Die Welt der Automarken im Überblick

Kraftfahrzeuge im Allgemeinen und Automobile im Speziellen sind nicht nur einer der wichtigsten Motoren der Wirtschaft. In vielen Ländern – allen voran Deutschland – nehmen sie ihren Platz als Statussymbol, Hobby und alltäglicher Begleiter ein.

So vielfältig dabei die Geschmäcker sind, so unterschiedlich präsentieren sich auch die Automarken, deren Kraftfahrzeuge Tag für Tag auf den Straßen dieser Welt unterwegs sind. Im Nachfolgenden präsentieren wir Ihnen zum einen die Fahrzeughersteller dieser Welt. Und zum anderen, welche Geschichte hinter dieser Markenvielfalt steckt, wo sie ihre Ursprünge nahm und welche Besonderheiten sie innehat.


Als das Kraftfahrzeug die Welt eroberte

Die Geschichte vieler Automobilhersteller reicht bis ins 19. Jahrhundert zurück. Zu jener Zeit waren Kutschen und Dampfmaschinen das Mittel der Wahl, wenn es um die rasche Fortbewegung ging. Beide hatten allerdings große Nachteile: Pferde ermüdeten und mussten irgendwann ausgetauscht werden. Dampfmaschinen hingegen waren unglaublich schwer und bedurften einer langen Vorbereitung, da der Kessel zunächst beheizt werden musste. Der erste Dampfwagen – gebaut vom Franzosen Nicolas-Joseph Cugnot – wurde übrigens schon im Jahre 1769 präsentiert, ruhte auf drei Rädern und wog satte vier Tonnen.

Der Verbrennungsmotor als Innovationstreiber

Mit der Einführung der ersten Gasmotoren wuchsen auch die Möglichkeiten der damaligen Ingenieure und Tüftler. Schließlich waren die um 1864 herum erbauten und mit Leuchtgas betriebenen Maschinen relativ kompakt und für damalige Verhältnisse unkompliziert und modern. In diese Zeit fällt auch die Geburtsstunde des modernen Autos – durch Carl Benz, der mit seinem motorisierten Dreirad 1885 zugleich den Grundstein für die Marke Mercedes-Benz legte.

Die Ära Automobil

Schon bald wurden die Kutschen von den Straßenbildern der Städte verdrängt. Mehr und mehr Autos wurden genutzt, um bequem und für damalige Verhältnisse schnell von A nach B zu gelangen. Bald schon kamen weitere Fahrzeugtypen hinzu, wie etwa der Lastkraftwagen oder das Motorrad. Später wurden die Technologien für Kriegsgerät genutzt und weiterentwickelt.

Viele auch heute bestehende Automarken haben ihre Wurzeln in dieser Zeit. Carl Benz schuf die Idee Mercedes im Jahre 1885, Renault wurde 1899 ins Leben gerufen, August Horch begann mit der Grundidee für Audi im Jahre 1909 und Mazda beispielsweise wurde von Jujiro Matsuda im Jahre 1920 gegründet.

Übrigens: Die Popularität des Automobils lässt sich gut anhand der Spritversorgung darstellen. Während wir Kraftstoffe heutzutage an Tausenden von Tankstellen beziehen können, gab es diese früher nur bei Apotheken – später auch in Werkstätten, Drogerien oder Gaststätten. Erst 1922 eröffnete in Deutschland die erste Tankstelle.

Automatisierung und Massenproduktion

Zwar sind Autos schon seit nunmehr über 120 Jahren ein wichtiger Bestandteil des Lebens und der Wirtschaft. Leicht war deren Integration in der damaligen Zeit jedoch nicht. Denn aufgrund fehlender Technologien war es kaum möglich, mehr als eine Handvoll Autos pro Tag zu produzieren. Außerdem waren die Kosten immens, sodass sich kaum jemand eines der neuartigen Vehikel leisten konnte. Das änderte sich mit Innovationen wie der Fließbandproduktion, die im Jahre 1913 von Henry Ford in der Automobilwelt eingeführt und perfektioniert wurde. In Detroit wurde in der Piquette Avenue Plant der Ford Modell T „Tin Lizzy“ produziert, der bis 1927 insgesamt 15 Millionen Mal verkauft und erst viele Jahrzehnte später vom VW Käfer als beliebtestes Auto abgelöst wurde.

Kraftfahrzeuge und Automarken heute

Die weitreichende und dynamische Geschichte der Fahrzeughersteller wurde seit jeher von Innovationen und Erfolgen, aber auch von Skandalen und Pleiten geprägt. Langjährig erfolgreiche Automarken wie Saab, Zündapp oder Hummer verschwanden vom Markt – neue Kreationen wie Smart (1994) oder Tesla (2003) traten in Erscheinung und lassen seither neue Blickwinkel auf die Automobilität zu.
Längst ist der Kfz-Markt zu einem hart umkämpften und von Innovationstreibern geprägten Sektor geworden, in dem sich die Automarken auf findige Art und Weise ihre Zielgruppen erobern.

Deutsche Hersteller

 

Hersteller von Sportwagen und Edelmarken

 

Weitere Autohersteller

 

Vom Einzelteil zum Auto – eine gigantische Industrie

Damit die automobile Produktion dem heutigen Bedarf gerecht kann, sind mitunter logistische Meisterleistungen erforderlich. Verließen Anfang des 20. Jahrhunderts nur wenige Hundert Autos pro Jahr die Hallen ihrer Hersteller, waren es im Jahre 2017 sage und schreibe 73 Millionen. Alleine die Automarke Volkswagen lässt im Wolfsburger Stammwerk über 800.000 Automobile pro Jahr fertigen.

Dabei spielen vor allem die Zulieferer eine große Rolle. Denn viele Bauteile heutiger Kraftfahrzeuge stammen aus externen Fabriken – sie werden also nicht von den Automarken direkt gefertigt. Stattdessen erhalten Unternehmen wie Bosch, ZF oder Knorr-Bremse den Auftrag zur Fertigung diverser Einzel- oder Bauteile, die im Anschluss in den Werken des Fahrzeugherstellers zu einem großen Ganzen zusammengefügt werden. Kooperationen zwischen einzelnen Automarken sind dabei nicht unüblich – so gibt es regelmäßig Partnerschaften, bei denen Plattformen oder Motoren in mehreren Modellen verschiedener Hersteller Verwendung finden.

Alleine in Deutschland arbeiten etwa 800.000 Menschen direkt oder indirekt für einen Automobilhersteller. Werden dabei die Abhängigkeiten von diesem gigantischen Wirtschaftszweig berücksichtigt, sind es nahezu zwei Millionen Arbeiter.

Kein Fortschritt ohne Innovationen

Der Hauptbereich moderner Automarken liegt selbstverständlich in der Produktion. Allerdings sorgt der dynamische Wettbewerb unter den Herstellern dafür, dass mehr und mehr Gelder in Entwicklung und Forschung gesteckt werden. Dabei geht es zum einen um die Optimierung der Fertigungsstraßen und der Produktionsgeschwindigkeiten und -kosten: Schon heute werden viele Arbeitsschritte von beeindruckenden Robotern durchgeführt, die selbst hunderte Kilogramm schwere Bauteile scheinbar mühelos und präzise verarbeiten können.

Zum anderen spielen aber auch die Herausforderungen von Politik und Zeitgeist eine Rolle. Umweltschutz und Sparsamkeit rücken immer mehr in den Vordergrund: Waren vor Jahren noch Hubraum und Größe der Garant für Erfolg, liegt der Fokus der Käufer heutzutage tendenziell eher auf Wirtschaftlichkeit und Konnektivität. Das Gros der Automarken bemüht sich deshalb um ein sauberes Image. Dabei sollen alternative Antriebe und Möglichkeiten zum autonomen Fahren unterstützen.

Enge Netze für Vertrieb und Service

Neben dem Organisieren und Erweitern der Pkw-Produktion müssen Automarken viel Zeit und Energie in Vertrieb und Service setzen. Dabei setzen große Unternehmen auf eine Vielzahl von Niederlassungen, bei denen es sich zumeist aus Kombinationen aus Autohäusern und Fachwerkstätten handelt.

An diesen Standorten werden verschiedene Dienstleistungen angeboten. Zum einen erfolgt der direkte Vertrieb von Neuwagen aber auch Gebrauchtwagen eines Kfz-Herstellers. Zum anderen können interne Finanzierungs-, Leasing- oder Versicherungsprodukte vorgestellt werden. Häufig spezialisieren sich derartige Autohäuser auf verschiedene Marken einer Gruppe, wie etwa Mini und BMW oder VW und Audi.

Die dabei meist mit angeschlossenen Vertragswerkstätten spielen eine weitere besondere Rolle. Denn einige Garantiegeber oder Versicherungen schreiben vor, dass Reparaturen innerhalb der Garantiezeit oder im Falle von Regulierungen ausschließlich in Vertragswerkstätten des Autoherstellers durchgeführt werden müssen.


Die Markenvielfalt und ihre Ansätze

Das Auto ist heutzutage Fortbewegungsmittel, Statement und Persönlichkeit zugleich. Kein Wunder, dass die verschiedenen Marken dieser Welt unter Zuhilfenahme verschiedenster Botschaften um die Aufmerksamkeit ihrer potenziellen Kunden buhlen. Die Ansätze sind dabei so unterschiedlich wie die Geschmäcker. Während Kraftfahrzeuge wie der VW Passat durch Wirtschaftlichkeit, Qualität und praktischen Nutzen überzeugen möchten, sind Automodelle wie der BMW M3 für leidenschaftliche Autofahrer prädestiniert und trumpfen mit Leistung, Sound und Sportlichkeit auf. Autos wie die Alfa Romeo Giulietta oder der DS3 gehen einen Schritt weiter und bringen die Emotion vollends in den Kfz-Bereich. Wer im Straßenverkehr unterwegs ist, soll sich heutzutage bestenfalls mit seinem Auto identifizieren können. Schlussendlich auch durch die Einteilung in verschiedenste Klassen: Vom Kleinstwagen bis zur Großraumlimousine.

Das Portfolio der Kfz-Hersteller und die Individualisierung

Nebst Leistung, Praxistauglichkeit und Individualität ist es natürlich auch die Preispolitik, die zwischen den Automarken und innerhalb der Modellstrategie eine große Rolle spielt. Ausnahmen sind hier lediglich bei Premium-Marken wie Bentley, Maserati oder Rolls-Royce zu finden.

Für gewöhnlich werden alle Preisbereiche durch verschiedene Anbieter abgedeckt. Einige Automarken – wie Dacia – arbeiten bewusst mit Low-Budget-Statements. Andere Hersteller differenzieren ihr Portfolio, sodass für nahezu jede Brieftasche etwas dabei ist.

Der Käufer hat dabei erheblichen Einfluss auf die Preisgestaltung: Denn die Möglichkeiten der Individualisierung haben einen großen Einfluss auf den Endpreis. Heutzutage können Modelle in den verschiedensten Formen und Farben geordert werden. Wer mag, hat in puncto Ausstattungen bei vielen Kfz-Herstellern nahezu endlose Möglichkeiten. Das steht im krassen Gegensatz zu einer Aussage Henry Fords, der die Produktionsmöglichkeiten Anfang des 20. Jahrhunderts folgendermaßen beschrieb: „Jeder Kunde kann seinen Wagen beliebig anstreichen lassen, wenn der Wagen nur schwarz ist.“

Logos, Slogans, Werbespots und mehr

Parallel zur eigentlichen Aussagekraft ihrer Modelle, liegt Automarken viel an der Außendarstellung und der Werbung. Mittlerweile haben sich Slogans oder gar Melodien fest in der Medienlandschaft etabliert. In Erinnerung geblieben ist vielen Menschen die Aussage „Nichts ist unmöglich.“ von Toyota oder „Vorsprung durch Technik.“ von Audi.

Begleitet werden derlei Aussagen regelmäßig von Werbespots, die in ihrer Kreativität kaum zu überbieten sind. So ist Volkswagen mit dem „The Force“ Werbespot beispielsweise ein echter Erfolg gelungen.

Werbespot der Marke Volkswagen, welcher Inhalte aus den Star Wars Film mit einbringt.

 

Ebenfalls unvergessen ist das Video des Audi 100 CS, der 1988 eine schneebedeckte Skischanze hinauffuhr und damit die Werbetrommel für den Quattro-Allradantrieb rührte.

Ein AUDI Quattro, welcher eine schneebedeckte Skisprungschanze hochfährt

 

Das Kernelement bleibt dabei selbstverständlich das Logo der jeweiligen Automarke, in dem heutzutage oftmals Historie und Moderne verbunden werden. Ein interessantes Beispiel dafür ist der Doppelpfeil von Citroën: Dieser lässt sich auf die doppelte Schrägverzahnung von Zahnrädern zurückführen, mit dem der französische Automobilhersteller zur damaligen Zeit begann. Die vier Ringe des Audi-Logos stehen für die Unternehmen, die in der Automarke vereint wurden: Audi, DKW, Horch und Wanderer.

Die Autoindustrie in Deutschland – deutsche Automobilhersteller

Die Bundesrepublik Deutschland hat einen ganz besonderen Bezug zum Automobil beziehungsweise zur Markenvielfalt des Kfz-Sektors. Denn alleine das Wolfsburger Unternehmen Volkswagen verkauft jährlich weltweit etwa 10,3 Millionen Fahrzeuge und ist damit die Nummer 1 der größten Automobilhersteller der Welt (Stand: 2017). Auch andere Urgesteine der Automobilszene haben ihren Ursprung in Deutschland: So zum Beispiel Audi, Daimler (Mercedes), die BMW Gruppe, Porsche oder Opel.

Im Ausland gilt die Bundesrepublik als Automobilnation schlechthin: Ob in den Vereinigten Staaten, China oder Australien – die Straßen sind geprägt von Kraftfahrzeugen deutscher Marken. Und das nicht ohne Grund: Denn vielerorts gelten Automobile deutscher Hersteller als Garant für Zuverlässigkeit, Leistung und Sicherheit.

Übrigens: In Deutschland sind nicht nur einige der größten Automarken der Welt angesiedelt. Auch das Automobil an sich hat seinen Ursprung hier im Jahre 1886 gefunden, als Carl Benz den Patent-Motorwagen anmeldete.