Privatpersonen benötigen für die Überführung ihres nicht zugelassenen Fahrzeugs stattdessen ein Kurzzeitkennzeichen, das eine Gültigkeit von bis zu fünf Tagen besitzt. Das rote Kennzeichen, das aufgrund seiner gewerblichen Nutzung auch Händlerkennzeichen genannt wird, ist hingegen für die Dauer eines Jahres gültig und kann im Anschluss durch eine Zuverlässigkeitsprüfung auf unbefristete Zeit verlängert werden. Ehe ein rotes Kennzeichen ausgestellt wird, müssen allerdings einige Voraussetzungen erfüllt sein. Einen allgemeinen Rechtsanspruch gibt es hierbei nicht.

Um bei der Beantragung des Sonderkennzeichens den Bedarf und die nötige Zuverlässigkeit nachzuweisen, müssen neben dem Gewerbeschein und einer gültigen Versicherungsbescheinigung zudem, abhängig von der jeweiligen Kfz-Zulassungsstelle, diverse Unterlagen vorgelegt werden:

  • Auszug aus dem Bundeszentralregister (Führungszeugnis)
  • Auszug aus dem Verkehrszentralregister
  • Auszug aus dem Gewerbezentralregister
  • Unbedenklichkeitsbescheinigung vom Finanzamt
  • Auszug aus der Schuldnerkartei beim Amtsgericht
  • Unbedenklichkeitsbescheinigung vom Steueramt
  • Nachweis über vorhandene Betriebsfläche

Liegen diese Dokumente vor und entsprechen sie den Richtlinien, kann der Gewerbetreibende alle seine Fahrzeuge steuerbegünstigt mit dem roten Kennzeichen zwecks Probe- oder Prüffahrten (einzeln) im öffentlichen Straßenverkehr bewegen. Das Händlerkennzeichen ist also an keinem bestimmten Auto zugeordnet und kann daher flexibel wie ein Wechselkennzeichen für mehrere Kraftfahrzeuge genutzt werden.

Auch Besitzer historischer Fahrzeuge können unter bestimmten Auflagen ein rotes Kennzeichen erhalten und so im Wechsel mit verschiedenen Oldtimern zu Ausstellungen, Treffen oder Rallyes fahren. Voraussetzung hierfür ist, dass sich die Fahrzeuge im unveränderten und verkehrssicheren Zustand befinden. Außerdem muss die Teilnahme an den Oldtimerveranstaltungen nachgewiesen werden und ersichtlich sein, dass die Fahrten dem Zweck dienten, kraftfahrzeugtechnisches Kulturgut zu präsentieren – dabei handelt es sich allerdings um das sogenannte 07er-Kennzeichen.

Besondere Merkmale des roten Kennzeichens

Kennzeichnend für das Händlerkennzeichen, das Norm-Maß hat, ist seine rote Schrift und die ebenfalls in Rot gehaltene Umrandung. Wie normale Kfz-Kennzeichen beginnt es mit dem jeweiligen Zulassungskürzel der Region. Darauf folgt eine maximal fünfstellige Erkennungsnummer, die bei Prüforganisationen mit einer „05“, bei Herstellern, Werkstätten und Händlern von Kraftfahrzeugen mit „06“ und bei Oldtimern mit der „07“ beginnt. Eine zusätzliche Buchstabenkombination gibt es nicht.

Wichtig ist außerdem, dass jede Fahrt zuvor in einem Fahrzeugscheinheft vermerkt wird. Dabei müssen unter anderem Angaben zum Tag, der Uhrzeit, dem Fahrzeugtyp, der Fahrtstrecke und dem Fahrzeugführer gemacht werden. Auch der Zweck der Fahrt muss genau genannt werden. Nur wenn all diese Informationen im Fahrtenbuch klar dokumentiert wurden, greift im Schadensfall der Versicherungsschutz.

Anfallende Kosten für die Beantragung

Ein rotes Kennzeichen kann unter Vorlage der oben genannten Dokumente bei der Kfz-Zulassungsstelle beantragt werden. Die Kosten sind dabei unterschiedlich hoch und können je nach Region und dem nötigen Verwaltungsaufwand variieren. In der Regel muss jedoch mit einem Betrag von 150 bis 200 Euro gerechnet werden. Das rote H-Kennzeichen für Oldtimer kostet etwa 50 Euro. Um richtig kalkulieren zu können, ist im Vorhinein eine Kostenanfrage ratsam. Zulassungsstellen in Ihrer Nähe finden Sie mit wenigen Klicks im Kfz-Serviceportal – unkompliziert und ohne vorherige Registrierung.

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