Klimaflüssigkeit – Damit Insassen einen kühlen Kopf bewahren

Klimaanlagen gehören heutzutage zum Standard moderner Kraftfahrzeuge. Damit sie funktionieren, benötigen neben dem Kompressor und dem Gebläse die sogenannte Klimaflüssigkeit beziehungsweise das Kältemittel. Welche Eigenschaften diese Substanz innehat und welche Aufgaben sie übernimmt, zeigt Ihnen der nachfolgende Artikel.


Die Klimaflüssigkeit – was ist das?

Damit überhaupt „Kälte“ in den Innenraum von Kraftfahrzeugen gelangen kann, muss der Umgebungsluft die Wärme entzogen werden. Das funktioniert mithilfe der Klimaflüssigkeit beziehungsweise des Kältemittels. Das Mittel wird im gasförmigen Zustand in einem Kompressor unter hohen Druck gebracht und erhitzt sich dadurch zwangsläufig. Anschließend gelangt es in den Kondensator und verändert den Aggregatzustand – das heißt, dass die Klimaflüssigkeit erst hier flüssig wird. Weiter geht es in den Verdampfer – durch den erneuten Wechsel in den gasförmigen Zustand wird der Umgebung die Wärme entzogen und die Umgebungsluft wird stark gekühlt. Das System ist dabei zu jeder Zeit in sich geschlossen, sodass im Normalfall kein Kältemittel an die Umwelt gelangt.

Was sind die Inhaltsstoffe von Kältemitteln?

In der Geschichte der Kfz-Klimaanlage kamen bereits einige Klimaflüssigkeiten zum Einsatz, die jedoch relativ schnell von anderen Stoffen überholt wurden. So wurde beispielsweise lange 1,1,1,2-Tetrafluorethan (R134a) verwendet. Seit 2011 dürfen neu verkaufte Autoklimaanlagen jedoch nicht mehr auf diesem Kältemittel basieren. Der Nachfolger – 2,3,3,3-Tetrafluorpropen (R1234yf) – war zwar umweltfreundlicher, bot jedoch eine hohe Brandgefahr. Die Lösung liegt heutzutage in Kohlenstoffdioxid (R-744), da es nahezu umweltneutral ist und nicht brennt. Allerdings erfordert es einen höheren Druck im Kühlmittelkreislauf.

Die Eigenschaften von Kältemittel

Die Klimaflüssigkeit muss in Anbetracht der hohen Belastungen in der Klimaanlage viele Eigenschaften mitbringen. Zum einen in puncto Sicherheit, denn das Kältemittel sollte bestenfalls nicht brennbar sein. Zum anderen in Bezug auf Wärmeleitfähigkeit, Kompatibilität mit angrenzenden Bauteilen und die Umweltbelastung. Hinzu kommen spezifische Eigenschaften wie die sogenannte Verdampfungsenthalpie, die Kälteleistung und die Viskosität. Denn nur wenn die Anforderungen an das Kältemittel vollends erfüllt werden, kann eine Klimaanlage sicher und effizient funktionieren.


Wartungen und Probleme

Obwohl eine Kfz-Klimaanlage an sich ein geschlossenes System ist, kann es im Laufe der Zeit zu einer Verflüchtigung des Kühlmittels kommen. Beispielsweise dann, wenn Dichtungen spröde werden oder Undichtigkeiten durch Beschädigungen entstehen. Ist zu wenig Klimaflüssigkeit im System, kann die Leistung der Klimaanlage darunter leiden. Zudem kann es zu einer ungewohnten Geräuschentwicklung kommen.

Um dieses Szenario und etwaige Folgen zu vermeiden, sollte die Klimaanlage regelmäßig im Zuge der Inspektion überprüft werden. Parallel dazu können gesonderte Klima-Checks in Anspruch genommen werden, bei denen der Stand des Kältemittels direkt überprüft und gegebenenfalls korrigiert wird.