Das Getriebeöl im Portrait

Handschalter, Wandlerautomatik, Doppelkupplung und mehr: In jedem Getriebe gibt es eine Vielzahl von Elementen, die hohen Belastungen standhalten müssen und sich nahezu ständig in Bewegung befinden. Deshalb ist eine permanente und sorgfältige Schmierung mit Getriebeöl unabdingbar. Welche Aufgaben das Spezialöl konkret erfüllt und in welche Kategorien es unterteilt wird, erfahren Sie im Nachfolgenden auf dem Kfz-Serviceportal.


Das Getriebeöl im Überblick

Das Getriebe moderner Kraftfahrzeuge hat verschiedenste Aufgaben und muss die unterschiedlichsten Anforderungen erfüllen. An erster Stelle steht dabei die Kraftübertragung mit korrekter Übersetzung. Das heißt: Das vom Motor abgegebene Drehmoment muss vom Getriebe – bestenfalls ohne nennenswerte Verluste – an die Achsen weitergegeben werden. Dabei sollte es zu keiner hörbaren Geräuschentwicklung kommen. Außerdem muss das Schalten komfortabel und unkompliziert sein. Für manuelle Schaltungen bedeutet das ein leichtes Bedienen des Schaltknaufs. Automatikgetriebe werden häufig an ihrer Schaltzeit und an ihrer Flexibilität in Bezug auf das Überspringen von Gängen gemessen.

Die Aufgaben im Überblick

Würde es kein Getriebeöl geben, wären die genannten Anforderungen unlösbar. Denn die Flüssigkeit sorgt zum einen für ausreichende Schmierung, um einen hohen Verschleiß und Korrosion zu vermeiden. Zum anderen nimmt das Getriebeöl Schmutz auf und kühlt Zahnräder, Wellen und Co. Ein weiteres Anwendungsfeld findet sich in Wandlergetrieben: Hier dient Getriebeöl als ATF (Automatic Transmission Fluid) und damit als Überträger der Kraft vom Motor zum eigentlichen Getriebe. In anderen Fällen ist das Getriebeöl für die Synchronisation des Getriebes mit zuständig.
In allen Fällen gilt: Das Getriebeöl muss unempfindlich gegenüber Metallen und Dichtungen sein und darf diese wiederum auch nicht angreifen.

Einteilung von Getriebeölen / Klassifikationen

Heutzutage werden Getriebeöle nach den US-amerikanischen GL-Stufen aus der API-Klassifikation eingeordnet. Es existieren die Stufen GL-1 bis GL-5, die für unterschiedliche Arten von Getrieben verwendet werden. Am häufigsten kommen dabei die Öle GL-3, GL-4 und GL-5 zum Einsatz.
Praktische Bedeutung werden diese Klassifikationen für kaum einen Anwender haben, da das Wechseln des Getriebeöls in der Regel von Kfz-Werkstätten übernommen wird und ein Nachfüllen nicht notwendig ist.

Diese Punkte müssen beachtet werden

Zwar ist Getriebeöl deutlich wartungsärmer als beispielsweise Motoröl. Dennoch muss die Flüssigkeit hin und wieder gewartet beziehungsweise gewechselt werden. Schlussendlich können auch hier wertvolle Eigenschaften im Laufe der Zeit verloren gehen; Ölfilter setzen sich zu oder der Verschmutzungsgrad überschreitet ein kritisches Niveau.
Übrigens: Die Füllmenge an Getriebeöl hängt von der Bauform des Getriebes ab. Handschaltungen benötigen dabei deutlich weniger Öl als Automatikgetriebe. Die Spanne reicht im Normalfall zwischen 1,5 Litern und 10 Litern.

Der Wechsel von Getriebeöl

Wann und ob das Getriebeöl eines Fahrzeugs gewechselt werden muss, ist in erster Linie von Marke und Modell abhängig. Einige Kfz-Hersteller verpassen ihren Getrieben sogenannte Lifetime-Öle, bei denen im Regelfall gar kein Austausch notwendig ist. Andere wiederum sehen einen Wechsel nach gewissen Laufleistungen vor – wie beispielsweise 120.000 Kilometer.

Symptome von veraltetem Getriebeöl

Wer den Getriebeölwechsel verpasst, wird im Laufe der Zeit Symptome feststellen, die auf ein verschlissenes Getriebeöl hindeuten. Denn irgendwann ist die Flüssigkeit verschmutzt und kann ihre Eigenschaften nicht mehr vollends entfalten. Altes Getriebeöl macht sich bei Automatikgetrieben beispielsweise durch hohe Schaltzeiten bemerkbar. Auch kann die Geräuschentwicklung steigen. Nicht bemerkbar, dafür aber gefährlich für das Material ist die Temperaturentwicklung, die einen höheren Verschleiß zur Folge haben kann. Deshalb sollte das Getriebeöl beim Auftreten erster Symptome oder zu den Fälligkeiten gewechselt werden.