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Umweltplaketten – alle Informationen zum System

Viele Städte Deutschlands weisen heutzutage sogenannte Umweltzonen auf – das betrifft vor allem die Zentren sowie Gebiete mit hohem Verkehrsaufkommen. Wer diese befahren will, benötigt eine sogenannte Umweltplakette beziehungsweise Feinstaubplakette. Im nachfolgenden Inhalt erfahren Sie, wie das System dieser Plaketten funktioniert, welche Fahrzeugtypen eine solche erhalten und welche Besonderheiten außerdem geboten werden.

Sinn und Nutzen der Umweltplaketten

Wer sich mit der Umweltverschmutzung und ihren Folgen beschäftigt, wird zwangsläufig auch auf den Straßenverkehr stoßen. Denn 38 Prozent aller Emissionen von Stickoxiden gehen zu Lasten von Auto, Lastwagen und Co. Insgesamt 166,2 Millionen Tonnen Kohldioxid, Methan und Lachgas wurden alleine im Jahre 2016 abgegeben.

Gefahren für Gesundheit und Umwelt durch Abgase

Generell gibt es verschiedenartige Emissionen, die bei der Verbrennung von Kraftstoffen im Motorraum entstehen und trotz Filterung an die Umwelt gelangen. Vor allem Feinstaubpartikel sind erwiesenermaßen gefährlich und Sorgen Jahr für Jahr für Zehntausende Todesfälle, weil sie Herzkreislauf- und Lungenerkrankungen sowie Krebs auslösen. Sie entstehen durch die nicht vollständige Verbrennung von kleinen Kraftstoffpartikeln, die mithilfe von Düsen in den Brennraum gelangten und verstäubt wurden. Waren es früher noch nahezu ausschließlich aufgeladene Dieselmotoren, so produzieren heutzutage auch direkteinspritzende Benzinmotoren enorme Mengen an Feinstaub. Mithilfe von Umweltplaketten soll die Bevölkerung in Ballungszentren vor diesen Gefahren geschützt werden.

Ein weiterer Brennpunkt sind die sogenannten Stickoxide. Auch sie werden heutzutage von Otto- und Dieselmotoren gleichermaßen ausgestoßen. Stickoxide gelangen in die Atemwege und verursachen Atemwegserkrankungen sowie Reizungen von Bronchien, Lunge und Luftröhre. Das geruchslose Gas steht in Verdacht, Asthma zu erzeugen. Außerdem setzt es sich – beispielsweise durch sauren Regen – im Boden ab und schadet der Pflanzenwelt.

Welche Ausnahmen gibt es?

Nicht alle Kraftfahrzeuge benötige eine Umweltplakette, um Umweltzonen passieren zu dürfen. Ausnahmen bestehen beispielsweise bei Baumaschinen wie Kränen. Aber auch bei Motorrädern, Rettungswagen und Oldtimern.

In einigen Fällen dürfen auch Bewohner von Umweltzonen auf Ausnahmegenehmigungen hoffen. Etwa dann, wenn die Anschaffung eines umweltfreundlicheren Fahrzeugs nicht zumutbar ist. In diesen Fällen sind die jeweiligen Verwaltungen der Stadt zu konsultieren.

Bußgelder und Strafen

Wer ohne oder ohne gültige Umweltplakette in der Umweltzone erwischt wird, muss mit einem Bußgeld von 80,- Euro rechnen. Im Wiederholungsfalle können diese Strafzahlungen erhöht werden. Ein Punkt in Flensburg ist (Stand: 2017) nicht fällig.

Höhere Strafen können verhängt werden, wenn die Feinstaubplakette gefälscht wurde oder ein offenkundiger Täuschungsversuch durch Spaßplaketten vorliegt. Die offiziellen Plaketten sind eine Art Urkunde, deren Fälschung wiederum strafbar ist.

Farben der Feinstaubplaketten

Heutzutage (Stand 2017) werden drei verschiedenfarbige Umweltplaketten ausgegeben. Die rote Plakette, die gelbe Plakette sowie die grüne Plakette. Welches Fahrzeug welche Feinstaubplakette erhält, hängt maßgeblich von der Motorisierung und dem Abgasreinigungssystem ab. Die Farbe entscheidet letztlich darüber, ob eine Umweltzone befahren werden darf oder ob der Eintritt versperrt bleibt. Auskünfte bieten die Beschilderungen der Umweltzonen – hier ist klar und deutlich vermerkt, mit welcher Umweltplakette der Zutritt gewährt wird.

Einteilung in Schadstoffklassen

Welche Farbe die Umweltplakette eines Kraftfahrzeugs erhält, ist von seiner Schadstoffklasse abhängig. Hier wird in Euro1, Euro2, Euro3, Euro4, Euro5 und Euro6 unterteilt. Diese Euro-Normen werden auf Basis der Emissionswerte vergeben und gelten für Diesel und Benziner gleichermaßen.

Umweltplaketten für Benziner

Kraftfahrzeuge mit Ottomotoren haben im Prinzip nur die Wahl zwischen keiner Plakette oder der Grünen Plakette. Das heißt, dass bereits ab Euro1 die Farbe Grün ausgestellt wird. Grundvoraussetzung ist dabei meist der geregelte Katalysator.

Euro-Normen der Dieselfahrzeuge

Dieselfahrzeuge werden in puncto Umweltplaketten genauer differenziert. So erhalten Selbstzünder mit Euro1 oder weniger gar keine Feinstaubplakette. Besitzt das Kraftfahrzeug Euro1 in Verbindung mit einem Rußpartikelfilter beziehungsweise Euro2, so erhält es die rote Plakette. Für Euro3 oder Euro2 mit Rußpartikelfilter gibt’s das gelbe Pendant – Grün bekommen nur solche Fahrzeuge, die Euro4 (oder höher) beziehungsweise Euro3 mit Partikelfilter besitzen.

Achtung: Der Erwerb einer Roten oder Gelben Plakette lohnt heutzutage kaum mehr. Die Rote Plakette dient allenfalls als Warnung für die Mitbürger, weil sie in keiner Umweltzone mehr akzeptiert wird. Die Gelbe Plakette wird lediglich in einer von über fünfzig Umweltzonen geduldet. Alle anderen Umweltgebiete lassen nur noch die grünen Aufkleber passieren.

Der Aufbau einer Umweltplakette

Die Umweltplakette ist kreisrund und hat einen Durchmesser von 80 Millimetern. Oftmals befindet sich an der Außenkante ein weiterer durchsichtiger Rand mit einer Stärke von etwa 8 Millimetern, damit das Produkt besser an der Windschutzscheibe haftet.

Auf der Vorderseite, die von außen sichtbar ist, ist zum einen die Stufe erkennbar – also beispielsweise die 4 bei der grünen Umweltplakette – begleitet von einem Umweltzonen-Schild in Miniatur. Darunter befindet sich ein weißes Feld, in dem das Kfz-Kennzeichen eingetragen ist. Knapp unter diesem folgt dann das Siegel oder Logo des ausstellenden Betriebes, das in vielen Fällen die AU-Nummer enthält. Einige Plaketten weisen zudem besondere Eigenschaften auf – wie etwa fälschungssichere Einprägungen. Diese sind für die Gültigkeit der Umweltplakette jedoch nicht notwendig.

Anbringung der Plakette

Von Gesetzes wegen gibt es lediglich die Vorschrift, die Umweltplakette sichtbar von Innen in das untere rechte Feld der Windschutzscheibe zu kleben. Dabei ist darauf zu achten, dass die Feinstaubplakette nicht von Scheibenwischern oder einem verdunkelten Keil der Scheibe verdeckt wird. Außerdem sollte sie nicht das Sichtfeld des Fahrers stören.

Es hat sich bewährt, den Anbringungsort an der Scheibe vor dem Aufkleben der Plakette gründlich zu reinigen und zu trocknen. Im Anschluss kann der Aufkleber dann behutsam an der Scheibe fixiert und aufgedrückt werden. Da der Kleber kälteempfindlich ist, sollte dieses Vorhaben nicht bei tiefen Temperaturen umgesetzt werden.

Wichtig: Eine Umweltplakette gilt nur dann als gültig, wenn sie wirklich fest an der Scheibe angebracht wurde. Wer dazwischen beispielsweise eine Haftfolie platziert, muss mit Bußgeldern (Siehe „Bußgelder und Strafen“) rechnen.

Entfernen von Feinstaubplaketten

Muss eine Plakette von der Windschutzscheibe entfernt werden, so lohnt das vorherige Einweichen. Dafür wird ganz einfach Scheibenreiniger auf die Umweltplakette aufgetragen. Nach kurzer Einwirkzeit kann dann ein Schaber genutzt werden, um die Folie rückstandslos vom Glas zu entfernen. Dabei ist zum einen darauf zu achten, dass weder Wasser noch Reinigungsmittel auf das Armaturenbrett gelangen. Zum anderen sollte der Schaber geeinigt sein, um Kratzer im Glas zu vermeiden.

Gültigkeit der Aufkleber

Eine Umweltplakette ist nur dann gültig, wenn sie fest an der Scheibe platziert wurde und wenn die Kfz-Kennzeichen von Fahrzeug und Plakette übereinstimmen. Sie verliert ihre Gültigkeit, wenn das eingetragene Kennzeichen nicht mehr lesbar ist – oder wenn das Kraftfahrzeug seine Schadstoffklasse durch Umbauten oder Defekte verliert.

Zudem werden im Internet vermehrt sogenannte Spaßplaketten angeboten, die blanko verschickt werden und den echten Umweltplaketten relativ ähnlichsehen. Diese besitzen keinerlei Gültigkeit und ziehen bei Kontrollen in jedem Falle Bußgelder nach sich. Schlimmstenfalls macht sich der Nutzer der Urkundenfälschung strafbar.

Über Abgasreinigungssysteme

Ob eine Umweltplakette ausgestellt werden kann oder nicht, hängt maßgeblich von den Abgasreinigungssystemen zusammen. Das sind effektive Bestandteile der Abgasanlage, die die Emissionen des Motors entweder senken oder gefährliche Bestandteile unschädlich machen.

Der geregelte Katalysator (G-Kat)

Katalysatoren sind Teil der Abgasanlage. Sie sind wabenartig aufgebaut und bestehen aus Keramik sowie verschiedenen Metallen. Die durchströmenden Abgase reagieren mit den Inhaltsstoffen und werden umgewandelt. So ist der Drei-Wege-Katalysator beispielsweise in der Lage, Kohlenmonoxid in Kohlendioxid umzuwandeln. Außerdem werden die Ausstöße von Stickoxiden reduziert. Mithilfe von Lambda-Sonden kann die Funktionsweise sichergestellt und gegebenenfalls korrigiert werden.

Der Rußpartikelfilter für Dieselmotoren

Rußpartikelfilter sind Filteranlagen, die sich ebenfalls im Abgastrakt befinden. Sie filtern die Abgase; feine Partikel bleiben dabei an den zu durchdringenden Wänden haften. Durch entsprechend hohe Temperaturen werden sie im Anschluss nahezu rückstandslos verbrannt.

Dabei wird zwischen nachgerüsteten und fest verbauten Rußpartikelfiltern unterschieden. Während Letztere zumeist einen sehr hohen Wirkungsgrad haben, lassen die Nachrüstmodelle die Feinstaubpartikel ungehindert passieren, sobald sie ihre Aufnahmemenge erreicht haben. Aus diesem Grund wird in sogenannte Partikelminderungsstufen (PM-Stufen) unterteilt, die wiederum eine beachtliche Rolle bei der Zuteilung von Umweltplaketten spielen.

Das Abgasrückflussventil

Das Abgasrückflussventil (AGR-Ventil) führt einen Teil der Abgase aus dem Abgastrakt zurück in den Motor, sodass es nochmals an der Verbrennung teilnimmt. Dadurch soll erreicht werden, dass möglichst alle Kraftstoffpartikel verbrennen – der Anteil der besonders gefährlichen Schadstoffe wird reduziert.

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