Ausfuhrkennzeichen Versicherung

Die Ausfuhrkennzeichen-Versicherung – Informationen & Preisvergleich

Die Ausfuhrkennzeichen-Versicherung wird immer dann benötigt, wenn ein Kraftfahrzeug aus Deutschland aus eigener Kraft – also per Straßenverkehr – exportiert werden soll. Welche Besonderheiten es dabei gibt und wo Sie die günstigsten Angebote finden, zeigt Ihnen das Kfz-Serviceportal.

Was ist eine Ausfuhrkennzeichen-Versicherung?

In nahezu allen Ländern der Welt ist es Pflicht, dass ein Kraftfahrzeug im Straßenverkehr wenigstens mit einer Kfz-Haftpflichtversicherung ausgestattet ist. Diese Regelung entstammt der Tatsache, dass die Schäden bei Unfällen häufig ungeahnte Dimensionen erreichen, die kaum ein Mensch aus eigener Tasche zahlen könnte. Folglich würden Unfallgegner auf den Schäden oder gar Krankenhauskosten sitzen bleiben.

Die Ausfuhrkennzeichen-Versicherung ist nichts anderes als eine Kfz-Haftpflichtversicherung mit einigen Besonderheiten. Welche das sind und was Sie beim Kauf unbedingt beachten sollten, erfahren Sie unter den nachfolgenden Punkten.

Sollten Sie Informationen zur Zulassung von Ausfuhrkennzeichen, zu den Nutzungsarten oder den steuerrechtlichen Aspekten benötigen, besuchen Sie bitte folgenden Link:

Laufzeiten und Fahrzeugarten

Für den Zulassungszeitraum von Ausfuhrkennzeichen fallen Kfz-Steuern an, die über ein SEPA-Lastschriftmandat zu entrichten sind. Dies sollte bei der Wahl der Ausfuhrkennzeichen-Versicherung hinsichtlich der Laufzeit beachtet werden.

Die Laufzeiten der Ausfuhrkennzeichen-Versicherungen werden in verschiedene Bereiche eingeteilt. Wer das Kennzeichen für einen Monat oder weniger benötigt, hat bei einigen Anbietern die Wahl zwischen einer Laufzeit von 9, 15 oder 30 Tagen. Weitere Laufzeiten können dann in monatlichen Schritten erworben werden – bis zu einem Maximum von genau 12 Monaten. Das Ablaufdatum wird – ähnlich wie beim Kurzzeitkennzeichen – am rechten Rand der Nummernschilder auf rotem Grund dargestellt.

Nicht alle Versicherungsvermittler oder Versicherungsgesellschaften bieten Ausfuhrkennzeichen-Versicherungen zu den oben genannten Laufzeiten an. Sollte ein bestimmter Zeitraum benötigt werden, kann der Vergleich verschiedener Händler lohnen.

In einigen Fällen haben Kunden übrigens die Möglichkeit, die Ausfuhrkennzeichen-Versicherung für individuelle Fahrzeugarten wählen zu können. Hier besteht der Vorteil in der Tatsache, dass Typen wie Pkws und Anhänger günstiger als beispielsweise Lkws zu versichern sind.

Deckungssummen

Prinzipiell gelten die gesetzlich vorgeschriebenen Mindestdeckungssummen der Versicherer, sofern diese für ein das Zielland überhaupt existieren. Es ist allerdings darauf zu achten, dass für einige Länder keine Deckung angeboten wird. Auf diesen Umstand wird entweder beim Kauf hingewiesen – oder aber das betroffene Land ist auf der Grünen Karte gestrichen respektive gar nicht aufgeführt. Unter dem Punkt „Nicht gedeckte Länder“ erhalten Sie weitere Informationen zur Verfahrensweise, wenn die Ausfuhrkennzeichen-Versicherung keine Gültigkeit in einem Land besitzt.

Weitere generelle Informationen zu den Deckungssummen erhalten Sie unter folgendem Link:

Vollkasko und Teilkasko

Die Ausfuhrkennzeichen-Versicherung ist ausschließlich auf eine Kfz-Haftpflichtversicherung beschränkt. Da das Fahrzeug für den Export zugelassen wird und deshalb höchstwahrscheinlich keine erneute inländische Zulassung (Stichwort: Anschlussversicherung) erhält, sind Teilkasko- und Vollkasko-Zusätze in der Exportversicherung ausgeschlossen.

Grüne Karte

Wer eine Ausfuhrkennzeichen-Versicherung bestellt, erhält in jedem Falle eine sogenannte Grüne Karte (Internationale Versicherungskarte) dazu. Dabei handelt es sich um einen Versicherungsnachweis für das Ausland. Dieser ist offiziell in vielen Ländern des Kennzeichenabkommens nicht mehr von Nöten. Dennoch wird empfohlen, die Grüne Karte stets mitzuführen. Geht die Reise hingegen in ein Land des Grüne-Karte-Abkommens, so ist das Mitführen der IVK Pflicht.

Die Grüne Versicherungskarte bietet neben ihrer Aussagekraft auch einen praktischen Nutzen: Denn auf ihrer Rückseite sind Ansprechpartner (Schadenbüros) vermerkt, an die man sich im Zuge der Schadensabwicklung wenden kann. Diese wiederum handeln im Auftrag des jeweiligen Versicherers und übernehmen die weitere Korrespondenz, um einen reibungslosen Ablauf gewährleisten zu können. Auch für die Ausfuhrkennzeichen-Versicherung.

Da nicht jede Gesellschaft die kompletten Kontaktdaten der Grüne-Karte-Büros auf der Rückseite der Doppelkarten abbildet oder teilweise nur deren Homepage, finden Sie im Kfz-Serviceportal alle vollständigen Kontaktinformationen zu den Vertretungen in den Mitgliedsländern.

Weitere Informationen zur Grünen Karte sowie zum Abkommen erhalten Sie hier:

Schadenfreiheitsklassen und Co.

Weder Schadenfreiheitsklassen noch Typ- oder Regionalklassen haben einen Einfluss auf die Kosten der Ausfuhrkennzeichen-Versicherung – sie ist ein in sich geschlossenes System. Das bedeutet auch, dass etwaige Unfälle bei Kfz-Exporten keinen Einfluss auf bestehende oder folgende gewöhnliche Kfz-Versicherung haben. Im Übrigen besteht bei der auch als Zollkennzeichen-Versicherung bezeichneten Kfz-Haftpflicht ebenso keine Selbstbeteiligung. Unterschiede kann es bei der Schadenabwicklung hinsichtlich der Reibungslosigkeit geben – nicht jeder Anbieter reguliert Schäden anstandslos.

Halter-Nehmer-Trennung und versicherte Fahrer

Auch bei der Ausfuhrkennzeichen-Versicherung kann die sogenannte Halter-Nehmer-Trennung gelten. Das heißt, dass Fahrzeughalter und Versicherungsnehmer nicht ein und dieselbe Person sein müssen. Es ist für den Zulassenden somit möglich, die auf einen anderen Namen ausgestellte Versicherungspolice bei der Zulassung einzureichen.

In puncto Haftpflichtversicherung gilt übrigens generell die Regel: Versichert ist nicht der Versicherungsnehmer oder Fahrzeughalter, sondern das Fahrzeug. Auch wenn andere Menschen das Fahrzeug lenken besteht also generell ein Versicherungsschutz. Dieser könnte beispielsweise nur dann außer Kraft gesetzt werden, wenn Unfälle grob fahrlässig begangen wurden. Details dazu sind den Unterlagen der jeweiligen Versicherung zu entnehmen.

Übrigens: Wer Zusatzversicherungen an Grenzen zu anderen Ländern erwirbt, der hat es mit einem völlig neuen Versicherungsprodukt zu tun. Das heißt, dass sich Vorschriften oder Konditionen maßgeblich ändern können. Im Zweifel sollte sich hier im Vorfeld erkundigt werden, wie hoch beispielsweise die Deckungssummen sind oder wer beziehungsweise was tatsächlich versichert ist.

Kosten der Ausfuhrkennzeichen-Versicherung

Die Kosten der Ausfuhrkennzeichen-Versicherungen variieren von Anbieter zu Anbieter – und das teilweise sehr stark. Nachfolgend erhalten Sie einen Überblick, welche Faktoren sich auf den Preis der Versicherung auswirken können und womit Sie bei der Zulassung sowie der Nutzung ebenfalls zu rechnen haben.

Die Laufzeit

Je kürzer der Versicherungszeitraum, desto günstiger ist die Ausfuhrkennzeichen-Versicherung: Die Unterschiede können bei Laufzeiten im Bereich < 1 Monat jedoch sehr gering ausfallen, sodass die Wahl der nächstlängeren Laufzeit womöglich kaum ins Gewicht fällt. Die deutsche Kfz-Steuer ist sowieso für den kompletten Monat zu entrichten.

Hinweis: Nicht alle Anbieter haben die Ausfuhrkennzeichen-Versicherung mit flexiblen Laufzeit im Angebot.

Die Fahrzeugart

Vor allem in Online-Bereich finden sich viele Versicherungsprodukte, die sich in puncto Fahrzeugart individualisieren lassen. Profitieren können hier vor allem diejenigen, die Pkws oder Anhänger (Auflieger, Wohnwagen etc.) exportieren möchten. Denn für diese Fahrzeugarten fällt die Prämie – sofern das Individualisieren beim ausgewählten Händler möglich ist – häufig geringer aus. Teurer hingegen sind Versicherungen für die Lkw-Ausfuhr oder offene Policen, mit denen jedwede Kfz-Art zugelassen werden kann.

Abgedeckte Länder der Exportversicherung

Einige Versicherungsvermittler und -gesellschaften bieten die Möglichkeit, Länder für Deckungen an- beziehungsweise abzuwählen. Dabei handelt es sich häufig um Regionen beziehungsweise Staaten mit erhöhtem Risiko. Wer diese nicht zum Ziel hat und damit abwählen kann, spart womöglich bei der Versicherungsprämie.

Weitere Kostenpunkte

Wer die Zulassung mit Zollkennzeichen durchführen möchten, muss neben der Ausfuhrkennzeichen-Versicherung mit weiteren Kosten rechnen. Dabei handelt es sich zum einen um die Zulassungsgebühren sowie die Aufwendungen für die Schilderprägung. Zum anderen fallen reguläre Kfz-Steuern an, die immer für den vollen Monat entrichtet werden müssen. Beträgt die Laufzeit des Ausfuhrkennzeichens beispielsweise 9 Tage, so fallen dennoch Steuern für volle 30 Tage an.

Doppelkarte statt eVB-Nummer

Das in anderen Bereichen bereits seit langem gängige eVB-System greift nicht für Ausfuhrkennzeichen-Versicherungen. Das bedeutet, dass anstelle des 7-stelligen Codes für die elektronische Versicherungsbestätigung (eVB) sogenannte Doppelkarten für den Versicherungsnachweis vorgelegt werden müssen. Diese werden – sofern das Versicherungsprodukt telefonisch oder online bestellt wurde – per Post versendet. Mit dabei ist stets die Grüne Versicherungskarte.

Ausfuhrkennzeichen-Versicherung kaufen

Wer die Exportversicherung benötigt, hat verschiedene Erwerbsmöglichkeiten. Die klassische Variante besteht darin, entweder direkt bei einer Versicherung des Vertrauens zu bestellen oder die örtlichen Schilderhändler und Versicherungsbüros zu kontaktieren. Erfahrungsgemäß können die Preise hier sehr schwanken – außerdem gestalten sich die Ausfuhrkennzeichen-Versicherungen oftmals relativ unflexibel in Bezug auf Laufzeit und Fahrzeugart.

Die wahrscheinlich attraktivere Möglichkeit liegt im Internet. Diverse Anbieter bzz. Versicherungsvermittler offerieren günstige Angebote und erlauben oftmals die komplette Individualisierung. Das heißt, die Wahl hinsichtlich Laufzeit und Fahrzeugart. In einigen Fällen können sogar Deckungsbereiche an- und abgewählt werden.

Seriosität hinterfragen

Besonders im Bereich Kfz-Versicherung ist es sehr wichtig, im Schadensfalle kompetente und seriöse Ansprechpartner zu haben. Aus diesem Grunde sollte man schon während der Bestellung darauf achten, mit allen nützlichen Informationen versorgt zu werden. Denn: Wer ausschließlich die Versicherungspolice erhält, hat letztlich keinerlei Informationen zu den Deckungsbereichen oder zu den AKB (Allgemeine Bedingungen für die Kfz-Versicherung). Schlimmstenfalls lauern hier Klauseln, die im Falle eines Unfalls nachteilig für den Versicherungsnehmer sind.

Grundsätzlich gilt in diesen Fällen: Werden bei der Bestellung der Ausfuhrkennzeichen-Versicherung die entsprechenden Informationen und Dokumente vollständig an den Versicherungsnehmer übermittelt, so ist dies ein Zeichen von Seriosität und Transparenz. Bestenfalls sollten die Unterlagen auch direkt auf den Namen des Versicherungsnehmers ausgefüllt sein. Gibt’s hingegen lediglich den Versicherungsschein, sollte die erworbene Versicherung unbedingt kritisch hinterfragt werden.

Fahrten in nicht versicherte Länder

Sollte die Fahrt in oder durch ein nicht von der Ausfuhrkennzeichen-Versicherung abgedecktes Land gehen, so besteht dort prinzipiell kein Versicherungsschutz und das Passieren der Grenze ist nicht gestattet. Für derartige Fälle gibt es jedoch separate Kfz-Haftpflichtversicherungen, die direkt an der jeweiligen Grenze erworben werden können. Mit der Aktivierung einer solchen Versicherung verliert das Ablaufdatum auf den Ausfuhrkennzeichen übrigens seine Gültigkeit: Die Zulassung erlischt erst nach Ablauf der neu entstandenen Versicherung.