Bundeswehrkennzeichen/Militärkennzeichen in der Bundesrepublik

Neben dem Technischen Hilfswerk und der Bundespolizei hat auch die Bundeswehr ein eigenes Sonderkennzeichen für ihre Dienstfahrzeuge. Wie Auto auch, benötigen Panzer, Spähwagen und alle anderen Fahrzeuge des Militärs amtliche Kennzeichen, sobald sie sich im öffentlichen Straßenverkehr fortbewegen. Aufgrund der Sonderstellung der Bundeswehr wurde ihr in der Vergangenheit das Sonderkennzeichen mit dem Kürzel „Y“ zugeteilt.

Geschichte des Kennzeichens

Bereits als die Bundeswehr noch Wehrmacht hieß, hatte sie ein eigenes Kennzeichenkürzel für die eindeutige Kenntlichmachung ihrer Fahrzeuge. Beginnend mit einem „W“ folgte stets ein entsprechendes Kürzel für die jeweilige Waffengattung – „H“ für Heer, „L“ für Luftwaffe und „M“ für Marine. Nach dem Zweiten Weltkrieg trennte man sich jedoch von dem Begriff „Wehrmacht“ – und somit auch von dem bis dahin üblichen Kennzeichen. Als sich am 12. November 1955, also sechs Jahre nach der Neugründung der Bundesrepublik Deutschlands, eine neue Armee, die „Bundeswehr“, bildete, kam die Frage nach einem passenden Kürzel für deren Sonderkennzeichen auf.

Da die naheliegenden Abkürzungen wie „B“ oder „BW“ zu dieser Zeit bereits an zivile Kraftfahrzeuge vergeben waren, entbrannte bald eine politische Diskussion darüber, welcher Buchstabe es stattdessen werden solle. Da man mit einem großen Fahrzeugbedarf für die Bundeswehr rechnete, sollte das Kürzel einstellig sein, um noch genug Platz für eine mindestens sechsstellige Zahlenkombination zu haben. Man entschied sich für das „Y“, das seitdem jedes Sonderkennzeichen des deutschen Militärs als solches kenntlich macht. Das „X“, das ebenfalls zur Debatte stand, wurde im Jahre 1967 der NATO zugewiesen.


Aufbau des Kennzeichens

Statt der EU-Flagge, wie auf normalen Kfz-Kennzeichen, findet sich auf dem Bundeswehrkennzeichen eine Abbildung der Deutschlandflagge am linken Rand. Darauf folgen das „Y“ und eine abschließende sechsstellige Nummer. Die Nummer wird dabei per Zufall vergeben; Waffengattung oder Standort lassen sich daraus nicht ablesen. Eine dreistellige Nummer findet sich nur auf den Dienstfahrzeugen von ranghohen Bediensteten.

Statt einer TÜV-Plakette ist auf dem Sonderkennzeichen der Bundeswehr seit den 1990er Jahren das Zulassungssiegel mit dem Bundesadler eingebrannt. Auch die Einstanzung dieses Siegels auf der Rückseite des Kennzeichens erschwert Fälschungsversuche. Vom normalen Kfz-Kennzeichen unterscheidet sich das Sonderkennzeichen Y zudem durch das nicht-reflektierende Material. Während sich im öffentlichen Straßenverkehr die am Kennzeichen spiegelnden Lichtreflexe als sinnvolle, zusätzliche Sicherheitsmaßnahme erweisen, wäre dies im Bundeswehreinsatz eher nachteilig – schließlich geht es hier nicht um eine möglichst gute Sichtbarkeit, sondern um eine gelungene Tarnung.