Reifen bzw. Räder auswuchten – so funktioniert’s

Im Laufe der regelmäßigen Nutzung von Kraftfahrzeugen verschleißen die Reifen – und das nicht immer gleichmäßig. Denn starke Bremsmanöver oder dynamische Kurvenfahrten stellen einseitige Belastungen dar, die über kurz oder lang zu einem unrunden Radlauf, der im Volksmund Reifen-Unwucht genannt wird, führen kann. Schon kleine daraus resultierende Abweichungen können bei hohen Geschwindigkeiten eine enorme Wirkung entfalten.

Im Nachfolgenden erfahren Sie, welche negativen Auswirkungen ein solches Ungleichgewicht hat und wie die Reifen ganz einfach in der Kfz-Werkstatt des Vertrauens ausgewuchtet werden können.


Reifen auswuchten und die Lebenszeit des Fahrzeuges erhöhen

Häufig lässt sich eine Reifenunwucht bereits an auffälligen Fahrgeräuschen und einem Vibrieren des Lenkrades während der Fahrt erkennen. Dieses Flattern wirkt sich nicht nur negativ auf das Fahr- und Bremsverhalten aus, sondern auch auf einige Bauteile des Fahrzeugs selbst. Querlenker, Stoßdämpfer und andere Bestandteile des Fahrwerks werden zusätzlichen Belastungen ausgesetzt und verschleißen entsprechend schneller. Zusätzlich werden die Reifen an den überbelasteten Stellen merklich schneller abgenutzt. Als Folge kommt es mit der Zeit zu einer unsicheren Straßenlage, vor allem in Kurven – auf diese Weise steigt das Unfallrisiko in Gefahrensituationen um ein Vielfaches. Neben einem erhöhten Spritverbrauch, der ebenfalls auf die Reifenunwucht zurückzuführen sein kann, müssen Reifen aufgrund ihrer einseitigen Abnutzung häufiger ausgetauscht werden. Um die recht hohen Instandhaltungskosten zu vermeiden, ist daher das zeitnahe Auswuchten der Reifen bzw. Räder empfehlenswert.

Verschiedene Arten der Unwucht

Grundsätzlich wird zwischen statischen und dynamischen Unwuchten unterschieden. Liegt eine statische Unwucht an einem Reifen vor, dreht sich dieser auf seiner Achse nicht mehr gleichmäßig und stoppt stets an seiner schwersten Stelle. In diesem Fall wird ein Schlag- oder Sicherheitsgewicht an der gegenüberliegenden Seite des Reifens angebracht, sodass dieser wieder rollt, ohne zu stocken.

Hat der Reifen zwei schwere Stellen an der Außen- sowie Innenseite der Felge, spricht man von einer dynamischen Unwucht. Die ungleiche Massenverteilung sorgt hierbei für eine entgegengesetzte Wirkung der beim Fahren wirkenden Kräfte – das Rad gerät ins Taumeln. Zum Auswuchten müssen entsprechend außen sowie innen Klebegewichte angebracht werden.

Hinweis: Prinzipiell geht es beim Auswuchten um die kompletten Räder, also um die Reifen-Felgen-Kombination. Rein technisch gesehen wird also das komplette Rad ausgewuchtet. Dennoch wird im Normalfall vom Reifen auswuchten gesprochen.

So funktioniert das Auswuchten

Falls ein Flattern während des Fahrens oder einseitig abgenutzte Reifen am Fahrzeug festgestellt werden, ist es sinnvoll eine Autowerkstatt aufzusuchen. Diese kann prüfen, ob eine Unwucht für die Probleme verantwortlich ist oder ein anderer Mängel vorliegt. Schließlich können sich auch defekte Bauteile wie die Radlager negativ auf das Fahrverhalten auswirken. Die dort vorgenommene Auswuchtung geschieht mithilfe einer Wuchtmaschine, auf die das Rad gespannt wird. Durch die schnelle Drehung, in die Reifen samt Felge daraufhin versetzt werden, erkennen Sensoren, an welcher Stelle die Unwucht vorliegt. Der Mechaniker kann nun an der gegenüberliegenden Stelle ein Wuchtgewicht platzieren, damit sich das Rad wieder gleichmäßig dreht. Beim Anbringen des Wuchtgewichts können durchaus mehrere Durchgänge nötig sein, um eine ideale Auswuchtung zu gewährleisten.

Alternative: Einsatz von Wuchtpulver oder Wuchtperlen

Alternativ zur klassischen Auswuchtung mit Gewichten kann auch Wuchtpulver genutzt werden. Dieses wird direkt in den Reifen gelegt und freigesetzt, sobald der Reifen aufgepumpt wird. Beginnt die Fahrt, wird das im Reifen befindliche Pulver an die Innenseiten des Reifens geworfen. So werden etwaige Unwuchten ausgeglichen. Und dank der elektrostatischen Aufladung des Pulvers behält es seine Position bei, sodass der Vorgang nicht bei der nächsten Fahrt von vorne beginnt.

Grundsätzlich gilt: Eine Reifenunwucht sollte möglichst schnell erkannt und behoben werden. Lassen Sie Ihre Reifen daher regelmäßig überprüfen. Der saisonale Radwechsel bietet sich dafür an. Im Kfz-Serviceportal finden Sie dafür zahlreiche Kfz-Werkstätten mit Reifenservice direkt in Ihrer Nähe.