Saisonkennzeichen – Funktion und Vorteile

In Deutschland gibt es eine Vielzahl an Kennzeichen für den unterschiedlichsten Gebrauch. Unter anderem auch das sogenannte Saisonkennzeichen, welches 1997 eingeführt wurde und dazu dient, das Fahrzeug nur über einen gewissen Zeitraum hinweg für den Straßenverkehr zuzulassen. Im Folgenden zeigen wir, was ein Saisonkennzeichen im Einzelnen auszeichnet und wie es funktioniert.


Voraussetzungen des Saisonkennzeichens

Das Saisonkennzeichen ist nur innerhalb eines bestimmten Zeitraums gültig und bietet sich daher besonders für Fahrzeuge an, die nicht ganzjährig gefahren werden. Aus diesem Grund wird diese Kennzeichenart vorwiegend für Cabrios, Wohnmobile, Motorräder oder auch Oldtimer genutzt. Den Zulassungszeitraum kann der Fahrzeughalter dabei selbst bestimmen, es muss sich jedoch um einen zusammenhängenden Zeitabschnitt von mindestens zwei bis maximal elf Monaten handeln. Der am häufigsten gewählte Zeitraum liegt zwischen April und Oktober, da die Wettergegebenheiten in diesen Monaten zumeist angenehm sind.

Von Vorteil ist, dass das Kennzeichen über Jahre hinweg für dieselbe Zeitspanne wiederverwendbar ist. Auf diese Weise spart man sich alljährlich die Wartezeit bei der Zulassungsstelle zum An- und Abmelden und hat zudem eine beachtliche Kostenersparnis aufgrund der wegfallenden Gebühren von mindestens 17 Euro, die jedes Jahr wieder anstünden. Weiterhin muss während der Monate, in denen das Saisonkennzeichen nicht gültig ist, kein Versicherungsbeitrag gezahlt werden. Sollte man das Fahrzeug in dieser Zeit dennoch im öffentlichen Straßenverkehr nutzen, ist dies ein klarer, strafrechtlicher Verstoß gegen das seit 1965 geltende Pflichtversicherungsgesetz. Auch Überführungsfahrten, Werkstattbesuche oder Fahrten zur Hauptuntersuchung stellen dabei keine Ausnahme dar. Sollte es bei einem solchen unerlaubten Ausflug zu einem Unfall kommen, müsste der Fahrzeughalter für alle entstandenen Schäden selbst aufkommen. Dennoch genießt das Fahrzeug während seiner Ruhemonate einen Grundschutz: sollte es in dieser Zeit gestohlen oder beschädigt werden, zahlt die Versicherung den entstandenen Schaden, sofern eine Teilkasko- oder eine Vollkasko-Versicherung abgeschlossen wurden.

Außerdem zu beachten ist, dass das Fahrzeug während seiner Winterruhe in einem von öffentlichen Verkehrsflächen abgegrenzten Bereich abgestellt werden muss. Steht kein Privatgrundstück dafür zur Verfügung, muss zwangsläufig eine Garage oder ein Stellplatz angemietet werden. Häufig lohnt sich ein Saisonkennzeichen in diesem Fall aus finanzieller Sicht nicht mehr, da die Mehrkosten für die Parkplatz-Anmietung die Kostenersparnis bei den Versicherungsbeiträgen übersteigen.

Merkmale des Saisonkennzeichens

Grundsätzlich unterscheidet sich das Saisonkennzeichen kaum von einem normalen Kennzeichen. Lediglich der Zulassungszeitraum ist zusätzlich am rechten Rand des Schildes durch zwei übereinanderstehende und durch einen Strich getrennte Kennzahlen vermerkt. Die obere Zahl gibt hierbei den Monat des Zulassungsbeginns an, die untere Zahl den Monat, an dessen Ende die Abmeldung erfolgt. Der Zulassungszeitraum wird zudem in der Zulassungsbescheinigung Teil I notiert und gilt somit jedes Jahr aufs Neue. Soll der Zeitraum geändert werden, müssen neue Kennzeichen bei der Kfz-Zulassungsstelle beantragt werden.


Saisonkennzeichen beantragen

Das Saisonkennzeichen kann entweder persönlich bei der Kfz-Zulassungsstelle oder über einen Bevollmächtigten beantragt werden. Hierfür muss eine aktuelle Versicherungsbestätigung für das Fahrzeug vorgelegt werden – ansonsten muss es den Voraussetzungen der gewöhnlichen Zulassung entsprechen. Welche Gebühren hierbei anfallen, ist von Bundesland zu Bundesland verschieden, im Schnitt muss man jedoch mit etwa 27 Euro rechnen. Die Prägung der beiden Kennzeichen kostet zwischen 15 und 25 Euro; für ein Wunschkennzeichen muss mit zusätzlichen 10,20 Euro gerechnet werden. Viele Kfz-Zulassungsstellen bieten mittlerweile für 2,60 Euro eine vorherige Online-Reservierung der Wunschkombination an.

Alternativ ist es möglich, sich ein Wechselkennzeichen ausstellen zu lassen, das für zwei Fahrzeuge gilt – jedoch nicht gleichzeitig. So kann je nach Wetterlage problemlos zwischen einem Sommer- und Wintergefährt derselben Fahrzeugklasse gewechselt werden. Der ruhende Wagen genießt dabei einen eingeschränkten Versicherungsschutz. Die Kfz-Steuer muss zweifach entrichtet werden.