Die Teilkasko in der Kfz-Versicherung – Was sind die Vorteile und wann lohnt dieser Zusatzschutz

Anders als die Kfz-Haftpflichtversicherung ist die Teilkasko-Versicherung freiwillig und nicht gesetzlich vorgeschrieben. Trotzdem entscheiden sich die meisten Autofahrer für einen Versicherungsabschluss, denn die Teilkasko deckt in bestimmten Bereichen unverschuldete Schäden am eigenen Fahrzeug ab. Sie bewahrt den Versicherungsnehmer somit vor eigenen finanziellen Verlusten und schützt sein Interesse am wirtschaftlichen Wert des Kfz.
Der nachfolgende Beitrag klärt alle wichtigen Fragen rund um die Kfz-Teilkasko-Versicherung.


Diese Schäden deckt die Teilkasko ab

Die Teilkasko greift je nach Versicherer und gewähltem Tarif unter anderem bei sogenannten Elementarschäden. Unter diesen Begriff fallen alle Schäden, die von verschiedenen Naturgewalten verursacht werden. Allerdings sind nur jene Schäden abgedeckt, die sich auch tatsächlich durch den unmittelbaren Einfluss der Natur ergeben und nicht etwa auf das Verhalten des Fahrers zurückzuführen sind. Doch auch außerhalb der Elementarschäden gibt es eine ganze Reihe an möglichen Ereignissen, bei denen ein Fahrzeug beschädigt werden kann. Zu den häufigsten Schäden gehören Steinschlag und Glasbruch, Zusammenstöße mit Wild, Marderbisse, der Diebstahl des Autos bzw. Einbruch in das Kraftfahrzeug, sowie Beschädigungen durch Sturm, Hagel oder Blitzschlag.

Glasschaden

Besonders häufig kommen Teilkasko-Versicherungen für Glasschäden durch Steinschlag auf. Ist der Austausch der Scheibe unumgänglich, zahlt der Versicherungsnehmer üblicherweise die vertraglich vereinbarte Selbstbeteiligung. Bei manchen Versicherungen kann sich die Selbstbeteiligung bei einem Scheibenaustausch jedoch auch reduzieren, dies hängt aber vom gewählten Tarif ab. Da der komplette Austausch einer Scheibe in jedem Fall teurer ist als die Reparatur des Steinschlags, verzichten die Versicherungsgesellschaften bei einer reinen Instandsetzung in der Regel auf die Selbstbeteiligung.
Ein Glasschaden tritt aber nicht nur nach einem Steinschlag auf, sondern unter Umständen auch bei Hagel oder nach einem Wildunfall. Wie in den oberen Absätzen nachzulesen ist, übernimmt die Teilkasko auch in diesen Fällen die Kosten. Dabei ist es unerheblich, ob der Schaden an der Frontscheibe, an den Seitenscheiben oder womöglich am Dachschiebefenster auftritt.


Wildunfälle

Grundsätzlich greift die Teilkasko-Versicherung nur bei Wildunfällen mit Haarwild. Gemäß § 2 des Bundesjagdgesetzes zählen zu dieser Kategorie folgende Tiere: Schwarz- und Rotwild, Wildschweine, Wildkaninchen, Hasen und Murmeltiere, Luchse und Füchse, Wisente und Elche sowie Fischotter und Seehunde.
Nicht zum Haarwild gehören Bären und Wölfe, Hunde und Katzen, Pferde und Kühe sowie Vögel.
Damit die Teilkasko greift, muss das eigene Fahrzeug bei dem Unfall in Bewegung gewesen sein.
Entstand der Schaden am Fahrzeug durch das Überfahren eines bereits toten Tieres aus der Kategorie Haarwild, kommt die Teilkasko nicht für den Schaden auf. Das Gleiche gilt, wenn der Fahrer dem Haarwild ausweicht und seinen Wagen dabei zum Beispiel in einen Graben lenkt.

Marderschaden/Marderbiss

Auch Schäden an der Verkabelung durch Marderbisse sind in der Teilkasko eingeschlossen. Zündkabel, Kühlwasser- und Scheibenwischwasserschläuche sind bei den kleinen Raubtieren übrigens besonders beliebt. Durch Zusatzleistungen kann auf Wunsch ein Versicherungsschutz für Bisse sämtlicher Tierarten sowie für deren Folgeschäden erreicht werden.

Einbruch, Diebstahl, Raub

Einbruch, Diebstahl und Raub sind ebenfalls typische Fälle für die Teilkasko. Zu beachten ist jedoch, dass die Versicherung bei Raub generell nicht für lose mitgeführte Gegenstände haftet, sondern nur für fest verbaute Komponenten und natürlich das gesamte Fahrzeug an sich. Handy und Laptop, persönliches Gepäck oder das Portemonnaie: Sind nach dem Aufbruch eines Wagens solche Gegenstände verschwunden, bleibt der Versicherungsnehmer auf dem Schaden sitzen. Ausnahme: Falls vorhanden, würde in diesem Fall eine Hausratversicherung mit einer sogenannten Außenversicherung greifen.
Für fest im Auto verbaute Navigationsgeräte, Radios oder gestohlene Räder kommt die Teilkasko dagegen auf.

Sturmschäden

Herabfallende Äste und Dachziegel, ein Baum, der auf ein parkendes Auto stürzt: Die Teilkaskoversicherung übernimmt die Reparaturkosten am Fahrzeug bei einem Sturm ab Windstärke 8. Ob die Windgeschwindigkeit in dem betroffenen Gebiet tatsächlich bei über 63 Stundenkilometern lag, lässt sich beim Deutschen Wetterdienst erfragen. Liegt ein umgestürzter Baum dagegen schon länger auf der Straße und kann der Fahrer nicht rechtzeitig bremsen und ausweichen, muss er selbst beziehungsweise gegebenenfalls die Vollkaskoversicherung für den Schaden aufkommen.

Hagel und Blitzschlag

Hagel verursacht oftmals massive Lackschäden und Beulen. Die Teilkasko kommt für solche Schäden sowie für durch Hagelkörner verursachten Glasbruch am Pkw auf. Der Hagelschaden sollte möglichst umgehend durch Fotos dokumentiert und der Versicherung gemeldet werden.
Blitze können ebenfalls eine zerstörerische Wirkung entfalten. Bei einem Auto ist meist die Bordelektronik betroffen, denkbar sind aber auch Spuren am Lack oder geplatzte Reifen. Die Teilkaskoversicherung kommt für die Schäden durch Blitzeinschlag auf.

Elementarschäden

Zu den Elementarschäden zählen Erdrutsche, Lawinenabgänge, Muren, Erdbeben und Schneedruck. Mit Schneedruck ist die Schneelast gemeint: Bricht also durch das enorme Gewicht von (nassem) Schnee ein Ast von einem Baum ab und fällt auf einen Pkw, wird der Schaden von der Teilkasko übernommen.
Die Folgen von Dachlawinen sind dagegen nicht immer automatisch versichert, hier kommt es auf den gewählten Tarif der jeweiligen Versicherungsgesellschaft an.
Auch Wasserschäden bei Starkregen durch plötzlich auftretende Überschwemmungen oder eine unerwarteterweise überflutete Tiefgarage werden von der Teilkasko übernommen.

Abweichende Regelungen durch Sondertarife beziehungsweise Zusatzleistungen bei Wildunfällen

Besonders in ländlichen und waldreichen Regionen empfiehlt es sich, den Versicherungsschutz für Wildunfälle zu erweitern. Die meisten Versicherungsgesellschaften bieten für die Teilkasko spezielle Sondertarife an, die alle Tierarten beinhalten. Somit wären dann auch Zusammenstöße mit Pferden, Rindern, Schafen, Vögeln, Ziegen und anderen Tieren abgesichert.

Weitere Schäden, für die eine Teikasko-Versicherung aufkommt

Ebenfalls abgedeckt sind Schäden durch Brand, Explosion und Kurzschluss aufgrund eines technischen Defektes. Wurde das Auto jedoch von Dritten gezielt und mutwillig in Brand gesetzt, handelt es sich um Vandalismus: In diesem Fall würde nur eine Vollkasko-Versicherung greifen.

Längerer Neuwert- und Kaufwertersatz bei Totalschaden

In den ersten Jahren nach dem Kauf unterliegen Neufahrzeuge einem erheblichen Wertverlust. Wäre die Versicherungsleistung der Teilkasko grundsätzlich auf den Wiederbeschaffungswert begrenzt, würde ein Totalschaden in den ersten Jahren zu immensen finanziellen Einbußen für den Autobesitzer führen. Die Versicherungsgesellschaften verpflichten sich daher vertraglich, den Neuwert des Fahrzeugs bei einem Totalschaden innerhalb eines genau festgelegten Zeitraums nach dem Kauf zu erstatten. Je nach Versicherungsgesellschaft und Tarif handelt es sich dabei um eine Zeitspanne zwischen sechs und zwölf Monaten. Es besteht aber die Möglichkeit, vertraglich einen längeren Neuwert- und Kaufwertersatz als üblich festzusetzen. Abhängig vom Tarif ist dabei ein Zeitrahmen von 24 Monaten üblich.

Mögliche Leistungseinschränkungen durch grobe Fahrlässigkeit

Gemäß § 81 Absatz 1 VVG muss eine Teilkaskoversicherung die Kosten nicht übernehmen, wenn der Versicherungsnehmer den Schaden vorsätzlich herbeigeführt hat. Liegt grobe Fahrlässigkeit vor, übernimmt die Versicherung die Schadensregulierung in der Regel nur anteilmäßig, wobei der genaue Umfang von dem Grad der Verschuldung abhängt. Viele Gesellschaften kommen den Versicherungsnehmern aber in ihren Tarifen mit einer speziellen Vertragsklausel entgegen. Mit einem solchen Passus verzichtet die Versicherung auf die „Einrede wegen grober Fahrlässigkeit“, so dass bei einem entsprechenden fahrlässigen Verhalten des Versicherungsnehmers keine anteilige Kürzung der Versicherungsleistung zu befürchten ist.

Diese Schäden werden nicht von der Teilkasko-Versicherung übernommen

Alle Arten von Vandalismus, also mutwillige Kratzer im Lack, vorsätzlich zugeführte Dellen und Beulen im Blech oder abgeknickte Antennen, werden nicht von der Teilkasko übernommen. Dies gilt laut Bundesgerichtshof auch dann, wenn das Fahrzeug von einem Dritten aus Wut über einen nicht erfolgreichen Diebstahlversuch beschädigt wurde (Aktenzeichen: IV ZR248/08).
Für Vandalismus aller Art ist also grundsätzlich die Vollkasko-Versicherung zuständig.
Wurde ein Unfall selbst verschuldet, kommt die Teilkasko ebenfalls nicht für die Schäden am Fahrzeug des Verursachers auf.
Autofahrer sollten sich außerdem bewusst sein, dass in der Regel nur unmittelbare Risiken durch die Teilkasko-Versicherung abgesichert sind, eventuell daraus resultierende Folgeschäden oft jedoch nicht.
Und ebenfalls ganz wichtig: Die Folgen einer Fahrerflucht sind über die Teilkasko-Versicherung nicht abgedeckt.

So werden die Beiträge für die Teilkaskoversicherung berechnet

Hauptfaktoren für die Beitragsberechnung sind die Typklasse und die Regionalklasse.
Alle zugelassenen Fahrzeugmodelle sind in Deutschland einer Typklasse zugeordnet. Ausschlaggebend für die Zuordnung sind mehrere Aspekte. So spielt es beispielsweise eine Rolle, wie oft das Modell gestohlen wird (Diebstahlstatistik), wie häufig es in Unfälle verwickelt ist und wie hoch das allgemeine Risiko ist, dass der Wagen zum Versicherungsfall wird. Schnelle Autos sind in der Regel häufiger in Unfälle verwickelt, es fallen aber auch zahlreiche, meist ältere Kleinwagen in die höheren Klassen, denn erfahrungsgemäß werden sie besonders oft von Fahranfängern genutzt.
Jedes Jahr wird die Einteilung der Typklassen auf Basis der Schadensstatistiken aktualisiert. In der Teilkasko existieren die Klassen zehn bis 33. Zum Vergleich: In der Haftpflichtversicherung reicht die Spanne von zehn bis 25, in der Vollkasko von zehn bis 34. Für die Beitragsberechnung gilt die Faustregel: je höher die Typklasse, desto teurer die Versicherung. Wer wissen möchte, welcher Typklasse das eigene Fahrzeug zugeordnet wurde, kann das komplette Verzeichnis als Printausgabe und gegen Gebühr für den Postversand bestellen oder eine Online-Abfrage vornehmen.
Der zweite wichtige Berechnungsfaktor ist die Regionalklasse. Deutschlandweit ist jedes Kennzeichen einer Regionalklasse zugeteilt. Laut dem Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) ergibt sie sich aus den örtlichen Straßen- und Witterungsverhältnissen, dem Fahrverhalten, der Anzahl der zugelassenen Fahrzeuge und der regionalen Unfallbilanz. In der Teilkasko-Versicherung gibt es 16 Regionalklassen, in der Vollkasko neun und in der Haftpflichtversicherung zwölf. Auch hier gilt: je höher die Regionalklasse, desto höher auch der Beitrag. Autofahrer im Norden und Osten unseres Landes kommen dabei übrigens besonders günstig weg: Die Regionen Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg und Schleswig-Holstein werden in den aktuellen Regionalstatistiken sehr niedrig eingestuft. In Teilen Bayerns sowie in Großstädten wie Berlin, München und Hamburg gelten dagegen relativ hohe Regionalklassen.

Weitere Aspekte der Beitragsberechnung

Zusätzlich werden bei der Beitragsberechnung für die Teilkasko verschiedene Risikomerkmale berücksichtigt. So spielt beispielsweise die jährliche Kilometerfahrleistung eine Rolle, denn je mehr Kilometer mit dem Wagen zurückgelegt werden, desto höher ist auch das Risiko, dass er in einen Schadensfall beziehungsweise Unfall verwickelt wird.
Da Statistiken zudem zeigen, dass junge und ältere Fahrer mehr Schäden verursachen als Fahrer mittleren Alters, kommt unter Umständen das Risikomerkmal „Nutzeralter“ hinzu.
Darüber hinaus haben Faktoren wie der nächtliche Abstellort des Fahrzeugs (Garage, Carport oder an der Straße), die Nutzungsart (rein privat, nur gewerblich oder eine Kombination aus beiden Nutzungsarten), eine bestehende Vorversicherung sowie in der Vergangenheit bereits regulierte Schäden Einfluss auf den Versicherungsbeitrag.

Keine Schadensfreiheitsklassen in der Teilkasko

Oft wundern sich Autofahrer, dass für die Teilkasko-Versicherung keine Schadensfreiheitsklassen vorgesehen sind. Doch dafür gibt es einen ganz plausiblen Grund: Die Teilkasko greift schließlich nur bei Schäden, die der Versicherungsnehmer nicht selbst verursacht hat. Er selbst kann also überhaupt nicht beeinflussen, ob er lange Zeit ohne Schaden bleibt, denn Naturgewalten und andere Ereignisse sind nicht absehbar.

Sparmöglichkeiten in der Teilkasko-Versicherung

Trotz der festgelegten Einstufung in Typ- und Regionalklassen können Autofahrer die Beiträge für ihre Teilkasko-Versicherung senken. Möglichkeiten gibt es genug.

Tipp
In der Teilkaskoversicherung gibt es keinen Schadensfreiheitsrabatt. Ein vorsichtiges und umsichtiges Fahren hat keinerlei Einfluss auf die Versicherungsprämie, diese bleibt über die Jahre immer gleich.
Hat der Versicherungsnehmer einen hohen Schadensfreiheitsrabatt in der Vollkasko, so kann die Prämie für einen Vollkaskoschutz günstiger als der Teilkaskoschutz sein.

Teilkasko-Versicherungen gründlich vergleichen

Mit einem Versicherungsvergleich können Autofahrer bares Geld sparen, denn die Tarife und optionalen Zusatzleistungen unterscheiden sich je nach Gesellschaft oft sehr deutlich. Heutzutage muss dafür aber zum Glück niemand umständlich von Versicherung zu Versicherung laufen: Ein Versicherungsvergleich im Internet geht schneller und einfacher. Außerdem ist er wesentlich aussagekräftiger als die Recherche auf eigene Faust, da der Online-Vergleich auch Versicherungsgesellschaften berücksichtigt, die dem Interessenten bislang vielleicht gar nicht bekannt waren.

Die Vor- und Nachteile der Werkstattbindung

Wenn ein Autofahrer selbst entscheiden will, in welcher Kfz-Werkstatt sein Wagen im Schadensfall repariert wird, muss er häufig bis zu 20 Prozent mehr für seine Teilkasko zahlen. Überlässt er dagegen der Versicherungsgesellschaft die Wahl der Werkstatt, kann er tüchtig sparen. Kommt es dann zu einem Schadensfall, organisiert die Versicherung die Reparatur in der Partnerwerkstatt, was den Versicherungsnehmer jede Menge Aufwand erspart. Meist handelt es sich bei den Partnerwerkstätten um freie Betriebe ohne Markenbindung. Dies kann dann ein Nachteil sein, wenn der Versicherungsnehmer großen Wert auf eine Werkstatt legt, die auf die eigene Marke spezialisiert ist. Sorgen um die Qualität der Reparaturarbeit müssen sich Autofahrer aber selbst in einer Partnerwerkstatt nicht machen. Die meisten Versicherungsgesellschaften überprüfen ihre Partnerwerkstätten stichprobenartig, außerdem müssen die Werkstätten bestimmte Auflagen erfüllen. Zwar erhalten die Werkstätten von den Versicherungsgesellschaften üblicherweise einen geringeren Stundensatz als branchenüblich, dies bedeutet aber nicht, dass sich daraus eine schlechtere Arbeitsleistung ergibt. Darüber hinaus erwarten den Versicherungsnehmer oft attraktive Zusatzleistungen: Je nach Versicherungsgesellschaft ist beispielsweise ein kostenloser Transport des Wagens vom Unfallort zur Werkstatt möglich, auch die Bereitstellung eines Ersatzwagens ist bei einer Partnerwerkstatt keine Seltenheit.
Es ist jedoch zu bedenken, dass gerade bei neueren Autos der Wiederverkaufswert sinken kann, wenn die Fahrzeuge nicht in Vertragswerkstätten des Herstellers repariert werden. Für ältere Fahrzeuge mit einem nicht mehr sehr hohen Wiederverkaufswert stellt die Werkstattbindung jedoch in der Regel eine interessante Option dar.
Sie gilt übrigens prinzipiell nur für Kaskoschäden, das heißt, für Inspektionen kann der Versicherungsnehmer selbstverständlich eine Werkstatt seiner Wahl aufsuchen.
Umgekehrt muss er sich im Schadensfall aber zwingend an die Werkstattbindung halten:
Wenn ein Autofahrer in Eigenregie eine Werkstatt seiner Wahl beauftragt, obwohl er mit der Versicherungsgesellschaft eine vertraglich festgesetzte Werkstattbindung vereinbart hat, darf die Versicherung die Kostenübernahme verweigern oder kürzen.

Die Selbstbeteiligung

Die Selbstbeteiligung ist in der Teilkasko ebenfalls eine interessante Sparmöglichkeit. Je höher sie nämlich ausfällt, desto günstiger wird auch der Beitrag. Der meistgewählte Betrag liegt bei 150 Euro: ein überschaubarer Betrag, der im Schadensfall kein allzu großes Loch in die Haushaltskasse reißt. Reparaturkosten bis zur Selbstbeteiligung bezahlt der Versicherungsnehmer grundsätzlich selbst, dafür gewährt die Versicherungsgesellschaft einen Beitragsrabatt, denn sie spart durch die Selbstbeteiligung jede Menge Verwaltungskosten.
Berechnungen haben ergeben, dass eine Selbstbeteiligung in Höhe von 150 Euro einen Preisnachlass von durchschnittlich bis zu 23 Prozent ergibt.
Natürlich kann ein Autofahrer seinen Eigenanteil auch deutlich höher setzen. Ob 300, 500, 1000, 1500 oder gar 2500 Euro, hier kann er sich individuell mit seiner Versicherungsgesellschaft einigen.

Den Fahrerkreis einschränken

Wer den Fahrerkreis seines Fahrzeugs möglichst klein hält, zahlt für seine Teilkasko-Versicherung deutlich weniger als ein Versicherungsnehmer, dessen erwachsene Kinder als Fahranfänger im Vertrag eingeschlossen sind. Je mehr Fahrpraxis die aufgeführten Personen besitzen und je kleiner dieser Personenkreis ist, desto niedriger sind auch die Beiträge.

Kaskoschäden und Pflichten des Versicherungsnehmers

Bei einem Entwendungs-, Brand- oder Wildschaden besteht in der Regel die Verpflichtung, das Schadensereignis nach Möglichkeit unmittelbar der Polizei zu melden. Wer sich nicht daran hält, begeht im schlimmsten Fall eine Obliegenheitsverletzung, die nur dann nicht zur Leistungsverweigerung des Versicherers führt, wenn sie auf den Umfang der Leistung oder die Feststellung des Versicherungsfalles keinen Einfluss hatte. Im Versicherungsvertrag ist ganz genau geregelt, wann die Polizei eingeschaltet werden muss.
Dort kann auch nachgelesen werden, bis wann der Schaden der Versicherung gemeldet werden muss. Üblicherweise muss dies innerhalb einer Woche geschehen.
Darüber hinaus besteht für Versicherungsnehmer die Pflicht zur Mithilfe an der Aufklärung des Unfallhergangs.
Des Weiteren ist er zur Schadensminderung verpflichtet, das heißt, er muss beispielsweise die Scheibe nach einem Glasbruch abdecken, um das Eindringen von Nässe und Regenwasser zu verhindern.

Laufzeiten und Kündigung der Teilkasko-Versicherung

Ist ein Auto in die Jahre gekommen, wird die Teilkasko-Versicherung oft nicht mehr benötigt. Doch ganz ohne Kfz-Versicherung geht es nicht, denn zumindest die Haftpflichtversicherung ist Pflicht und gesetzlich vorgeschrieben.
Es kann aber auch sein, dass der Versicherungsnehmer einfach nur eine günstigere Teilkasko-Versicherung abschließen möchte. Dann kann er natürlich fristgerecht kündigen.
Wichtig: Bei einer Haftpflichtversicherung sind die Versicherungen quasi gezwungen, einen Antragsteller aufzunehmen, für Kaskoversicherungen gibt es diese Annahmepflicht jedoch nicht. Darum sollte eine Teilkasko-Versicherung erst dann gekündigt werden, wenn die gewünschte neue Versicherungsgesellschaft einer Annahme zugestimmt hat. Ansonsten könnte es zu einer Unterbrechung im Versicherungsschutz kommen. Der (neue)Versicherungsbeginn kann dann in Abstimmung mit der Versicherung nach den eigenen Bedürfnissen gewählt werden, so dass es zu keiner Überschneidung der Laufzeiten kommt. Ein Teilkasko-Versicherungsvertrag läuft immer über zwölf Monate. Mit einer Frist von einem Monat zum Vertragsende kann die Police gekündigt werden. Die meisten Kfz-Versicherungs-Verträge laufen jeweils zum Kalenderjahr aus und enden somit am 31. Dezember. Die schriftliche Kündigung muss also spätestens bis zum 30. November eingegangen sein.
Ein Sonderkündigungsrecht besteht bei einer Beitragserhöhung durch die Versicherung. In diesem Fall müssen Versicherungsnehmer nicht bis zum Vertragsende warten, sondern können sofort zu einem anderen Anbieter wechseln.
Der Teilkasko-Schutz erlischt automatisch, wenn es zu einem Fahrzeugwechsel kommt. Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich um einen Neuwagen oder um einen Gebrauchtwagen handelt.

Die Ruheversicherung, ein Sonderfall in der Kraftfahrt-Versicherung

Die Ruheversicherung garantiert auch für stillgelegte Fahrzeuge Versicherungsschutz, und zwar bis maximal 18 Monate nach Stilllegung. Bestand bei Stilllegung also eine Teilkasko-Versicherung, besteht der Teilkaskoversicherungsschutz auch weiterhin für höchstens anderthalb Jahre. Er ist generell beitragsfrei. Im Ruheversicherungszeitraum dürfen Fahrzeuge jedoch nicht auf öffentlichen Straßen abgestellt werden.

Der Geltungsbereich der Teilkasko-Versicherung

Der Geltungsbereich der Teilkaskoversicherung bezieht sich auf mehr als 40 Länder im Europäischen Wirtschaftsraum, darunter die gesamte EU, das geografische Europa, aber auch Israel, Marokko, Russland oder die Türkei.

Teilkasko und Kurzzeitkennzeichen

Kurzzeitkennzeichen gibt es üblicherweise für Überführungs-, Prüfungs- und Probefahrten. Eine Teilkaskoversicherung ist hierfür jedoch nicht vorgesehen. Das liegt zum einen an den extrem kurzen Laufzeiten, zum anderen aber auch an dem unkalkulierbaren Risiko, das sich für die Versicherer ergeben würde.

In diesen Fällen lohnt sich eine Teilkasko-Versicherung

Die Teilkaskoversicherung ist meist bei nicht mehr ganz neuen Autos mit einem Wert von mehr als 4000 Euro und einem Alter ab vier bis fünf Jahren zu finden. Bei einem niedrigeren Fahrzeugwert reicht vielen Autofahrern eine reine Haftpflichtversicherung aus. Doch auch in solchen Fällen muss die Teilkasko nicht unbedingt überflüssig sein. Wer sich beispielsweise nach einem Wildunfall, einem Hagelschaden oder einem Diebstahl kein neues Auto leisten könnte, investiert lieber in eine Teilkaskoversicherung, zumal der Versicherungsbeitrag über die Selbstbeteiligung und die Werkstattbindung individuell gesteuert werden kann.
Für Neuwagen ist die Teilkasko dagegen weniger geeignet, hier rechnet sich auf jeden Fall eine Vollkasko-Versicherung.

Die Vor- und Nachteile der Teilkasko-Versicherung

Die Teilkaskoversicherung ist auf den ersten Blick natürlich wesentlich günstiger als eine Vollkasko-Versicherung, allerdings beinhaltet sie auch keinen Schadensfreiheitsrabatt. Das kann ein Nachteil sein, wenn ein umsichtiger Autofahrer über viele Jahre schadenfrei fährt und nicht in den Genuss eines niedrigeren Beitrags kommt, aber auch ein Vorteil. Versicherungsnehmer zahlen für die Teilkasko nämlich auch dann nicht mehr, wenn die Versicherung gleich mehrmals in einem Jahr einspringen muss.
Der Leistungsumfang der Teilkasko ist jedoch eingeschränkt: Selbst verschuldete Unfälle, Vandalismus sowie Beschädigungen mit Fahrerflucht sind nicht versichert. Oft gehören auch Folgeschäden nicht zum Versicherungsumfang.
Andererseits ist die Teilkasko oft günstiger als die Finanzierung von aufwendigen Reparaturen im Schadensfall. Überschreitet der entstandene Schaden allerdings den Wiederbeschaffungswert des Pkw, kostet die Reparatur also mehr als der Wagen wert ist, übernimmt die Teilkaskoversicherung die Kosten meist nicht komplett.
Bei der Überlegung sollten also die individuellen finanziellen Gegebenheiten des potenziellen Versicherungsnehmers genauso berücksichtigt werden wie die persönliche Fahrleistung und der Zustand beziehungsweise Wert des Fahrzeugs.

Die Teilkasko-Versicherung, ein sinnvoller Kompromiss zwischen Haftpflicht-Versicherung und Vollkasko

Die Teilkasko deckt Schäden ab, die vom Verhalten des Versicherungsnehmers unabhängig sind. Da selbst der erfahrenste und umsichtigste Fahrer nicht vor Steinschlag, Diebstahl oder einem Wildunfall gefeit ist, ist eine Teilkasko-Versicherung auf jeden Fall eine empfehlenswerte Ergänzung zur gesetzlich vorgeschriebenen Haftpflichtversicherung. In manchen Fällen, etwa bei teuren Neuwagen, wenn eine Vollkasko-Versicherung sinnvoller ist, oder bei älteren Autos ohne nennenswerten Restwert, für die eine Haftpflichtversicherung ausreicht, kann auf die Teilkasko aber auch verzichtet werden.