Das Überführungskennzeichen – so funktionieren Probe- und Testfahrten

Auf den deutschen Straßen lassen sich die verschiedensten Kfz-Kennzeichen entdecken, die sich teils kaum voneinander unterscheiden und doch für verschiedene Einsatzarten gebraucht werden. Das Überführungskennzeichen, das korrekt eigentlich Kurzzeitkennzeichen heißt; kann für fünf Tage ausgestellt werden und wird in der Regel zum Überführen von Fahrzeugen, aber auch für Probefahrten genutzt. Dieses Sonderkennzeichen bietet dem Gewerbeführenden oder dem neuen Autobesitzer somit den Vorteil, dass das Auto für kurze Zeit genutzt werden kann, ohne zuvor angemeldet werden zu müssen.


Aussehen und Versicherungsschutz

Ein Überführungskennzeichen ist leicht zu erkennen, auch wenn es sich in seiner Größe und Form nicht von anderen Kennzeichen unterscheidet: Es hat auf der rechten Seite das Ablaufdatum aufgedruckt, welches in gelber Farbe unterlegt ist und den Tag angibt, an dem das Auto zuletzt mit diesem Kennzeichen im Straßenverkehr bewegt werden darf.

Die Überführungskennzeichen-Versicherung

Auf keinen Fall darf mit einem abgelaufenen Überführungskennzeichen gefahren werden, da in einem solchen Fall kein Versicherungsschutz mehr besteht und das Auto bei einer Kontrolle sofort stillgelegt werden würde. Schäden bei einem Unfall müssten komplett selbst gezahlt werden, was schnell zu Schulden führt, die eine Privatperson nur schwer tragen kann – gerade bei Personenschäden ein finanziell nicht zu kalkulierendes Risiko. Außerdem ist das Fahren mit einem abgelaufenen Überführungskennzeichen auch strafrechtlich relevant, da in jedem Fall ein Bußgeldverfahren eingeleitet wird.

Die Überführungskennzeichen-Versicherung besteht in der Regel lediglich aus einer Kfz-Haftpflichtversicherung – es werden also nur Fremdschäden abgesichert. Die Absicherung per Teilkasko oder Vollkasko ist im Normalfall nicht möglich.

Wofür wird ein Überführungskennzeichen verwendet?

Grundsätzlich wird ein Überführungskennzeichen dazu genutzt, Fahrzeuge für kurze Zeit im Straßenverkehr von A nach B zu bewegen – daher auch der eigentliche Name „Kurzzeitkennzeichen“. Dies kann in vielerlei Situationen einen praktischen Nutzen bieten. So wird ein Überführungskennzeichen zum Beispiel für Probefahrten genutzt.

Auch zur Überführung vor der eigentlichen Anmeldung kann ein Überführungskennzeichen verwendet werden, sodass der Wagen seinen neuen Besitzer bereits bis zur Kfz-Zulassungsstelle begleiten kann, ohne angemeldet und offiziell zugelassen zu sein. Außerdem dürfen Überführungskennzeichen für Prüfungsfahrten eingesetzt werden. In der Regel werden diese Kennzeichen für ein Auto vergeben und dürfen nicht für andere Fahrzeuge verwendet werden.

Hinweis: Überführungskennzeichen dürfen auch ohne gültige Hauptuntersuchung (umgangssprachlich TÜV) genutzt werden. Allerdings gelten hier gewisse Restriktionen. Wie diese aussehen, erfahren Sie im Hauptartikel „Kurzzeitkennzeichen“.


Unterschied zum Händlerkennzeichen

Während das Kurzzeitkennzeichen nur für ein einziges Auto genutzt werden kann, hat ein Händlerkennzeichen, das sich in roter Farbe zeigt, den Vorteil, variabel an mehrere Autos angebracht werden zu können – allerdings natürlich nicht zeitgleich. Auf diese Weise kann das Kennzeichen an dem jeweiligen Auto angebracht werden, das vom potenziellen Kunden ausgefahren werden soll, und eine Stunde später an dem nächsten. Händler profitieren somit und müssen nicht alle Fahrzeuge ihres Fuhrparks mit einem Kurzzeitkennzeichen ausstatten. Außerdem ist das Händlerkennzeichen nicht nur für fünf Tage gültig und muss daher nicht ständig erneuert werden, wie es beim gewerblichen Gebrauch des Kurzzeitkennzeichens der Fall wäre.

Wie kann ein Überführungskennzeichen beantragt werden?

Das Beantragen einer Überführungskennzeichens ist relativ unkompliziert. Um ein Überführungskennzeichen zu beantragen, werden die folgenden Unterlagen benötigt:

  • Ausweisdokument (Personalausweis oder Reisepass)
  • gültige HU und AU
  • Fahrzeugschein oder Fahrzeugbrief
  • eVB-Nummer beziehungsweise Versicherungsnachweis

 
Vor der Beantragung muss laut gesetzlicher Bestimmungen zunächst eine Kfz-Versicherung erworben werden. Diese wird mithilfe der eVB-Nummer bei der Zulassung nachgewiesen. Die eigentliche Zulassung eines Überführungskennzeichens kann an der Zulassungsstelle stattfinden, in deren Bezirk sich das zu überführende Kraftfahrzeug befindet.

Ein Hinweis in eigener Sache

Möchten Sie sich weitergehend mit dem Thema Kennzeichen auseinandersetzen, finden Sie im Kfz-Serviceportal zahlreiche Fakten rund um verschiedene Sonderkennzeichen. Auch die unterschiedlichen Fahrzeugtypen, die im Straßenverkehr anzutreffen sind, werden Ihnen hier ausführlich vorgestellt. Und sollten Sie einmal ein Problem mit Ihrem eigenen Pkw haben oder sich einen neuen zulegen wollen, finden Sie hier mit nur wenigen Klicks kompetente Händler und Werkstätten in Ihrer Nähe. Diesen Service bieten wir ganz ohne vorherige Anmeldung an – völlig unkompliziert und unverbindlich.