Das H-Kennzeichen für Oldtimer – Vorteile und Infos

In Deutschland gibt es ein breit gefächertes Angebot an Kfz-Kennzeichen. Neben dem klassisch schwarz-weißen Kennzeichen existieren viele Sonderformen, wie das H-Kennzeichen (historisches Kennzeichen), das Oldtimer-Halter seit 1997 beantragen können. Wie dieses aufgebaut ist und welche Vorteile es bietet, zeigt der nachfolgende Artikel.


Vorteile und Voraussetzungen für das Oldtimer-Kennzeichen

Damit ein Fahrzeug als Oldtimer eingestuft wird, muss es zunächst von einem Sachverständigen einer Prüfstelle wie der DEKRA oder dem TÜV begutachtet werden. Besonderes Augenmerk wird hierbei auf den Erhaltungszustand gelegt: das Fahrzeug, dessen Erstzulassung mindestens 30 Jahre zurückliegen muss, sollte sich möglichst im Originalzustand befinden. Umfangreiche Umbauten und unzeitgenössische Restaurierungen wie ein neuer, modellfremder Motor können daher schnell zu einem negativen Gutachten führen, sodass der Wagen nicht als kraftfahrzeugtechnisches Kulturgut anerkannt wird. Nachrüstungen, die das Abgassystem betreffen und auf diese Weise die Umwelt schonen, sind jedoch generell zulässig. Grundsätzlich ist es empfehlenswert, Originalbelege, Prospekte und jegliche Unterlagen, die als Nachweis für den Ursprungszustand des Fahrzeugs und die Zulässigkeit der vorgenommenen Änderungen dienen könnten, aufzubewahren.

Vorteilhaft ist das Oldtimer-Kennzeichen vor allem aufgrund der in den meisten Fällen geringer ausfallenden, jährlichen Kfz-Steuer von 191,73 Euro (Stand 2018). Für viele Benziner mit einem Hubraum bis 800 ccm ist dieser pauschale Steuersatz jedoch sogar teurer als die Besteuerung bei einer normalen Zulassung, sodass sie auf die Beantragung eines H-Kennzeichens für ihren Wagen verzichten. Ein weiterer Vorzug, den dieses Sonderkennzeichen mit sich bringt, besteht darin, dass sich ein historisches Fahrzeug auch ohne eine entsprechende Umweltplakette in jeder Umweltzone bewegen darf – ungeachtet ihrer Schadstoffklasse.

Besondere Merkmale des H-Kennzeichens

Das Kennzeichen für Oldtimer unterscheidet sich grundsätzlich nur in einem Punkt vom gewöhnlichen Kfz-Kennzeichen: am rechten Rand, angehängt an die beliebige Zahlenkombination, befindet sich ein „H“, das kenntlich macht, dass es sich bei dem Fahrzeug um ein historisches Kulturgut handelt. Der schlichte, schwarze Buchstabe dient dabei längst als echtes Statussymbol.

Dem Kraftfahrt-Bundesamt zufolge gab es Anfang des Jahres 2017 deutschlandweit insgesamt 430.590 Kraftfahrzeuge und Anhänger mit einem solchen Historienkennzeichen. Im Gegensatz zum roten 07-Kennzeichen, das zu diesem Zeitpunkt etwa 60.000 Zulassungen hatte und Schätzungen zufolge durchschnittlich für drei Fahrzeuge genutzt wird, ist das H-Kennzeichen für den Dauerbetrieb eines Fahrzeugs ausgelegt, nicht nur für die vereinzelte Teilnahme an Oldtimer-Veranstaltungen.

Seit dem 01.10.2017 besteht zusätzlich die Möglichkeit, das H-Kennzeichen nur saisonal, also für zwei bis elf Monate, zuzulassen. Die Kfz-Steuer muss in diesem Fall nur anteilig gezahlt werden, sodass hier weitere Einsparungen möglich sind. Es wird damit gerechnet, dass diese neue Regelung großen Anklang finden wird.


Unterlagen und Kosten für die Beantragung

Die Kosten für eine Beantragung des H-Kennzeichens können je nach Kfz-Zulassungsstelle variieren. Für die Zulassung werden meist etwa 30 Euro berechnet, gegebenenfalls kommen 12,80 Euro für die Wahl eines Wunschkennzeichens hinzu. Die nötige Hauptuntersuchung kostet ungefähr 70 Euro und das Gutachten, das je nach Fahrzeugart aufwändiger sein kann, circa 100 Euro.

Bei der Beantragung mitzubringen sind folgende Unterlagen:

 
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