Das Zollkennzeichen – für den problemlosen Kfz-Export

In Deutschland gibt es eine Vielzahl an Kennzeichen für Fahrzeuge. Alle haben unterschiedliche Funktionen und bieten je nach Einsatzgebiet verschiedene Berechtigungen. Das Zollkennzeichen oder Ausfuhrkennzeichen, wie es korrekt heißt, ist eines von den Sonderkennzeichen, das spezielle Vorteile sowie auch Auflagen mit sich bringt.

Welche Rolle spielt das Zollkennzeichen in Deutschland?

Das Zollkennzeichen wird genutzt, wenn Autos exportiert werden müssen. Prinzipiell ist ein solcher Export auch mit einem Kurzzeitkennzeichen möglich, das in der Praxis im Ausland jedoch nicht immer akzeptiert und somit zu Problemen führen kann. Das Zollkennzeichen, mit dem etwaige Missverständnisse vermieden werden können, kann sowohl von gewerblichen Händlern wie auch von Privatpersonen genutzt werden.

Der Versicherungsschutz

Abgesichert sind Autos, die mit einem Zollkennzeichen fahren, über eine spezielle Versicherung, die ein zeitliches Ablaufdatum hat. Dieser Umstand ist sinnvoll, da das Fahrzeug im Zielland oftmals regulär angemeldet wird und somit nicht dauerhaft mit dem Zollkennzeichen bewegt werden sollte. Ein Ausfuhrkennzeichen hat eine variable Laufzeit von mindestens 9 bis maximal 360 Tagen, wobei für den normalen Gebrauch 30 Tage für gewöhnlich ausreichend sind. Kürzere Tarife sind entsprechend günstiger als solche, die ein ganze Jahr lang Gültigkeit besitzen.

Die Zollkennzeichen-Haftpflichtversicherung deckt Sach- und Personenschäden, die anderen entstehen, ab. Schäden am Fahrzeug selbst sind dagegen nicht abgedeckt. Die dabei zur Verfügung stehenden Deckungssummen orientieren sich an den sogenannten Mindestdeckungssummen, die von Land zu Land abweichen können Wenn Kraftfahrzeuge aus dem Ausland importiert werden sollen, muss daher unbedingt auf die Deckungssumme geachtet werden, denn diese unterscheidet sich, je nachdem aus welchem Land das Fahrzeug kommt, zum Teil erheblich, was im Falle eines Unfalls zu finanziellen Problemen führen kann. Soll das Fahrzeug in ein Land ausgeführt werden, für das das Ausfuhrkennzeichen nicht gültig ist, muss eine gesonderte Versicherung an der Landesgrenze abgeschlossen werden, damit der Halter im Falle eines Unfalls abgesichert ist.

Das Aussehen des Zollkennzeichens

Optisch ist das Zollkennzeichen an der roten Markierung zu erkennen, auf der das Ablaufdatum abgedruckt ist. Nach diesem Datums darf das Fahrzeug nicht mehr bewegt werden und auch nicht auf öffentlichen Plätzen stehen – zumindest innerhalb Deutschlands. Im Ausland kann theoretisch eine Anschlussversicherung erworben werden, sodass das eingeprägte Ablaufdatum seine Relevanz verliert.
Die Größe des Zollkennzeichens unterscheidet sich nicht von anderen Kennzeichen. Es ist von links nach rechts folgendermaßen aufgebaut:

  • Buchstabenkürzel für die Stadt oder den Landkreis
  • Siegel der Stadt oder des Landkreises
  • Erkennungsnummer mit einem Buchstaben am Ende
  • roter Balken mit dem Ablaufdatum

 

Voraussetzungen für ein Zollkennzeichen

Um ein Zollkennzeichen beantragen zu können, muss der Beantragende frei von jeder Steuerschuld sein. Schon eine geringe Kfz-Steuerschuld kann dazu führen, dass das Kennzeichen nicht ausgestellt wird. Das Ausfuhrkennzeichen kostet etwa 20 bis 50 Euro – je länger es gültig sein soll, umso teurer ist es – hauptsächlich aufgrund der Zollkennzeichen-Versicherung. Zusätzlich werden Kfz-Steuern für das Fahrzeug fällig. Wenn das Kennzeichen online bestellt wird, kommen in der Regel noch die Versandkosten hinzu.

Damit das Zollkennzeichen überhaupt ausgestellt wird, müssen weitere Voraussetzungen erfüllt sein. Hierzu zählen:

 
Übrigens: Bei der Beantragung eines Zollkennzeichens kann Vorführpflicht bestehen. In diesem Falle prüft die Zulassungsstelle, ob die Fahrzeugdokumente mit den Angaben am Fahrzeug übereinstimmen.

Soll das Fahrzeug nicht in das europäische Ausland exportiert werden, sondern über die EU-Grenzen hinaus, sollte ein internationaler Fahrzeugschein beantragt werden. Dieser ist zwar nicht Voraussetzung für das Zollkennzeichen, aber nationale Fahrzeugscheine werden nicht überall anerkannt, sodass es zu Schwierigkeiten bis zur Stilllegung des Kraftfahrzeugs kommen kann, wenn es keinen internationalen Fahrzeugschein gibt.

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