Das Wechselkennzeichen – so funktionieren die Nummernschilder

Das Wechselkennzeichen wurde im Jahr 2012 in Deutschland eingeführt und ist bislang nicht weit verbreitet. Es dient dem Zweck, zwei Fahrzeuge mit ein und demselben Kennzeichen zu betreiben. Dies ist besonders dann praktisch, wenn zwei Fahrzeuge im ständigen Wechsel genutzt werden sollen.


Was genau ist ein Wechselkennzeichen?

Das Wechselkennzeichen ist ein Kennzeichen, das es erlaubt, zwei Fahrzeuge zu betreiben, von denen immer nur eines gefahren wird. Ein Teil ist fest am Fahrzeug zu belassen, während der zweite Teil des Kennzeichens immer am gerade genutzten Fahrzeug anzubringen ist. Vorteile ergeben sich bei dem Wechselkennzeichen dann, wenn zwei Fahrzeuge genutzt werden sollen, die jedoch niemals gleichzeitig gebraucht werden. Zum einen bietet sich ein Wechselkennzeichen somit an, wenn sich beispielsweise ein Zweitwagen in der Garage befindet, der nur ab und zu bewegt werden soll. Und auch wenn es ein Winter- und ein Sommerfahrzeug gibt, die im Jahreszeitenwechsel genutzt werden, empfiehlt sich ein Wechselkennzeichen.

Der größte Vorteil, den ein Wechselkennzeichen bieten soll, ergibt sich wohl bei Winter- und Sommerautos. Mit dem variablen Austausch des Kennzeichens kann spontan entschieden werden, wann es Zeit ist, das Sommerfahrzeug in Betrieb zu nehmen – zum Beispiel während eines überraschend schönen Tages im März. Am nächsten Tag kann flexibel wieder zum Winterfahrzeug zurückgewechselt werden, wenn es draußen plötzlich wieder frostiger ist. Saisonkennzeichen, die oft für Sommerfahrzeuge wie Cabrios genutzt werden, sind hingegen nur während eines zuvor festgelegten Zeitraums im Straßenverkehr zulässig. Inwieweit ein solches Vorgehen mithilfe des Wechselkennzeichens zu Kostenersparnissen bei der Kfz-Versicherung führen kann, ist von Tarif zu Tarif unterschiedlich.

Wie ist das Wechselkennzeichen aufgebaut?

Die Wechselkennzeichen sind nach einem festen Muster aufgebaut, sodass der feste Teil stets die letzte Nummer des Kennzeichens beinhaltet. Dies bedeutet, dass zwei Fahrzeuge mit den Kennzeichen „KB-CS 273“ und „KB-CS 279“ mit Wechselkennzeichen betrieben werden können. Das Wechselschild besteht dann aus dem Teil „KB-CS 27“ und der feste Teil für das erste Fahrzeug aus „3“ und für das zweite Fahrzeug aus „9“. Die Plakette für die Hauptuntersuchung wird jeweils auf dem festen Teil des Nummernschildes angebracht. Auf dem Wechselschild ist neben dem Siegel des zuständigen Landkreises ein „W“ für Wechselkennzeichen aufgeprägt.

Die Voraussetzungen

Damit zwei Fahrzeuge mit Wechselkennzeichen ausgestattet werden können, müssen sie derselben Fahrzeugklasse angehören. Es ist also nicht möglich, einen Pkw und ein Motorrad mit einem gemeinsamen Wechselkennzeichen zu betreiben. Generell sind nur drei Fahrzeugklassen für Wechselkennzeichen freigegeben. Diese sind:

  • Kraftfahrzeuge für die Personenbeförderung mit maximal acht Sitzplätzen außer dem Fahrersitz (Fahrzeugklasse M1)
  • Krafträder, vierrädrige Leichtkraftfahrzeuge und vierrädrige Kraftfahrzeuge bis 550 kg Leermasse (Fahrzeugklasse L)
  • Anhänger bis 750 kg zulässiger Gesamtmasse (Fahrzeugklasse O1)

 
Es ist allerdings möglich, das Kennzeichen eines Pkws und eines Oldtimers zu kombinieren. Das H für das historische Kennzeichen befindet sich dann auf dem festen Teil, der dauerhaft am Oldtimer angebracht ist. Ebenso ist der gekoppelte Betrieb eines Pkws und eines Wohnmobils möglich. Zu beachten ist außerdem, dass vorgeschrieben ist, dass die Kennzeichen der beiden mit Wechselkennzeichen ausgestatteten Fahrzeuge die gleichen Abmessungen haben müssen. Es ist nicht möglich, mehr als zwei Fahrzeuge mit dem gleichen Wechselkennzeichen zu betreiben.


Der Kostenfaktor

Der Kostenvorteil des ganzjährig gültigen Wechselkennzeichens besteht darin, dass einige Versicherungen spezielle Tarife anbieten, die berücksichtigen, dass immer nur ein Fahrzeug im Einsatz ist. Dadurch lässt sich in manchen Fällen bei der Versicherung zweier Fahrzeuge etwas sparen. Zu beachten ist hier allerdings, dass das Fahrzeug, welches gerade nicht mit dem vollen Kennzeichen ausgestattet ist, nicht im öffentlichen Raum abgestellt werden darf. Ein Stellplatz auf privatem Grund ist somit Pflicht. Dann ist bei den speziellen Tarifen aber auch ein Versicherungsschutz gegen Unwetterschäden, Einbruch oder Diebstahl inbegriffen. Bei der Steuer gibt es keine Vorteile, sodass die vollen Kfz-Steuern für beide Fahrzeuge zu entrichten sind. Auch bei der Zulassung und bei den Kosten für die Nummernschilder lässt sich kaum etwas einsparen.

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