Das Kraftrad im Portrait

Üblicherweise ist ein Kraftrad als einspuriges Motorfahrzeug mit einem bis zwei Sitzen definiert. Im weiteren Sinne gehören jedoch auch einige mehrrädrige Vehikel in Form von Trikes und Quads zu den Krafträdern. Krafträder unterscheiden sich im Hinblick auf ihre Zulassung und die erforderliche Fahrerlaubnisklasse nach mehreren Kriterien. Hubraum, Leistung und Leistungsgewicht gehören zu den wichtigsten Unterscheidungsmerkmalen. Die Einordnung ist vom Gesetzgeber vorgesehen und kann auch im Hinblick auf Kfz-Versicherung und Hauptuntersuchung von Relevanz sein. So erfordern Motorräder mit einem Hubraum ab 50 ccm die Fahrerlaubnisklasse A, während kleinere Motorräder auch mit anderen Fahrerlaubnisklassen geführt werden dürfen.


Definition und technische Eigenschaften

Das Kraftrad (kurz Krad) im juristischen Sinne ist in der Fahrzeug-Zulassungsverordnung (FZV) definiert. Diese bezeichnet Krafträder als nicht an Gleise gebundene, mit Maschinenkraft bewegte und mit nicht mehr als zwei Rädern versehene Landfahrzeuge.

Krafträder zeichnen sich durch ein im Verhältnis zur Motorleistung geringes Fahrzeuggewicht auf, was eine schnelle Beschleunigung ermöglicht. Auch der geringe Rollwiderstand trägt hierzu bei. Gleichzeitig haben Krafträder jedoch einen höheren Luftwiderstandswert als beispielsweise Pkw. Die Höchstgeschwindigkeit liegt daher nur bei wenigen Modellen bei über 300 Kilometern pro Stunde.

Die Bauformen und Leistungsklassen sind vielseitig. Grob zusammenfassen lassen sich Krafträder in die Kategorien:

  • Motorrad
  • Leichtkraftrad
  • Moped
  • Mokick
  • Motorroller
  • andere kleine Motorräder

Ebenso werden folgende Fahrzeugarten mitunter zu den Krafträdern gezählt:

  • Trikes (Motordreirad)
  • Quads
  • Elektrokrafträder beziehungsweise Pedelecs

Vor- und Nachteile von Krafträdern

Primäre Vorzüge finden sich in günstigen Anschaffungspreisen und moderaten Unterhaltskosten. Ein gebrauchtes, gut erhaltenes und fahrbereites Motorrad mit aktueller Haupt- und Abgasuntersuchung ist bereits ab etwa 1.000 Euro zu haben. Neue Motorräder beginnen preislich bei etwa 6.000 Euro – allerdings gibt es auch hier teilweise große Unterschiede. Kleinere Krafträder sind nochmals günstiger. Auch die Benzinkosten fallen im Allgemeinen geringer aus, da Krafträder tendenziell weniger verbrauchen als Pkw. Dies gilt ebenfalls für die Versicherungskosten.

Flexibilität und Wendigkeit sind weitere Vorteile von Motorrädern, Motorrollern und anderen Krafträdern. Speziell in Großstädten gestaltet sich die Fortbewegung mit Krafträdern oft schneller als mit dem Auto. Ein Nachteil ist die im Vergleich zu anderen Verkehrsmitteln geringe Sicherheit. Verkehrsstatistiken belegen ein gegenüber Autofahrern viermal so hohes Risiko, als Kraftradfahrer tödlich zu verunglücken.

Kraftrad: Arten und Bauformen

Krafträder lassen sich weiter einteilen in Motorräder, kleine Motorräder sowie Sonderformen wie Quads und Trikes. Viele der unterschiedlichen Bauformen erfordern verschiedene Führerscheinklassen.

Motorrad

Bei Motorrädern im eigentlichen Sinne liegen keine Beschränkungen im Hinblick auf Hubraum, Motorleistung und Gewicht vor. Lediglich die Höchstgeschwindigkeit ist aufgrund einer Konvention der Hersteller meist bei 300 Kilometern pro Stunde abgeriegelt. Zum Fahren eines Motorrades berechtigt grundsätzlich ein Führerschein der Fahrerlaubnisklasse A. Der Gesetzgeber hat für diesen Führerschein ein Mindestalter von 20 Jahren vorgesehen. Dem Erwerb des Führerscheins der Klasse mit 20 Jahren muss jedoch ein zweijähriger Besitz des Führerscheins der Klasse A2 vorausgehen. Dieser kann mit 18 Jahren erworben werden und sieht eine Beschränkung der Motorleistung auf 35 Kilowatt (42 PS) vor. Das Leistungsgewicht ist auf 0,2 Kilowatt pro Kilogramm Fahrzeuggewicht beschränkt. Ein Direkterwerb des Führerscheins der Klasse A ohne vorherigen Besitz der Klasse A2 ist ab einem Alter von 24 Jahren möglich.

Motorräder im engeren Sinne sind grundsätzlich Kfz-steuerpflichtig. Verpflichtend ist zudem der Abschluss einer Motorrad-Haftpflichtversicherung. In einem Abstand von zwei Jahren ist eine Hauptuntersuchung (HU) erforderlich.

Kleines Motorrad

Als kleine Motorräder wird eine Reihe gering motorisierter Krafträder verschiedener Bauformen bezeichnet. Hierzu gehören beispielsweise Mofas (Motorfahrräder), Mopeds (Motorpedalfahrzeuge), Mokicks (mit Kickstarter) und andere Kleinkrafträder. In dreirädriger Ausführung gibt es Kleinkrafträder auch als Kleintransporter. Das Führen kleiner Motorräder ist ab dem Führerschein der Klasse AM möglich. Dieser kann ab einem Alter von 16 Jahren erworben werden. Leichtkrafträder sind auf 125 Kubikzentimeter Hubraum und 15 PS Motorleistung begrenzt. Sie erfordern die Fahrerlaubnisklasse A1, die ab einem Alter von 16 Jahren erworben werden kann. Ab 18 Jahren dürfen Motorräder der Klasse A2 nach Bestehen der entsprechenden Fahrprüfung gefahren werden.


Sonderausführungen

Quads

Quads sind vierrädrige Kraftfahrzeuge, die über eine Sitzbank verfügen. Viele Quads sind ATVs (All-Terrain-Vehicle). Zulassungsrechtlich kommen bei Quads mehrere Möglichkeiten infrage. Zu den Möglichkeiten gehören die Optionen „Leicht-Kfz bis 45 km/h“ oder auch „vierrädriges Kraftfahrzeug zur Güterbeförderung“. Zulassungsrechtlich sind Quads aufgrund ihrer Geräuschentwicklung keine Pkw. Die Fahrerlaubnisklasse kann je nach Zulassungsart variieren. Handelt es sich um ein „Leicht-Kfz bis 45 km/h“, genügt die Klasse AM. Andernfalls kann ein Führerschein der Klasse B erforderlich sein.

Trikes

Die Bauform Trike bezeichnet ein dreirädriges Motorrad. Die Klasse AM ist hinreichend, wenn das Trike bauartbedingt die Höchstgeschwindigkeit von 45 Kilometern pro Stunde nicht überschreitet und die Leistung max. vier Kilowatt beträgt. Ebenso gilt eine Begrenzung des Hubraums auf 50 Kubikzentimeter (bei Selbstzündern: 500 Kubikzentimeter). Trikes mit einer Leistung von bis zu 15 Kilowatt erfordern die Fahrerlaubnisklasse A1. Wird diese Leistung überschritten, ist die Motorrad-Fahrerlaubnisklasse A erforderlich. Wurde der Führerschein der Klasse B vor dem 19.01.2013 erworben, berechtigt er zum Führen aller Trikes.

Fazit zum Motorrad

In Abhängigkeit von Bauform und Leistung sind unterschiedliche Fahrerlaubnisklassen zum Führen der Krafträder erforderlich. Geht es darum, zwischen einem Kraftrad und anderen Fahrzeugen zu entscheiden, sind Faktoren wie Sicherheit, Alltagstauglichkeit und Kosten sorgfältig abzuwägen. Für nahezu sämtliche Ansprüche bietet sich ein passendes Gefährt.