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Bild eines Ausfuhrkennzeichens mit rotem Rand

Das Ausfuhrkennzeichen und der Kfz-Export

Das Ausfuhrkennzeichen ist das einzige deutsche Kfz-Kennzeichen, mit dem der offizielle und sichere Export inner- und außerhalb Europas möglich ist. Es wird im Gegensatz zum Kurzzeitkennzeichen in nahezu allen Ländern der Welt anerkannt und bietet deutliche großzügigere Laufzeiten, die weite Reisen oder zeitaufwendige Verschiffungen erlauben.

Das Kfz-Service-Portal zeigt Ihnen, welche Besonderheiten es bei der Zulassung von Exportkennzeichen gibt, wie die Ausfuhrkennzeichen Versicherung funktioniert und welche Details Sie außerdem unbedingt beachten sollten. Mehr dazu in den nachfolgenden Inhalten.

Rote Kennzeichen – wie sehen die Ausfuhrkennzeichen aus?

Verglichen mit dem Eurokennzeichen fällt das Ausfuhrkennzeichen vor allem durch seinen knallroten Rand auf der rechten Seite auf. In diesem befindet sich das Ablaufdatum in absteigend positionierten Ziffern. Von oben nach unten gelesen ergeben sich damit Tag, Monat und Jahr, an dem die Ausfuhrkennzeichen Versicherung sowie das Kennzeichen seine Gültigkeit verlieren.

Weiterhin enthält das Ausfuhrkennzeichen das Kürzel des Zulassungsortes sowie eine zufällige Nummernfolge mit einem darauffolgenden Buchstaben. Zwischen diesen Elementen befindet sich eine Plakette, die die Gültigkeit der Nummernschilder bescheinigt. Damit lässt sich das Ausfuhrkennzeichen problemlos von anderen Nummernschildern unterscheiden.

Wie werden die Schilder für den Export noch genannt?

Neben dem gängigen und offiziellen Begriff „Ausfuhrkennzeichen“ werden die für Auslandsfahrten vorgesehenen Schilder auch als Exportkennzeichen oder Zollkennzeichen bezeichnet. Ist hingegen von einem roten Kennzeichen oder einer roten Nummer die Rede, so bezieht sich das meist auf das Händlerkennzeichen. Eine Verwechslungsgefahr besteht hier allenfalls bei der Namensgebung – das Händlerkennzeichen fällt durch die rote Schrift auf und sollte keinesfalls von Privatpersonen für die Kfz-Ausfuhr genutzt werden.

Abgrenzung zum Kurzzeitkennzeichen

Um die Unterschiede zwischen Ausfuhrkennzeichen und Kurzzeitkennzeichen herausstellen zu können, lohnt ein Blick auf die vom Staat vorgesehenen Anwendungsbereiche. Denn im eigentlichen Sinne sind Kurzzeitkennzeichen lediglich für Überführungs-, Probe- oder Überprüfungsfahrten innerhalb Deutschlands gedacht. Fahrten ins Ausland werden allenfalls geduldet und gehören nicht in den eigentlichen Aufgabenbereich von Überführungskennzeichen.

Hier kommt das Ausfuhrkennzeichen ins Spiel. Denn die Schilder mit dem roten Rand wurden von der Bundesrepublik für den Kfz-Export vorgesehen – dieses Detail ist auch den ausländischen Behörden bekannt. Die Chance, beim Grenzübertritt oder bei der Fahrt in anderen Ländern auf Probleme zu stoßen, ist damit verschwindend gering. Hier würde das Kurzzeitkennzeichen deutlich mehr Risikopotenzial bieten.

Kann ich mit dem Ausfuhrkennzeichen auch nach Deutschland importieren?

Der Import mit dem Ausfuhrkennzeichen funktioniert nicht und verstößt gegen das Gesetz. Denn das Exportkennzeichen ist ausschließlich für die Zulassung deutscher Fahrzeuge nutzbar. Würde man ein Kfz in einem anderen Land mittels Ausfuhrkennzeichen fernzulassen, so stellt dies eine Verletzung der Hoheitsrechte des anderen Landes dar. Rein ablauftechnisch würde eine solche Fernzulassung jedoch nicht funktionieren, weil zum einen deutsche Fahrzeugunterlagen benötigt werden und zum anderen eine Sichtprüfung stattfinden kann, die in diesem Falle nicht möglich ist.

Laufzeit und Kosten eines Ausfuhrkennzeichens

Das Zollkennzeichen kann bis zu 360 Tage lang gültig sein. Die tatsächlich mögliche Nutzungsdauer hängt von der gewählten Ausfuhrkennzeichen Versicherung ab, die in der Regel ab einer Laufzeit von 9 Tagen erworben werden kann. Bei dieser Versicherung handelt es sich um eine reine Haftpflichtversicherung mit den gesetzlich gültigen Deckungssummen, die im Ausland stark variieren können. Vor jeder Reise sollte also überprüft werden, wie viel Kapital laut Grüne-Karte-Einkommen bei einem Schadensfall maximal zur Verfügung steht.

Kosten des Ausfuhrkennzeichens

Prinzipiell ergeben sich Kosten für die Zulassung (etwa 14,- Euro) und die Prägung der Nummernschilder (zwischen 15,- und 20,- Euro), Kosten für die Versicherung sowie Kosten für die Kfz-Steuer. Da vor allem die letzten beiden Faktoren erheblich zum Preis beitragen, lässt sich dieser nicht pauschalisieren. Fakt ist: Die Kfz-Steuer wird immer für volle Monate berechnet. Das heißt, dass auch bei einer Laufzeit von 9 oder 15 Tagen ein ganzer Monat für die Berechnung der Kfz-Steuer veranschlagt wird.

Voraussetzungen für die Zulassung

Die Voraussetzungen für den Erhalt eines Ausfuhrkennzeichens unterscheiden sich nicht von denen, die für eine gewöhnliche Kfz-Zulassung nötig sind. Das Fahrzeug muss über einen gültigen TÜV verfügen und sollte bereits abgemeldet sein oder während der Prozedur abgemeldet werden.

Eine Besonderheit bei der Zulassung von Ausfuhrkennzeichen ist die sogenannte Vorführpflicht. Dabei hat der Sachbearbeiter das Recht, das Fahrzeug einer Sichtprüfung zu unterziehen. Hier wird festgestellt, ob die Fahrgestellnummer der aus den Fahrzeugdokumenten entspricht. So kann sichergestellt werden, dass es sich bei der bevorstehenden Zulassung nicht um die Verschleierung eines Kfz-Diebstahls handelt.

Achtung: Mit der Zulassung wird das Fahrzeug aus dem Register der Bundesrepublik Deutschland gelöscht. Das heißt, die Wiedereinfuhr bedeutet eine erneute Eintragung, die mit Zeitaufwand und Kosten verbunden ist.

Ausfuhrkennzeichen-Versicherung beantragen

Das Beantragen der Ausfuhrkennzeichen-Versicherung kann entweder direkt bei Versicherern oder im Internet erfolgen. Letztere bieten in der Regel attraktivere Preise sowie die Individualisierung der Versicherung hinsichtlich Laufzeit und Fahrzeugart.

Bei der Wahl der passenden Police ist darauf zu achten, dass diese auch Deckungssummen für das Zielland beinhaltet. Andernfalls müsste an der Grenze eine Zusatzversicherung erworben werden. Für gewöhnlich werden Länder, für die keine Deckungssummen aufgerufen werden können, auf der Grünen Karte durchgestrichen oder sind gar nicht enthalten.

Der größte Faktor beim Preis der Ausfuhrkennzeichen-Versicherung ist die Laufzeit, die in Größenordnungen zwischen 9 und 360 Tagen gewählt werden kann. Zu beachten ist, dass die mehrmonatige Versicherung auch entsprechende Zahlungen im Bereich der Kfz-Steuer nach sich ziehen wird.

Diese Unterlagen werden bei der Zulassungsstelle benötigt

Zunächst werden Zulassungsbescheinigung Teil I und Teil II im Original benötigt. Ist das Kraftfahrzeug bereits abgemeldet worden, muss auch die Stilllegebescheinigung vorgelegt werden. In diesem Falle sollte auch der Bericht der bestandenen Hauptuntersuchung mitgebracht werden, da diese womöglich nicht aus den Unterlagen hervorgeht.

Der Beantragende weist sich mit einem gültigen Personalausweis oder Reisepass aus. Sollte die Ausfuhr über eine Firma oder einen Verein erfolgen, sind außerdem ein Registerauszug sowie eine Gewerbe- oder Vereinsanmeldung zur Legitimation erforderlich. Außerdem sollte eine aktive deutsche Bankverbindung bestehen, damit die Kfz-Steuer eingezogen werden kann. Ist diese nicht vorhanden, wird der Betrag via Vorkasse bezahlt werden müssen. Ein entsprechender Beleg ist in diesem Falle vorzulegen, um die Zulassung der Ausfuhrkennzeichen abschließen zu können.

Die Haftpflichtversicherung wird im Gegensatz zur Kurzzeitkennzeichen-Versicherung nicht als eVB eingereicht. Sie muss auf dem klassischen Wege in Form von Doppelkarten vorgelegt werden. Mit dabei ist die sogenannte Grüne Karte, die die Kontaktdaten der ausländischen Schadensbüros enthält und außerdem als Nachweis für die bestehende Deckung in verschiedenen Ländern gilt.

Zusammenfassung der Unterlagen:

  • Gültiger Identitätsnachweis in Form von Personalausweis oder Reisepass
  • Für Unternehmen: Gewerbeschein oder Handelsregisterauszug
  • Für Vereine: Vereinsregisterauszug
  • Bestehende deutsche Bankverbindung oder Beleg über die Einzahlung der Kfz-Steuern
  • Zulassungsbescheinigung Teil I & Teil II
  • (Stilllegebescheinigung und Nachweis über gültigen TÜV)
  • Doppelkarten einer gültigen Ausfuhrkennzeichen-Versicherung

Sollte die Zulassung von einem Dritten durchgeführt werden, so benötigt dieser selbstverständlich entsprechende Vollmachten.

Geltungsbereich des Ausfuhrkennzeichens

Für gewöhnlich ist das Ausfuhrkennzeichen für den Export in alle Länder einsetzbar. Die Grenzen zeigt hier die Versicherung auf, die nicht jedes Land der Welt mit entsprechenden Deckungssummen abdeckt. Dieser Umstand sollte vor dem Erwerb der Doppelkarten bedacht werden – mitunter bieten unterschiedliche Versicherer auch verschiedene Deckungsbereiche an. Ist ein Land nicht mit inbegriffen, so lassen sich hier normalerweise direkt an den Grenzen weitere Versicherungen abschließen, um die Weiterfahrt möglich machen zu können.

Mehrwertsteuerrückerstattung

Käufer aus dem Nicht-EU-Ausland können sich unter Umständen die deutsche Mehrwertsteuer zurückerstatten lassen, sobald das Kfz die europäischen Grenzen verlassen hat. Sollte das geplant sein, muss eine sogenannte Movement Reference Number (MRN) im Vorfeld beantragt werden. Anhand dieser Nummer kann das Zollamt erkennen, dass das Fahrzeug Europa verlassen hat. Entsprechende Bescheinigungen werden dem Exporteur zugestellt. Weist die Rechnung nun eine ausgewiesene Umsatzsteuer aus, darf der Verkäufer die Mehrwertsteuer an den Käufer erstatten.

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