Die Spureinstellung und ihre Notwendigkeit

Die sogenannte Spur ist ein wesentlicher Faktor, wenn es um Fahrsicherheit und Fahrkomfort geht. Sie hat Einfluss auf den Reifenverschleiß und die Lenkung. Gerät die Fahrwerksgeometrie ins Ungleichgewicht, muss eine sogenannte Spureinstellung erfolgen. Erfahren Sie im nachfolgenden Beitrag, wie Sie fehlerhafte Spureinstellungen erkennen und wie das Justieren funktioniert.

Wann muss eine Spureinstellung vorgenommen werden?

Im Normalfall stehen sowohl die Räder der Vorder- als auch der Hinterachse annährend parallel zur Längsachse des Autos. Das bedeute, dass die Reifen in einem bestimmten minimalen Winkel zur Fahrbahn stehen und in einer Spur positioniert sind. Diese Einstellungen erlauben es dem Fahrzeug, gerade und ruhig auf dem Untergrund zu fahren. Ist die Spur an der Achse richtig eingestellt, wird eine optimale Geradeausfahrt gewährleistet. Da die Räder während des Fahrens dazu tendieren, sich eher nach außen zu neigen, werden sie im Ruhezustand so justiert, dass sie vor der Achse minimal enger zusammenstehen als in der Vorspur, also hinter der Achse. Je nach Hersteller und Achse liegt der Winkel der Vorspur an der Hinterachse bei 0 bis 5 Grad, bei der Vorderachse bei maximal 3 Grad. Die Räder stehen somit nicht exakt parallel zueinander, sondern weisen eine minimale Abweichung auf.

Eine Verstellung der Achse und der Fahrwerksmechanik kann schon beim Überfahren einer hohen Bordsteinkante oder eines Schlaglochs auftreten. Eine Spureinstellung sollte daher sowohl nach solchen Vorkommnissen als auch nach Reparaturen am Fahrwerk, am Lenkgetriebe, an der Koppelstangen, an den Spurstangenköpfen oder an der Radaufhängung vorgenommen werden, da sich hier die ideale Achse der Räder durchaus verschieben kann.

Wie merkt der Fahrer eine falsche Spureinstellung?

Liegen Störungen in der Spureinstellung vor, zieht das Fahrzeug entweder mehr nach links oder nach rechts, sodass sich Probleme beim Fahren und Bremsen zeigen. Der Autofahrer bemerkt eine solche fehlerhafte Spureinstellung meist dann, wenn sich das Auto auf gerader Fahrbahn nicht ohne eigenes Einwirken in der Spur halten lässt. Zudem macht sich eine falsche Spureinstellung in engen Kurven am Lenkrad sowie durch verzögerte Lenkbewegungen und Abrollgeräusche bemerkbar. Elektronische Systeme wie der Spurhalteassistent können ohne die richtigen Einstellungen ebenfalls nicht mehr korrekt agieren. Beginnt das Fahrzeug dann noch zu ruckeln, ist dies ein starkes Indiz dafür, dass die Spur neu eingestellt werden muss. Von außen macht sich eine falsche Spureinstellung durch das unterschiedliche Abriebbild an den Reifen bemerkbar.

Übrigens: Für die oben genannten Symptome muss nicht zwangsläufig die falsch eingestellte Spur verantwortlich sein. Auch Reifenunwucht oder Probleme mit den Radlagern machen sich so oder so ähnlich bemerkbar. Die fachmännische Einschätzung der Werkstatt kann derartige Probleme aufdecken.

Was sind die Folgen einer falschen Achsgeometrie?

Oftmals werden die negativen Auswirkungen einer falsch eingestellten Spur unterschätzt. Eine falsche Spureinstellung führt jedoch zu einem erhöhten Rollwiderstand auf der Fahrbahn, wodurch die Reifen stärker belastet und abgenutzt werden. Zusätzlich steigt der Kraftstoffverbrauch spürbar an. Eine korrekte Spureinstellung, wie sie in der Werkstatt vorgenommen wird, kommt damit nicht nur dem Fahrzeug selbst, sondern ebenso der Umwelt zugute.


Wie wird eine Spureinstellung durchgeführt?

Die Einstellung der Spur gehört für die Fachkräfte in den Auto-Werkstätten zum Tagesgeschäft. Da es sich um eine Routine-Reparatur handelt, nimmt sie wenig Zeit in Anspruch. Vor der Einstellung der Spur wird in der Regel im ersten Schritt eine Sichtprüfung der Reifen durchgeführt, um besonders hohe Reifenabriebe auf einer Seite zu erkennen. Anschließend wird eine Achsenvermessung mithilfe von optisch-elektrischen Messinstrumenten durchgeführt. Die Reifen werden in unterschiedlichen Positionen vermessen und je nach Ergebnis entsprechend der Herstellerdaten an den Spurstangen nachjustiert. Bei der Spurstange handelt es sich um die Verbindung zwischen der Zahnstange des Lenkgetriebes und dem vorderen Radträger. Durch das gezielte Drehen an der Kontermutter verändert sich die Einschraubtiefe zwischen Gelenkkopf und Gelenkstück, sodass auf diese Weise die Spureinstellung der Reifen entsprechend der Herstellerdaten angepasst werden kann.

Welche Kosten verursacht die Spureinstellung?

Der Arbeitsaufwand für das Fachpersonal ist vergleichsweise gering, sodass die Kosten entsprechend niedrig ausfallen. Oftmals bieten die Werkstätten zudem günstige Festpreise an: Die Kosten für eine Achsenvermessung mit anschließender Spureinstellung befinden sich in einem Rahmen von 80,- bis 120,- Euro. Das Kfz-Serviceportal ist bei der Suche nach der richtigen Fachwerkstatt behilflich. In der Datenbank lässt sich mit nur wenigen Klicks die ideale Werkstatt ganz in Ihrer Nähe finden.