Dieselfahrzeuge im Überblick mit Vor- und Nachteilen

Neben dem Benzin- beziehungsweise Ottomotor ist der Dieselmotor in der heutigen Zeit das wichtigste Antriebsaggregat – sowohl für Personenkraftwagen als auch für Nutzfahrzeuge. Die sogenannten Selbstzünder zeichnen sich durch einige deutliche Unterschiede zu Benzinmotoren aus, die im Nachfolgenden beschrieben werden. Warum der Diesel vor allem in den letzten Jahrzehnten stark an Bedeutung gewonnen hat, was seine Vor- und eventuellen Nachteile sind und für wen es sich rentiert, ein Dieselfahrzeug anzuschaffen, wird in folgendem Informationstext erläutert.

Funktionsweise des Motors im Dieselfahrzeug

Das wesentliche Merkmal eines Dieselfahrzeugs ist, dass sich der in den Verbrennungsraum des Motors eingespritzte Dieselkraftstoff mithilfe zuvor komprimierter und erhitzter Verbrennungsluft selbst entzündet. Das stellt den größten Unterschied zum Benzinmotor dar, bei dem der Kraftstoff regulär durch Zündkerzen entzündet wird.

Der Diesel im Leistungsvergleich mit dem Benziner

Noch bis vor etwa 20 Jahren galt das Dieselfahrzeug gemeinhin zwar als sehr zuverlässig und langlebig, im Vergleich zum Benziner jedoch auch als sehr träge in Hinblick auf Fahrdynamik. Dieser Umstand hat sich jedoch seit Mitte der 1990er Jahre grundlegend geändert. Denn in dieser Zeit feierte der Turbolader seinen Einstand in der Serienproduktion – seither werden vor allem im Pkw-Bereich nahezu ausschließlich turboaufgeladene Diesel mit Kraftstoff-Direkteinspritzung angeboten. Diese sind im unteren Drehzahlbereich sogar deutlich agiler als Benzinfahrzeuge, zeichnen sich aber weiterhin durch den dieseltypischen geringen Kraftstoffverbrauch sowie eine hohe Zuverlässigkeit aus. Aufgrund dessen ist der Anteil der Dieselfahrzeuge unter privat genutzten Pkw in den letzten Jahren stetig angestiegen: Knapp die Hälfte aller Neuzulassungen in Deutschland sind heute Selbstzünder (Stand 2017).


Verbreitung von Dieselmotoren im wirtschaftlichen und privaten Personenverkehr

Während im Pkw-Bereich Dieselmotoren und Benzinmotoren gleichermaßen gefragt sind, werden größere Nutzfahrzeuge und Lkw nahezu ausschließlich mit Dieselmotoren angeboten. Das ist auf die enorme Langlebigkeit zurückzuführen, die ein Dieselfahrzeug im Hinblick auf seinen Antrieb aufzuweisen hat. Sie hängt mit der verbesserten selbstschmierenden Wirkung des Dieselkraftstoffs zusammen. Der Verschleiß der Motorenbauteile ist geringer – oftmals sind die einzelnen Komponenten außerdem auf Langlebigkeit ausgelegt. Im Normalfall bedeutet das, dass ein Dieselmotor länger als ein Ottomotor betrieben werden kann. Bei Nutzfahrzeugen mit hoher Laufleistung stellt dies einen entscheidenden Vorteil für die Betreiber des Fuhrparks dar, da es seltener zu Ausfällen kommt. Hinzu kommen das hohe Drehmoment sowie der relativ geringe Verbrauch.

Auch wenn ein Dieselfahrzeug in der Versicherung oftmals teurer ist und mit höheren Kfz-Steuern belegt wird, amortisieren sich diese Mehrkosten vor allem für Vielfahrer schnell.

Für wen sich ein Dieselfahrzeug lohnt

Ein modernes Dieselfahrzeug mit Turboaufladung und Direkteinspritzung kann bereits ab einer jährlichen Fahrleistung von etwa 10.000 Kilometern eine echte Alternative zu einem vergleichbaren Benziner darstellen. Somit ist der Diesel für die private Nutzung letztendlich salonfähig und rentabel geworden. Auf Agilität und Fahrdynamik muss aufgrund moderner Technik auch bei einem Diesel heute niemand mehr verzichten. Die Unterschiede liegen zum einen in der Geräuschkulisse des Motors sowie im begrenzten Drehzahlband.

Umweltbilanz neuer Diesel-Fahrzeuge

Für viele Autofahrer stellt die potenziell höhere Umweltbelastung durch Selbstzünder noch immer ein Ausschlusskriterium für den Kauf dar. Durch innovative Abgasreinigungssysteme und Partikelfilter versuchen jedoch alle führenden Hersteller, dem entgegenzuwirken. Ein Diesel neueren Baujahrs ist deutlich umweltfreundlicher als ein Dieselfahrzeug, das vor 20 oder 30 Jahren vom Band lief. Dennoch gelten Dieselfahrzeuge aufgrund des Feinstaub- und Stickoxidausstoßes generell nicht als unproblematisch. Im Zuge der Euro6-Norm müssen viele Selbstzünder den Vergleich zu entsprechenden Benzinern jedoch nicht mehr scheuen.