Die Karosserie bei Kraftfahrzeugen – Funktionen & Arten im Überblick

Die sogenannte Karosserie ist ein grundsätzliches Bauteil fast aller motorisierten Fahrzeuge. Dazu zählen Autos, Lkws, Busse, Motorräder und viele mehr. Die Karosserie zählt zu jenen Bestandteilen eines Fahrzeugs, die den größten Einfluss auf dessen Optik haben. Die Design-Abteilungen der Fahrzeughersteller legen deshalb großes Augenmerk auf Form und Farbe des Bauteils.

Doch die Optik ist im eigentlichen Sinne eine Nebensächlichkeit für die Autoindustrie: Denn die Karosserie erfüllt zahlreiche wichtige Funktionen. Welche das sind und was eine Fahrzeugkarosserie eigentlich ausmacht, zeigt Ihnen der nachfolgende Artikel.


Die Definition der Fahrzeugkarosserie

Bei einer Fahrzeugkarosserie oder kurz Karosserie handelt es sich um den vollständigen Aufbau eines Kraftfahrzeugs. Der Aufbau besteht zum Beispiel aus Seitenwänden, Bodengruppe, Türhaut, Türschweller, Vorbau, Rahmenseitenträger, Radkasten und den A-, B-, C- und D-Säulen. Je nach Bauform kann der Aufbau allerdings davon abweichen. Deutlich wird das beispielsweise beim Vergleich zwischen Sportwagen und Kombi. Ersterer hat oftmals nur zwei Türen und wirkt flach und kompakt, während der Kombi eine deutlich größere Karosserie benötigt.

Auswirkungen der Autokarosserie auf ein Fahrzeug

Ohne Karosserie ist ein Kraftfahrzeug unvollständig und nicht einsatzbereit. Sie hat Einfluss auf die Sicherheit, die Geschwindigkeit und den Kraftstoffverbrauch. Deshalb steht die Fahrzeugkarosserie in den Entwicklungsabteilungen der Autohersteller immer wieder im Mittelpunkt.

Wichtige Eigenschaften der Karosserie liegen im Gewicht, der Verwindungssteifigkeit (und damit der Stabilität) und in der Aerodynamik. Die ideale Ausführung ist also leicht, kompakt und so geformt, dass sie den Fahrtwind perfekt ableiten kann.

Mögliche Karosseriebauformen

Die Karosseriebauform oder Aufbauart ist die Bezeichnung für die Konstruktion der Karosserie. Die Bauformen unterscheiden sich anhand ihrer Größe und der Fahrzeugklasse. Viele Bezeichnungen wurden bereits vor den ersten Automobilen für Kutschen und andere Gespanne verwendet, sind also vergleichsweise alt. Das bedeutet aber nicht, dass die Konstruktion bei Karosserien von traditionellen Kutschen und modernen Kraftfahrzeugen immer identisch wäre. Häufig finden sich große Unterschiede.

Grob lassen sich die Bauformen in vier Gruppen unterteilen:

  • Offene Bauformen – zum Beispiel Cabriolet oder Roadster
  • Geschlossene Bauformen – zum Beispiel Limousine, Coupé oder Kombi
  • Mischformen – zum Beispiel das Landaulette
  • Sonderformen – etwa die Stretch-Limousine

 

Unterschied zwischen selbsttragenden und nicht selbsttragenden Karosserien

Ein großes Unterschied in der Karosserieform liegt zwischen den selbsttragenden und den nicht selbsttragenden Karosserien. Bei einer nicht selbsttragenden Karosserie ist das Fahrgestell – also sozusagen der Rahmen – ebenfalls Teil des Fahrzeugaufbaus. Bei dem Fahrgestell handelt es sich um die tragenden Teile des Fahrzeugs, die auch für Stabilität sorgen. Der Aufbau bei einer selbsttragenden Karosserie weicht davon ab: Hier ist die Karosserie derart stabil, dass keine weiteren Elemente benötigt werden. Die Vorteile einer selbsttragenden Karosserie liegen in deren Gewicht und in der Tatsache, dass sie aus einem Stück gebaut werden kann. Der große Nachteil liegt in der Tatsache, dass einzelne Komponenten nicht einfach ausgetauscht werden können.


Materialien, aus denen Karosserien hergestellt werden

Karosserien lassen sich aus unterschiedlichen Materialien anfertigen, dazu zählen Stahl, Aluminium, Kunststoff, Magnesium und andere Hochleistungskomponenten. Teilweise kombiniert die Fahrzeugtechnik verschiedene Roh- und Werkstoffe, um bestmögliche Eigenschaften zu erzielen. Im Nachfolgenden werden die häufig verwendeten Materialien kurz beschrieben.

Vorteile von Stahl

Die Ganzstahlkarosserie löste einst die technisch überholte Holzkarosserie ab. Inzwischen werden etwa 90 Prozent aller Karosserien aus Stahlblech angefertigt, vor allem weil es sehr günstig ist und sich gut für den Fahrzeugaufbau eignet. Stahl ist in der Regel vollständig oder teilweise verzinkt, um Korrosion an den Oberflächen zu verhindern. Das Metall ist im Vergleich mit anderen Materialien relativ steif und fest. Durch Forschung und Entwicklung konnten jedoch Stahlsorten für Fahrzeugkarosserien geschaffen werden, die weicher, stabiler, sicherer und leichter sind.

Vorteile von Aluminium

Aluminium ist trotz seines hohen Preises ein begehrter Stoff im Fahrzeugbau – aber auch im Flugzeugbau ist es relevant. In Deutschland zählt das Leichtmetall nach Stahl zu dem am häufigsten eingesetzten Rohstoffen für Fahrzeugkarosserien. Aluminium besitzt eine geringere Dichte als Stahl. Dies ist ein Vorteil für Fahrzeuge, da der gesamte Aufbau dadurch leichter, das Gefährt schneller und der Kraftstoffverbrauch niedriger ausfällt. Darüber hinaus ist Aluminium ein Metall, das nicht rostet. Ein entscheidender Nachteil ist jedoch seine geringe Steifigkeit. Das Problem wird unter anderem durch dickere Blechstärken gelöst.

Vorteile von Magnesium

Magnesium eignet sich ebenfalls aufgrund seines geringen Gewichts für den Fahrzeugbau. Jedoch wird das Metall nur teilweise in Karosserien verbaut, dann findet es sich oft im Innenbereich. Die Gründe für den unvollständigen Einsatz sind die aufwändige Verarbeitung und die hohe Korrosionsneigung.

Vorteile von Kunststoff

Kunststoff wird bereits seit etwa 80 Jahren im Karosseriebau eingesetzt, vor allem im Motorsport. Heute ist es auch für Solar- oder Elektroautos bedeutsam. Es handelt sich bei solchen Karosserien nicht etwa um kurzlebige Billigware, sondern es finden sich längst ausgeklügelte Hightech-Produkte darunter. Kunststoff, das heißt glasfaserverstärkte Duro- oder Thermoplasten, erweist sich als äußerst nützlich für den Aufbau eines Fahrzeugs: Er ist sehr leicht, die Karosserie lässt sich in eine stabile Form bringen und das Material ist im Vergleich zu anderen günstiger und frei von Korrosion. Gerade aus Kostengründen werden vor allem kleine Serien besonderer Fahrzeuge mit Karosserien aus Kunststoff gebaut. Auch im Bereich der Sicherheit kann Kunststoff überzeugen.

Schwachstellen einer Karosserie

Die Karosserie ist intensiven Belastungen ausgesetzt. Eine große Herausforderung ist Korrosion. Die Industrie setzt hierbei auf eine intelligente Materialwahl (zum Beispiel Aluminium oder vollverzinkte Stahlbleche). Allerdings reicht das nicht immer. Kratzer und Schrammen ruinieren nicht nur den Lack, sondern zerstören bei Stahl auch die schützenden Oberflächen. An Stellen, an denen die Verzinkung beschädigt ist, kommt es schnell zu zersetzendem Rost.

Ein anderes Problem sind Dellen, Beulen und verzogene Rahmen. Hier sind die Oberflächen meist intakt, dennoch handelt es sich um Schäden, die Fahrzeugbesitzer beseitigen sollten. Kleine Dellen und Beulen sind dabei noch recht harmlos, jedoch mindern sie den Wert des Fahrzeugs und stören die Optik. Ein verzogener Rahmen gilt als typischer Unfallschaden, der sich auf Fahrtechnik und Sicherheit auswirkt und das Fahrzeug unter Umständen auch fahruntauglich macht, da eine Behebung nicht einfach ist.

Arbeiten an der Karosserie

Um Kratzer, Dellen, Beulen oder verzogene Rahmen zu richten, gehen Verbraucher zu Karosseriebauern. Die Fachkräfte kennen sich mit den besonderen Herausforderungen rund um den Fahrzeugaufbau aus und können – falls dies noch möglich ist – Schäden an der Karosserie entfernen. Je nach Schaden kann auch ein Fahrzeuglackierer weiterhelfen, zum Beispiel bei Kratzern. Wer es sich zutraut, kann leichte Beulen und Dellen auch selbst entfernen, zum Beispiel mit kochendem Wasser, einer Saugglocke oder diversen anderen Tricks, die sich einfach im Internet recherchieren lassen.