Lichttest und die funktionierende Fahrzeugbeleuchtung – was es darüber zu wissen gibt

Viele Kraftfahrzeuge auf Deutschlands Straßen sind mit falsch eingestellter oder gar defekter Beleuchtung unterwegs – das kann fatale Folgen haben. Eine verkehrstüchtige und einwandfrei funktionierende Beleuchtung am Auto erhöht die Sicherheit und beugt Unfällen vor. Wer etwa mit zu tief oder zu hoch justierten Scheinwerfern fährt, gefährdet sich selbst und andere Menschen. Deshalb sind der regelmäßige Lichttest und der Service rund um die Fahrzeugbeleuchtung ein Muss. Wir zeigen Ihnen, worauf es dabei ankommt und welche Aspekte bei der Werkstattdienstleistung eine Rolle spielen.


Lichttest: Lampen und die zugehörigen Komponenten im Check

Ob die Einstellung Ihrer Scheinwerfer korrekt und eine zuverlässige Beleuchtung gewährleistet ist, lässt sich durch einen Lichttest feststellen. Die Fachkräfte in Werkstätten übernehmen dies und sorgen dafür, dass alle relevanten Punkte Berücksichtigung finden. Zu den entscheidenden Faktoren zählen in erster Linie die Reinheit von Plexiglashaube und Reflektor, die Verwendung des optimalen Leuchtmittels, die feste Fixierung des gesamten Beleuchtungssystems sowie die richtige Einstellung des Scheinwerfers.

Die Experten prüfen bei einem Lichttest sämtliche Lampen, das Funktionieren wichtiger Komponenten sowie die richtige Einstellung der Scheinwerfer – das dauert in der Regel etwa zwanzig Minuten. Verfügt das jeweilige Auto über eine moderne Licht-Technologie wie zum Beispiel Xenon oder LED, kann es auch etwas länger dauern. Allerdings sind Xenon- und LED Scheinwerfer laut ADAC auch weitaus weniger anfällig für Defekte am Beleuchtungssystem als die klassischen Halogen-Scheinwerfer.

Lampen sorgfältig auf Funktion und Einstellung überprüfen

Ebenso wichtig wie die Fahrbahnausleuchtung – also des Sehens – ist der Aspekt des Gesehen Werdens. Schon ein ausgefallenes Bremslicht kann die Gefahr eines Auffahrunfalls signifikant erhöhen. Funktionieren die Blinker nicht mehr, können andere Verkehrsteilnehmer die Richtungswechsel Ihres Kraftfahrzeugs nicht mehr rechtzeitig nachvollziehen. Deshalb umfasst ein sorgfältiger Lichttest auch diese Elemente.

Defekte am Beleuchtungssystem ausschließen

Wie wichtig ein Lichttest ist, beweisen alleine schon die diesbezüglichen Zahlen. So fällt im Rahmen der Hauptuntersuchung (HU) noch immer fast jeder zweite Pkw durch eine mangelhafte Beleuchtung auf. Selbst Autos mit eigenem Lichtdiagnosesystem haben teilweise Probleme mit der Beleuchtung. Als besonders anfällig für Defekte zeigen sich Halogen-Frontleuchten sowie Nebelschlussleuchten und Bremslichter. Im letzteren Fall haben die Prüfer bei Prüfungen im Jahr 2018 eine Ausfallquote von rund zwölf Prozent dokumentiert.

Defekte an der Beleuchtung sind besonders gefährlich, wenn es die Front des Autos betrifft. Schon der Ausfall eines Abblendlichts sorgt für ein großes Risiko- bzw. Gefahrenpotenzial. Denn sollte plötzlich auch das zweite Abblendlicht ausfallen, wird es dunkel auf der Straße. Ist zudem das Standlicht defekt, kommt ein weiteres Problem hinzu. Entgegenkommende Wagen können Ihr Auto nicht mehr als mehrspuriges Fahrzeug identifizieren. Dadurch werden Entfernungen und Abmessungen falsch eingeschätzt.

Die Justierung des Abblendlichts als kritischer Erfolgsfaktor

Neben der Häufigkeit von Defekten am Beleuchtungssystem von Autos stellt eben die Einstellung der Scheinwerfer – insbesondere die Justierung der Leuchtweite bei eingeschaltetem Abblendlicht – ein Problem dar.

Auf einen Blick – die wichtigsten Kriterien für die richtige Einstellung der Scheinwerfer:

  • zu tief eingestellte Scheinwerfer beeinflussen die Sicht des Fahrers negativ
  • strahlen die Scheinwerfer zu stark nach oben, wird der Gegenverkehr geblendet
  • die grundsätzliche Leuchtweite eines Scheinwerfers verändert sich je nach Beladung des Autos
  • das Abblendlicht sollte so eingestellt werden, dass die Fahrbahn rund 100 Meter weit ausleuchtet wird. Das bedeutet, dass das Licht immer maximal zwei Leitpfosten optimal erfasst

Die Kosten für die Einstellung hängen vom Scheinwerfertyp ab

Für die Gewährleistung der Strahlkraft und für die richtige Einstellung ist der Spezialist zuständig. Wie viel ein Lichtcheck kostet, kann von Anbieter zu Anbieter unterschiedlich sein und lässt sich durch eine Anfrage bei der Werkstatt des Vertrauens erfragen. Im Schnitt sollten die Kosten für einen einfachen Test bei etwa 15,00 Euro liegen. Wird bei der Überprüfung des Beleuchtungssystems dann tatsächlich ein Defekt oder eine falsche Einstellung entdeckt, werden für die Reparatur und Neueinstellung zusätzliche Kosten fällig.

Diese hängen immer stark vom Scheinwerfertyp ab. Wer einen Wagen mit Leuchtweitenregulierung und Kurvenlicht besitzt oder aber LED- bzw. Xenon-Scheinwerfer nutzt, muss mit höheren Kosten als bei manuellen Systemen rechnen. Denn hier kommen spezielle Messinstrumente zum Einsatz – außerdem kann die Kalibrierung länger dauern.


Bei falscher Einstellung drohen Bußgelder und weitere Strafen

Gerät ein Autofahrer mit nicht richtig eingestellten Scheinwerfern in eine Kontrolle, kann dies zu Problemen mit der Polizei beziehungsweise den Behörden führen. Neben einem Verwarngeld in Höhe von 15 Euro drohen im schlimmsten Fall Strafen wie eine Nutzungsunterlassung des Autos bis zur Fälligkeit eines Nachweises für die Korrektur der Einstellungen.

Fehlerhafte Einstellungen selbst erkennen

Ein Lichttest respektive die Überprüfung der allgemeinen Kraftfahrzeugbeleuchtung sollte mindestens einmal pro Jahr durchgeführt werden. Gibt es zwischendurch Probleme mit dem Licht, ist natürlich ein Zusatztermin in der Werkstatt fällig. Es gibt genügend Hinweise darauf, wann etwas mit der Beleuchtung und der Scheinwerfereinstellung nicht mehr in Ordnung ist. Typische Merkmale für eine falsche Einstellung sind eine ungleichmäßige Ausleuchtung der Straße oder auch ein nach unten verschobener Neigungswinkel. Beachtet werden muss dabei allerdings, dass vom Werk aus der rechte Scheinwerfer grundsätzlich höher steht als der linke Scheinwerfer. Dies ist also zumeist kein Einstellungsfehler.

Fachwerkstatt gewährleistet eine funktionierende Kraftfahrzeugbeleuchtung

Um die Fehler schnell zu korrigieren, muss eine Werkstatt gewählt werden, die über professionelles Equipment verfügt. So nutzen Werkstätten ein spezifisches Einstellgerät für das Testen und Korrigieren von Neigungswinkel und Leuchtweite. Verfügt ein Auto über die moderne Leuchtweitenregulierung, kommt ein spezielles Diagnose-Testgerät zum Einsatz. Das Fernlicht wird zusätzlich manuell gemäß der Herstellervorgaben justiert. Mit den technischen Hilfsmitteln sorgen die Fachkräfte in einer Werkstatt für korrekt eingestellte Scheinwerfer. Das gewährleistet eine klare Fahrersicht und verhindert störendes Blenden entgegenkommender Fahrzeuge. Auch die übrige Kraftfahrzeugbeleuchtung ist dank spezifischer Kontrolle stets sichergestellt.