Der Lastkraftwagen (Lkw) – Unverzichtbarer Bestandteil der Wirtschaft

Die Abkürzung Lkw bezeichnet allgemein einen Lastkraftwagen. Darunter wird ein großes Kraftfahrzeug für den Straßenverkehr verstanden, dessen Hauptaufgabe im Transport von Gütern besteht. Ein Lastkraftwagen eignet sich zum Laden einer großen Bandbreite an Gütern – von gekühlten Lebensmitteln bis zu schweren Baustoffen. In Abhängigkeit von Branche und Güterart gibt es zahlreiche Ausführungen, Gewichtsklassen und Typen von Lkw, beispielsweise Sattelschlepper, Baumaschinen und Tieflader. Ihre Beschaffenheit und bestimmungsgemäßen Einsatzbereiche unterscheiden sich stark und haben direkte Auswirkung auf die erforderliche Fahrerlaubnisklasse.


Definition und Überblick

Als Oberbegriff steht der Lastkraftwagen für Kraftfahrzeuge, deren primärer Bestimmungszweck der Gütertransport ist. Umgangssprachliche Begriffe beziehungsweise Synonyme sind Laster, Lastwagen, Trucks oder Lastauto. Ausgeschlossen von dieser Definition sind Kleintransporter mit einem zulässigen Gesamtgewicht von 3,5 Tonnen, kleinere Kraftfahrzeuge unter 2,8 Tonnen zulässigem Gesamtgewicht sowie spezielle Fahrzeuge wie etwa fahrbare Krane und Muldenkipper. Als Gespann mit einem Anhänger wird der Lkw zum Lastzug. Von einem Sattelzug wird gesprochen, wenn eine kurze Zugmaschine mit einem Anhänger ausgestattet ist.

Aufbau, Technik und Besonderheiten

Kernstück und Definitionsmerkmal des Lkws ist ein Aufbau, der zur Ladung von Gütern geeignet ist. Daneben gehören ein tragendes Chassis, ein Fahrerhaus sowie ein geeigneter Antrieb dazu. In Abhängigkeit des Gewichts werden Lastkraftwagen in leichte Lastkraftwagen (LLkw, bis 7,5 Tonnen), mittelschwere Lkw (bis zwölf Tonnen) und schwere Lastkraftwagen (SKW, in der Regel bis 40 Tonnen) untergliedert. Auch umgebaute PKW, die auf den Lasttransport ausgelegt sind, können von Zulassungsbehörden rechtlich als Lastkraftwagen eingestuft werden. Die Einordnung ist oftmals eine juristische Frage, sodass auch gleichartige Fahrzeuge in Abhängigkeit ihrer Nutzung sowohl als Lastkraftwagen als auch als Pkw gelten können.

Entweder sind Lastkraftwagen selbst zur Beförderung von Lasten konstruiert oder aber darauf ausgelegt, Anhänger zu ziehen beziehungsweise aufzusatteln. Denn Sattelschlepper beispielsweise verfügen über keinen eigenen Aufbau zum Gütertransport – sie werden mit Anhängern zu einem sogenannten Sattelzug verbunden.


Motoren und Bremssysteme

Die in Europa zum Einsatz kommenden Motoren sind in der Regel wassergekühlte Diesel-Viertakter. In anderen Ländern wie den USA sind auch Benziner in den Trucks verbreitet.

Die Bremsen der meisten Lastkraftwagen sind Druckluft- beziehungsweise Fremdkraftbremsen. Während früher Trommelbremsen weitverbreitet waren, setzen sich seit den 1990er Jahren Scheibenbremsen durch. Die Handbremse hat im Gegensatz zu der eines PKW eine Druckbeaufschlagung des Bremszylinders. Diese dient dazu, ein Versagen der Bremse bei Druckverlust zu verhindern. Bei Gefällestrecken nutzen Lastkraftwagen-Fahrer besonders die Motor-Bremskraft. Das wirkt dem Verschleiß der Bremsen entgegen. Vorschriftsmäßig sind seit den 1980er Jahren alle Lastwagen mit ABS ausgestattet.

Bestimmungen und Richtlinien im Zusammenhang mit Lkw

Wird ein LKW über 3,5 Tonnen gefahren, sind der Einbau und die Verwendung eines Fahrzeugschreibers obligatorisch. Zum Führen von Fahrzeugen über 3,5 Tonnen im Straßenverkehr sind bestimmte Führerscheinklassen vorgesehen. Diese beziehen sich auf die Bauart, das Gesamtgewicht sowie die Zusammensetzung des Lastkraftwagens, Sattelzugs oder Lastzugs. Die Lkw-Führerscheinklassen umfassen in Deutschland C1, CE, C1E und C.

Beim Führen von Lkw über 7,5 Tonnen ist neben der Führung des Fahrtschreibers eine Begrenzung der Arbeitszeit vorgesehen. Gesetzlich vorgeschriebene Ruhezeiten müssen eingehalten werden. Zu berücksichtigen ist auch das gesetzliche Fahrverbot für Lastkraftwagen an Sonn- und Feiertagen. Zwischen 0 und 22 Uhr dürfen keine Lastkraftwagen mit mehr als 7,5 Tonnen auf deutschen Straßen geführt werden. Das Mitführen von Anhängern ist ebenfalls untersagt. Davon ausgenommen sind der kombinierte Güterverkehr (Schiene und Straße) sowie die Beförderung frischer Lebensmittel, bei denen sich eine zeitliche Transportverzögerung negativ auswirken würde.

Vor- und Nachteile von LKW

Primärer Vorteil des Lastkraftwagens beim Gütertransport ist seine Flexibilität. Unabhängig von Schienennetz und vorgegebenen Routen kann er als Transportmittel eingesetzt werden. Ein weiterer Vorteil ist seine Individualisierbarkeit. Der Lkw kann an verschiedene Güterarten angepasst werden, was einen schonenden und sicheren Transport ermöglicht. Diese Eigenschaften machen ihn im Nahverkehr zum konkurrenzlosen Begleiter im Güterverkehr. Im Fernverkehr steht er in Konkurrenz zur Schifffahrt sowie zum Schienenverkehr. Der logistische Aufwand des Lkws ist grundsätzlich geringer, da er nicht orts- und zeitgebunden ist.

Nachteilig sind die Belastungen für Straße und Umwelt. Die Straßenabnutzung durch Lastkraftwagen verursacht hohe Kosten, die durch die Abgaben oftmals nicht gedeckt werden können. Lärmbelastung und Schadstoffausstoß sind weitere Nachteile.

LKW-Typen im Überblick

Jeder Einsatzzweck kennt eine passende Lkw-Ausführung. Sattelzüge bestehen aus einem Schlepper und einem Auflieger. Die Ladung wird vom Auflieger beherbergt. Die Zugmaschine besteht nur aus Führerhaus und Antrieb. Sattelzüge gehören zu den am häufigsten anzutreffenden Lastkraftwagen-Typen.

Davon zu unterscheiden ist der Gliederzug. Hier verfügt der Hänger über eine eigene Vorderachse, sodass sein Gewicht nicht auf der Zugmaschine lastet. Mit seinem kleineren Wendekreis hat der Gliederzug auf kurzen Strecken Vorteile gegenüber dem Sattelzug.

Einteilige Lastkraftwagen, bei denen Führerhaus, Antrieb und Ladefläche fest miteinander verbunden sind, werden Transporter genannt. Hier unterscheiden sich wiederum offene Pritschenwagen von geschlossenen Kastenwagen.

Daneben gibt es noch spezielle Lastkraftwagen mit bestimmten Einsatzzwecken. Dazu gehören Baumaschinen, Tieflader für große Einzelgüter sowie berufsspezifische Laster wie etwa Feuerwehrwagen, Rettungsfahrzeuge oder Müllfahrzeuge.

Ursprung und Entwicklung

Der erste Lastwagen für den Frachttransport war das Modell Phönix der Daimler Motoren Gesellschaft aus dem Jahr 1896. Er verfügte über einen 2-Zylinder-Viertakt-Benzinmotor mit 16 PS. Die LKW-Serienfertigung startete im Jahr 1903. Der erste Dieselmotor, erfunden 1893 von der Maschinenfabrik Augsburg (später MAN), wurde 1923 erstmals in einem LKW eingesetzt.

Fazit

Lkw spielen eine entscheidende Rolle in der Nutzfahrzeugindustrie. Ihre universelle Einsetzbarkeit zum Transport von Gütern nahezu aller Art verschafft ihnen einen Flexibilitätsvorteil gegenüber dem Schienen- und Schiffsverkehr. Die zahlreichen Lkw-Ausführungen und Sonderfahrzeuge sorgen dafür, dass für jeden Anwendungsbereich das passende Transportfahrzeug zur Verfügung steht. Andere Transportmethoden sind meist auf den kombinierten Einsatz von Lastkraftwagen angewiesen. Mit verschiedenen Verfahren können LKW auch im Fähr- und Schienengüterverkehr dazu beitragen, dass die Umladung so effizient wie möglich gelingt und gleichzeitig Vor- und Nachlauf auf der Straße gering bleiben.