Runderneuerte Reifen und die Vorteile im Überblick

Runderneuerte Reifen schlagen zwei Fliegen mit einer Klappe: Zum einen, weil sie deutlich günstiger als brandneue Modelle sind und zum anderen, weil die Umweltbelastung durch die Aufarbeitung sinkt. Im nachfolgenden Artikel erfahren Sie mehr zum praktischen Reifen-Recycling, der Qualität sowie den unterschiedlichen Verfahrensweisen.


Besonderheiten runderneuerter Reifen

Das Konzept der runderneuerten Autoreifen ist nicht nur gut für den Geldbeutel, sondern auch für die Umwelt: Bei diesen Pneus handelt es sich nämlich um Reifen, die aufgrund ihres Alters und/oder abgefahrenen Profils bereits ausgemustert wurden. Sie werden im Anschluss allerdings nicht entsorgt, sondern wiederaufbereitet.

Für eine solche Aufwertung wird die alte, verbrauchte Lauffläche abgelöst und durch ein neues Profil ersetzt. Dies geschieht mithilfe eines sogenannten Vulkanisierungsverfahrens, mit dem das neue und frische Reifenprofil auf den alten Unterbau aufgebracht wird. Unterschieden wird hierbei zwischen einer Heißerneuerung, dem sogenannten Moulding, und einer Kalterneuerung, dem Premoulding: Beim Moulding wird Rohgummi im heißen Zustand auf die Reifenform gepresst und dabei geformt und profiliert. Die Kalterneuerung erfolgt, indem ein vorbereiteter Profilstreifen bei 100 bis 120 Grad Celsius auf den angerauten Reifen aufgelegt und fixiert wird.

Demnach handelt es sich bei einem runderneuerten Reifen also um restaurierte Modelle. Um den Käufer hierauf aufmerksam zu machen, müssen solche Reifen spezielle Kennzeichnungen tragen. Auch das ECE-Prüfzeichen sollte vor dem Kauf unter die Lupe genommen werden: Hierbei handelt es sich um das europäische Siegel, welches genehmigungspflichtigen Kfz-Teile eine straßentaugliche Güte zuspricht.

Vor- und Nachteile runderneuerter Reifen

Auf der Seite der Vorteile steht ganz deutlich der ökologische Aspekt: Käufer greifen bewusst auf bestehende Ressourcen zurück und schonen auf diese Weise die Umwelt. Während für ein neues Rad rund 30 Liter Erdöl benötigt werden, beträgt der Bedarf bei einem runderneuerten Reifen lediglich ein Fünftel davon. Zudem müssten bei der Produktion einer neuen Karkasse, die beim runderneuerten Reifen wiederverwendet wird, 70 Prozent mehr Energie aufgewendet werden.
Und auch der preisliche Aspekt ist nicht außer Acht zu lassen – immerhin können im Vergleich zum werkneuen Reifen bis zu 50 Prozent beim Kauf eines R-Reifens gespart werden. Wer also das eigene Portemonnaie sowie den Planeten schonen möchte, für den stellen runderneuerte Reifen eine echte Alternative zum herkömmlichen Reifen dar.

Die Nachteile im Überblick

Natürlich gibt es ebenso negative Seiten, die vor der Anschaffung eines runderneuerten Reifens zu beachten sind: So konnte bei entsprechenden Tests festgestellt werden, dass der Rollwiderstand bei diesen Reifen in der Regel deutlich höher ausfällt, wodurch teils starke Abrollgeräusche entstehen und zudem die Spritkosten ansteigen. Auch der Verschleiß wird durch den übermäßigen Rollwiderstand auf der Fahrbahndecke begünstigt, sodass die Reifen schneller abnutzen und früher die Mindestprofiltiefe von 1,6 mm erreicht wird.

Selbstverständlich muss ebenfalls der Aspekt der Sicherheit ins Auge gefasst werden. Auch hier konnten die runderneuerten Reifen bei Prüfungsdurchläufen nur bedingt überzeugen. Nutzer müssen daher mit einem schlechteren Fahr- und Bremsverhalten der Räder auf nassem sowie matschigem Untergrund rechnen. Die zahlreich geäußerten Bedenken, dass sich die Lauffläche allzu schnell vom Reifen ablösen könne, wurde in Tests jedoch nicht bestätigt.


Woher stammen Reifen, die runderneuert werden?

Immer wieder wird betont, dass das Problem der runderneuerten Autoreifen sei, dass nicht klar ist, welche Reifen als Grundlage dienten – dem kann jedoch ganz deutlich widersprochen werden. Auch für das Recycling bereits genutzter Reifen gibt es Auflagen, die den einwandfreien Zustand des Reifens gewährleisten sollen. Dabei wird unter anderem kontrolliert, ob die Reifen in ihrem ersten Leben ordnungsgemäß genutzt wurden. Hierzu zählt die regelmäßige Wartung der Reifen, die Kontrolle des Luftdrucks und auch die sorgfältige Reinigung der Karkasse, die natürlich keinerlei Verletzungen aufweisen darf.

Fakt ist, dass in Europa sehr wenige Autos mit runderneuerten Rädern auf den Straßen unterwegs sind. Der Grund hierfür liegt im eigentlich längst überholten Image der Reifen: Denn in den Anfangszeiten kam es zu einigen Reifenplatzern während Tests – diese längst aus der Welt geschafften Probleme haften den R-Reifen auch heute noch an. Das Herstellungsverfahren und auch Haltbarkeit der Reifen hat sich jedoch in den vergangenen Jahren deutlich verbessert, sodass diese Spezialform recycelter Reifen, die es sowohl in Sommer-, Winter- und Ganzjahresausführungen auf dem Markt gibt, mittlerweile bedenkenlos genutzt werden kann.
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