Militärfahrzeuge im Überblick

Das Militär unterhält eine Vielzahl verschiedener Fahrzeuge. Diese werden hinsichtlich ihrer Nutzung in zivile und militärische Fahrzeuge unterschieden. Zivilfahrzeuge entsprechen grundsätzlich den Serienmodellen der Hersteller, besitzen aber meist eine militärische Ausstattung wie eine spezielle Tarnlackierung und eine Funkausrüstung. Die Armee nutzt sowohl zivile Pkw als auch Lkw. Militärische und teilmilitärische Fahrzeuge hingegen entsprechen in ihrer Funktion und Verwendung nicht den Standards der Zivilfahrzeuge. Militärfahrzeuge sind für Kampfeinsätze konzipiert und besitzen oft keine reguläre Straßenzulassung. Was das im Detail bedeutet und welche Regelungen es für Militärfahrzeuge bedeutet, erfahren Sie im nachfolgenden Artikel.


Zivile Fahrzeuge

Das Militär setzt Zivilfahrzeuge ein, um Materialien oder Personen in Nichtkriegsgebieten zu transportieren. Hierbei werden Serienfahrzeuge genutzt, die teils mit militärischem Gerät aufgerüstet wurden. Die Bundeswehr unterhält einen Fuhrpark mit Motorrädern, Pkws und Lkws. Die Fahrzeuge entsprechen handelsüblichen Fahrzeugen deutscher oder ausländischer Hersteller. Zivile Fahrzeuge mit militärischer Sonderausstattung enthalten zusätzliche Komponenten wie ein Funkgerät, eine leichte Panzerung oder eine spezielle Geländefähigkeit. Diese Fahrzeuge werden bei der zivilen Aufgabenerfüllung der Bundeswehr oder für die Logistik genutzt. Neben normalen Zivilfahrzeugen befinden sich auch Sonderfahrzeuge im Fuhrpark. Diese dienen dazu, spezielle Aufgaben wie Bauvorhaben oder Müllentsorgungen zu übernehmen. Unter die Sonderfahrzeuge fallen beispielsweise Baufahrzeuge wie Bagger, Mülllaster oder Muldenkipper.

Teilmilitarisierte Fahrzeuge

Teilmilitarisierte Fahrzeuge entsprechen in ihrer Grundform den zivilen Fahrzeugen, sind jedoch mit speziellem Militärgerät ausgestattet. Besonders bei den für die Logistik wichtigen Lkws gibt es viele teilmilitarisierte Fahrzeuge. Lkws sind in Krisengebieten durch eine entsprechende Panzerung vor Angriffen geschützt. Hierfür werden meist Stahlplatten an der Karosserie angebracht. Zusätzlich ist die Fahrerkabine mit schusssicherem Glas ausgestattet. Solche Fahrzeuge entsprechen trotz ihrer teilmilitärischen Ausstattung den Kriterien der Straßenverkehrsordnung. Teilmilitärische Fahrzeuge werden daher auch für zivile Aufgaben des Militärs eingesetzt.


Militarisierte Fahrzeuge

Militärische Fahrzeuge sind ausschließlich dem Kriegseinsatz vorbehalten. Hierbei werden zwei Kategorien von Fahrzeugen unterschieden: radgetriebene und kettengetriebene Fahrzeuge.

Radgetriebene Fahrzeuge

Radgetriebene Fahrzeuge sind Lkws, Truppentransporter und Spezialfahrzeuge. Militärische Fahrzeuge besitzen eine ihrem Einsatzgebiet entsprechende Panzerung sowie ein militärisches Equipment wie Funkeinrichtungen oder Waffen. Die Bundeswehr nutzt in Kriegsgebieten schwer gepanzerte Lkws sowie leicht gepanzerte Truppenwagen. Als Truppenwagen werden Radpanzer, wie der Boxer, und geschützte Radfahrzeuge für maximal vier Personen, wie der Enok, eingesetzt. Diese Fahrzeuge sind gegen Beschuss mit großkalibriger Munition und gegen mittelgroße Minen geschützt. Die Lkws besitzen meist denselben Schutz wie die Truppenwagen. Die Truppenwagen sind meist mit aktiven oder passiven Waffen bestückt. Als aktive Waffe dient im Normalfall ein schweres Maschinengewehr; als passive Waffe ein automatisches Geschosssystem, das auf direkten Beschuss reagiert. Militärische Sonderfahrzeuge sind zumeist Fahrzeuge, die von Pioniereinheiten oder Sanitätern genutzt werden.

Kettengetriebene Fahrzeuge

Kettengetriebene Militärfahrzeuge sind schwere Gerätschaften, die direkt in kriegerischen Gebieten eingesetzt wird. Hierzu zählen verschiedene Panzerformen sowie waffentragende Systeme. Bei Panzern wird zwischen leichten Panzern, die der Aufklärung und dem Truppentransport dienen, und schweren Kampfpanzern unterschieden. Schwere Kampfpanzer, wie der Leopard 2, werden als Waffe gegen feindliche Panzerverbände und Stellungen eingesetzt. Panzerhaubitzen sind selbstfahrende Artilleriekanonen, die aufgrund ihrer Durchschlagskraft gegen stark geschützte Ziele eingesetzt werden. Ein wichtiger Teil der militärischen Kettenfahrzeuge sind zudem Pionier- und Bergepanzer, die zum Errichten von Wegen sowie Brücken und zum Bergen reparaturbedürftiger Fahrzeuge dienen. Der militärische Fuhrpark wird von waffentragenden Systemen, wie einem mobilen Raketenabwehrsystem, ergänzt.

Dienstführerschein und Kennzeichen

Wer seinen Dienst bei der Bundeswehr leistet, kann hier auch einen Führerschein absolvieren. Dieser dient jedoch lediglich zum Führen spezieller Militärfahrzeuge im Straßenverkehr und ist somit nicht mit einem klassischen Führerschein gleichzusetzen. Die Kennzeichen der militärischen Fahrzeuge sind dabei allesamt mit einem Y gekennzeichnet. Es handelt sich um das spezielle Bundeswehrkennzeichen.
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