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Umweltzonen - Sinn und Funktionsweise

In deutschen Städten, vor allem in Ballungsgebieten mit hohem Verkehrsaufkommen, gibt es seit Anfang 2008 sogenannte Umweltzonen. Dabei handelt es sich um abgegrenzte Regionen, in denen (mit wenigen Ausnahmen) nur Fahrzeuge mit niedrigen Emissionswerten verkehren dürfen. Wie Umweltzonen funktionieren, welche Anforderungen an die Kraftfahrzeuge gestellt werden und für wen Ausnahmen gelten, erfahren Sie nachfolgend auf kfz-serviceportal.de

So funktionieren Umweltzonen

Das Grundprinzip der Umweltzonen, die auch als Niedrig-Emissions-Gebiete bezeichnet werden, basiert auf der Verordnung zur Kennzeichnung der Kraftfahrzeuge mit geringem Beitrag zur Schadstoffbelastung nach der 35. BImSchV (Bundes-Imissionsschutzgesetz-Verordnung). Diese regelt die Zuordnung von Schadstoffgruppen zu den sogenannten Umweltplaketten, die wiederum in den Windschutzscheiben von Kraftfahrzeugen anzubringen sind und als Legitimation für das Befahren von Umweltzonen gelten.

Generell verstehen sich Umweltzonen als abgegrenzte und entsprechend beschilderte Bereiche, zu denen nur Kraftfahrzeuge mit einer bestimmten Plakettenfarbe Zugang haben. Durch diese Maßnahme sinkt der Anteil besonders umweltschädlicher Autos und Lkws in den entsprechenden Regionen und die Luftqualität verbessert sich signifikant.

Beschilderung der Zonen

Alle Zufahrten in Umweltzonen sind klar und deutlich beschildert. An den Einfahrten befinden sich entsprechende Schilderpaare. Das obere Schild weist einen starken, roten Kreis auf – in ihm befindet sich das Wort „Umwelt“ und darunter das Wort Zone in Großbuchstaben. Auf dem zweiten, darunter folgenden Schild sind die erlaubten Plakettenfarben mit dem Wort „frei“ eingetragen. Ist dort beispielsweise nur eine grüne Plakette zu sehen, so dürfen Fahrzeuge mit einer gelben, einer roten oder gar keiner Plakette nicht einfahren.

Übrigens: Umweltzonen für rote Plaketten gibt es in Deutschland gar nicht mehr. Die gelbe Plakette wird (Stand: 11/2017) in nur noch einer einzigen Umweltzone zugelassen. Damit ist faktisch nur noch die grüne Plakette in Umweltzonen erlaubt.

Ausnahmen in der Umweltzone

Nicht alle Kraftfahrzeuge müssen sich an die Regeln der Umweltzonen halten. Derzeit (Stand: 11/2017) gibt es beispielsweise Ausnahmen für Rettungsfahrzeuge, Oldtimer und Baumaschinen. Auch Anwohner, die in einer Umweltzone leben und deren Fahrzeug nicht den Kriterien entspricht, können unter Umständen eine Ausnahmegenehmigung beantragen. Ob und inwieweit diese gewährt werden, hängt jedoch von der jeweiligen Verwaltung der Umweltzone ab.

Bußgelder bei Missachtung

Wer beim Befahren einer Umweltzone ohne, mit der falschen oder mit einer ungültigen Plakette erwischt wird, muss mit einem Bußgeld von mindestens 80,- Euro ohne Erteilung eines Punktes rechnen. Im Wiederholungsfalle können diese Bußgelder erhöht werden.

Wichtig ist außerdem, dass die entsprechende Plakette mit dem Nummernschild des Fahrzeugs übereinstimmt und dass sie korrekt eingeklebt wurde. So ist das Aufkleben der Plakette via Trägerfolie unzulässig. Bei Verwendung sogenannter Spaßplaketten, die den echten Plaketten stark ähneln, können nochmal deutlich drastischere Strafen auf den Fahrzeughalter zukommen.

Zuteilung der Plaketten

Welches Fahrzeug welche Plakette erhält, hängt von der Zuordnung in der sogenannten Euro-Norm und der Art des Motors ab.

Benzinfahrzeuge in Umweltzonen

Die Zuteilung der Plaketten für Kraftfahrzeuge mit Ottomotoren erfolgt relativ simpel: Alle Fahrzeuge mit Euro1 oder besser erhalten die grüne Plakette. Eine Unterteilung in Rot und Gelb gibt es nicht. Oftmals ist die Schadstoffnorm Euro1 bereits durch einen geregelten Katalysator erreichbar, sodass nahezu alle Benziner die grüne Feinstaubplakette erhalten können.

Die Krux an dieser Zuteilung liegt in der Tatsache, dass in puncto Feinstaub erhebliche Unterschiede zwischen der Saugrohreinspritzung (ohne Aufladung wie Turbolader oder Kompressor) und der Direkteinspritzung bestehen. Letztere produziert Rußpartikel, ohne dass die Fahrzeuge über eine entsprechende Filterung verfügen. Dennoch dürfen sie aufgrund der Euro-Norm in die Umweltzonen einfahren.

Dieselfahrzeuge in Umweltzonen

Für Dieselfahrzeuge sind sowohl die roten als auch die gelben und die grünen Plaketten in Umweltzonen relevant. Die Farbe der Plakette hängt maßgeblich von der Euro-Norm ab. Generell gilt: Euro1 bekommt keine Plakette, Euro2 erhält die rote Plakette, für Euro3 gibt es die gelbe Plakette und mit Euro4 oder besser kann eine grüne Feinstaubplakette erteilt werden. Als vorteilhaft bei der Zuteilung können sich Rußpartikelfiltersysteme erweisen, die in sogenannten PM-Stufen (Partikelminderungsstufen) für eine Säuberung der Abgase sorgen.

Der Sinn hinter Umweltzonen

Die Emissionen des Straßenverkehrs umfassen verschiedene Schadstoffe, die sowohl für den Menschen als auch für die Natur schwerwiegende Folgen haben können. Das Ziel der aktuellen Umweltzonen besteht vor allem darin, die Belastung durch Feinstaub in den entsprechenden Gebieten einzudämmen. Denn Feinstaub, der wiederum in verschiedene Klassen unterteilt wird, kann mitunter direkt in die Lunge und von dort aus in die Blutbahn gelangen. Jährlich sterben in Europa viele Tausend Menschen vorzeitig an einer Erkrankung, die durch Feinstaub beziehungsweise Rußpartikel ausgelöst wurde.

Daneben existieren weitere Abgase, die für den Menschen brandgefährlich sind – allen voran die atemwegsreizenden Stickoxide. Diese werden von aktuellen Umweltzonen nahezu nicht berücksichtigt und spielen womöglich in kommenden, neuen Zonen eine größere Rolle.

Umweltzonen in anderen Ländern

Mittlerweile existieren in vielen Europäischen Ländern sogenannte Umweltzonen. Die Unterschiede liegen in der Art der Zuteilung. Während sich Deutschland vor allem an den Euro-Normen orientiert, kann es in anderen Ländern wiederum andere Richtlinien geben. Das gilt auch für die Akzeptanz der jeweiligen Aufkleber: Zwar existieren einige Abkommen – allerdings kann längst nicht jede ausländische Umweltzone mit der deutschen Plakette befahren werden.

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