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Alle Fahrzeugarten / -typen im Überblick

Die für den Straßenverkehr zugelassenen Fahrzeuge lassen sich grob in fünf Kategorien einteilen: Personenkraftwagen, Nutzfahrzeuge, Sonderfahrzeuge, Krafträder und Anhänger. Kriterien für die Unterteilung von Kraftfahrzeugen sind im Allgemeinen die Größe, der Zweck bzw. das Einsatzgebiet und die Motorisierung. Diese Einteilung dient unter anderem der Steuerzuteilung von Fahrzeugen. Auch sind für verschiedene Fahrzeugtypen unter Umständen unterschiedliche Führerscheine notwendig. In diesem Artikel erfahren Sie, anhand welcher Kriterien die Fahrzeugtypen unterschieden werden und welche Voraussetzungen für das Führen des Fahrzeugs erfüllt werden müssen.

Die Notwendigkeit zur Einteilung von Kraftfahrzeugtypen

Für Fahrzeuge, die am öffentlichen Straßenverkehr teilnehmen, muss im Regelfall eine Kfz-Anmeldung erfolgen. Je nach Fahrzeugtyp fällt ein unterschiedlicher Steuersatz für das Kfz an, auch für die Höhe der Versicherungsbeiträge spielt der Fahrzeugtyp eine Rolle. Ein weiterer Aspekt ist die Fahrerlaubnis. In Deutschland sind insgesamt 17 Führerscheine aus den sechs übergeordneten Klassen A, B, C, D, T und L auf das Führen verschiedener Fahrzeugarten ausgelegt.

Grundsätzliche Unterteilung von Fahrzeugen

Fahrzeugtypen mit einer Spur zählen zu den Krafträdern, alle anderen Fahrzeugtypen sind mehrspurig. Während PKW in erster Linie dem privaten Personenverkehr dienen, werden Kfz-Typen, die vorrangig wirtschaftlichen Tätigkeiten dienen, als Nutzfahrzeuge kategorisiert. Diese sind speziell konzipiert, um Lasten zu transportieren. Auch für den gewerblichen Personentransport gibt es in dieser Kategorie Fahrzeugmodelle, hierzu zählen z.B. Busse. Sonderfahrzeuge stehen in der Regel im Dienst des Staats. Feuerwehr- oder Müllwagen sind Beispiele für diese Kategorie. Sie zeichnen sich durch komplexe Auf- und Anbauten für spezifische Zwecke aus. Weiterhin lassen sich Anhänger ohne eigene Motorisierung als eigene Kategorie ausmachen.

Personenkraftwagen

Als Personenkraftwagen, kurz Pkw oder umgangssprachlich Auto, gelten zunächst einmal nur mehrspurige Kfz-Typen mit mindestens vier Rädern. Sie dienen nach der Richtlinie 2007/46/EG dem Individualverkehr, also im Normalfall der privaten Personenbeförderung. Die meisten Pkw verfügen über vier Räder, fünf Sitze und ein Gewicht von ein bis zwei Tonnen. Bei der Karosserieform herrscht eine gewisse Vielfalt, die vom Cabrio über den Kombi bis hin zu geländefähigen Modellen reicht. Die Vorschriften, die für die Nutzung eines Pkws auf öffentlichen Straßen aufgestellt wurden, besitzen allgemeine Gültigkeit: Der Fahrer muss über einen Führerschein der Klasse B verfügen, dieser erlaubt die Beförderung von maximal acht Personen in einem Fahrzeug mit bis zu 3,5 Tonnen Gesamtgewicht. Außerdem muss das Fahrzeug ordnungsgemäß beim Straßenverkehrsamt angemeldet sein und laut Pflichtversicherungsgesetz zumindest über eine Kfz-Haftpflichtversicherung verfügen.

Nutzfahrzeuge

Ein vorrangig gewerblicher, der Öffentlichkeit dienlicher oder landwirtschaftlicher Einsatz grenzt Nutzfahrzeuge von anderen Fahrzeugtypen ab. Sie sind mehrspurig und im Allgemeinen deutlich größer und schwerer als PKW. Bei der Erhebung der Steuer werden Nutzfahrzeuge anders als PKW u.a. in Gewichtsklassen kategorisiert. Typischerweise sind sie so gestaltet, dass ein möglichst großer Stauraum für die Aufnahme von Gütern vorhanden ist oder viele Personen sicher befördert werden können. Pritschenwagen und für den Warentransport umgebaute Personenkraftwagen sind genauso als Nutzfahrzeuge eingeteilt wie Omnibusse oder bis zu 40 Tonnen schwere Lastkraftwagen. Für das Führen eines Nutzfahrzeugs sind je nach Typ Führerscheine der Klassen C, D, T oder L notwendig.

Krafträder

Eindeutiges Merkmal von Krafträdern ist die offene Bauform. In der StVO werden Krafträder in vier Unterklassen eingeteilt; die erforderlichen Führerscheine sind gestaffelt: Die erste Kategorie Krafträder umfassen Kleinkrafträder mit einer Höchstgeschwindigkeit von 45 km/h und max. 50 ccm Hubraum. Zum Führen eines Fahrzeugs dieser Kategorie ist ein Führerschein der Klasse AM nötig. Die zweite Kategorie bilden Leichtkrafträder und -roller mit einem Hubraum von maximal 125 ccm und einer Motorleistung von bis zu 11 kW beziehungsweise 15 PS. Um ein solches Leichtkraftrad zu fahren, ist ein Führerschein der Klasse A1 Voraussetzung. Für das Führen eines Kraftrads der dritten Kategorie ist ein Führerschein der Klasse A2 notwendig. Dieser erlaubt das Führen von Krafträdern mit einer Motorleistung von bis zu bis 35kW oder 48 PS. Zudem darf das Verhältnis von Leistung und Gewicht des Motorrads höchstens 0,2 kW pro kg betragen. Die vierte Kategorie bilden Motorräder mit einem Hubraum von mehr als 125 ccm, die den Beschränkungen der vorherigen Klassen nicht unterliegen. Diese Krafträder dürfen nur von Personen mit einem Motorrad-Führerschein der Klasse A gefahren werden.

Die Besteuerung von Krafträdern ist grundsätzlich günstiger als die von Pkws, sie erfolgt nach den Kriterien Hubraum und Nennleistung. Auf Klein- und Leichtkrafträder fallen keine Kfz-Steuern an, für Motorräder werden Kfz-Steuer sowie Versicherungsbeiträge erhoben.

Sonderfahrzeuge

Sonderfahrzeuge sind im Gegensatz zu anderen Fahrzeugen für einen eingeschränkten Nutzen und eine spezifische Aufgabe konzipiert. Hierzu zählen unter anderem Einsatzfahrzeuge wie Feuerwehr- und Polizeiautos, Stadtreinigungswagen und Müllabfuhren. Im privatwirtschaftlichen Sektor zählen beispielsweise Abschleppwagen und Taxen zu den Sonderfahrzeugen. Um Sonderfahrzeuge zu führen, bedarf es einer gesonderten Genehmigung. Sie werden in der Regel mit besonderen Kfz-Kennzeichen ausgestattet, die ihren Status sofort erkennen lassen.

Anhänger

Die gemeinsame Charakteristik von Anhängern ist der fehlende Motor für den Vortrieb. Um sie auf der Straße zu bewegen, wird ein motorisiertes Fahrzeug mit Anhängerkupplung benötigt; der Anhänger selbst muss über eine intakte Lichtanlage verfügen. Verbreitet sind Anhängermodelle, die speziell für die Beförderung von Lasten konzipiert sind, auch Wohnwagen oder Pferdeanhänger sind häufig im Straßenverkehr vertreten. Anhänger mit bis zu 750 kg Gewicht dürfen mit einem Führerschein für den PKW (B) gezogen werden – dabei ist jedoch das Gesamtgewicht des Gespanns zu berücksichtigen. Zum Transport schwererer Lasten werden Zusatzführerscheine (Klasse BE oder B96) benötigt. Um Anhänger an Fahrzeugtypen der Klasse D1 zu ziehen, wird gegebenenfalls ebenfalls ein zusätzlicher Führerschein (D1E oder DE) benötigt. Anhänger benötigen im Normalfall eine eigene Zulassung, damit sie im öffentlichen Raum verwendet werden können. Die Steuer berechnet sich aus dem Gewicht.

Fazit: Nutzen der Kategorisierung verschiedener Fahrzeugtypen

Dem Staat wird durch eine differenzierte Einteilung der Fahrzeugarten die Möglichkeit eingeräumt, Kfz-Typen unterschiedlich zu besteuern. Diese setzt sich bei privat genutzten Fahrzeugen wie Pkw und Krafträdern aus den Kriterien Hubraum, Nennleistung und seit 2009 zusätzlich aus der Höhe des CO2-Ausstoßes und der Schadstoffklasse zusammen. Doch auch in ihrer Funktion werden sie unterschieden: Für Nutzfahrzeuge und Sonderfahrzeuge gelten andere Richtlinien als für privat genutzte Fahrzeuge. Steuerliche Reduzierungen oder Befreiungen sind im Kraftfahrzeugsteuergesetz (KraftStG) geregelt. Die verschiedenen Führerscheinklassen sind ebenfalls eindeutigen Fahrzeugtypen zugeordnet - schließlich unterscheidet sich die sichere Lenkung eines Omnibusses maßgeblich von dem Führen eines Motorrads. Und auch für Versicherungen ist die Fahrzeugart ein wichtiger Faktor zur Berechnung der Beitragssätze ihrer Mitglieder.

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