Sicherheitsrelevante Bauteile an Kraftfahrzeugen

Sie sind entscheidend für Leib und Leben bei der Autofahrt und maßgeblich an Erfolg oder Misserfolg bei der Hauptuntersuchung beteiligt: Sicherheitsrelevante Bauteile an Kraftfahrzeugen nehmen eine besondere Rolle ein. Grund genug, einen näheren Blick auf die einzelnen Komponenten und ihre Funktion zu werfen.

Wann ein Kfz-Bauteil sicherheitsrelevant ist

Generell sind alle Bestandteile von Kraftfahrzeugen als sicherheitsrelevant einzustufen, die für eine reibungslose Fahrt und Funktion sorgen, unterstützend und im Sinne des Autofahrers eingreifen oder im Ernstfall für ein Mehr an Schutz für Insassen und Außenstehende sorgen.

Sie sind deshalb so wichtig, weil mit den Möglichkeiten des modernen Straßenverkehrs auch die Risiken wachsen. Geschwindigkeiten fernab der 100 km/h mit Fahrzeugen, die weit mehr als eine Tonne Gewicht auf die Waage bringen, bergen erhebliches Zerstörungspotenzial. Nicht immer sind die Reflexe und Reaktionen des Menschen ausreichend, um Gefahrensituationen zu entschärfen oder zu vermeiden.

Sicherheitsrelevante Bauteile in der Hauptuntersuchung (TÜV)

Dieser Umstand ist bekannt und wird auch in der Hauptuntersuchung thematisiert. Denn neben dem Abgasverhalten und eher allgemeinen Punkten werden hier vor allem die sicherheitsrelevanten Bauteile unter die Lupe genommen. Dazu gehören offiziell

  • die Lenkung und die Bremsen,
  • das Fahrwerk, die Räder und die Reifen,
  • die Scheiben und Spiegel.

 

Je nach Art des Fehlers, die womöglich aufgedeckt werden, werden unterschiedliche Mängel vergeben. Während geringe Mängel zwar behoben werden müssen, jedoch keine Nachprüfung erfordern, muss die Beseitigung erheblicher Mängel in jedem Falle durch ein erneutes Erscheinen bestätigt werden. Schlimmstenfalls können Prüfer eine Gefährdung für den Straßenverkehr attestieren und die Weiterfahrt untersagen.


Das Fahrwerk

Damit eine sichere Fahrt gewährleistet werden kann, müssen vor allem die Komponenten des Fahrzeugs in einem vernünftigen Zustand und funktionstüchtig sein.

Die Bremsen

Die Bremsanlage ist wahrscheinlich eines der wichtigsten sicherheitsrelevanten Bauteile an Kraftfahrzeugen. Sie sind nicht nur nahezu permanent im Einsatz, sondern verhindern oder mindern verheerende Kollisionen im Ernstfall. Das funktioniert, indem beim Betätigen des Bremspedals Reibflächen an den Rädern aufeinandertreffen. Durch den dadurch entstehenden Widerstand tritt die Verzögerung (Bremsung) beim Kraftfahrzeug ein. Je schneller sich ein Kraftfahrzeug bewegt, desto länger ist sein Bremsweg. Verschiedene Systeme – wie ABS oder der Bremskraftverstärker – unterstützen den Fahrer.

Die Lenkung

Bei der Lenkung, die heutzutage oftmals durch einen Servomotor unterstützt wird, handelt es sich im Prinzip um das System, das für die (gewollte) Verstellung der Vorderräder verantwortlich ist. Das heißt: Vom Lenkrad über Lenksäule und Lenkgetriebe bis hin zu den Spurstangen.

Funktioniert die Lenkung nicht ordnungsgemäß, kann das vor allem in Gefahrensituationen erhebliche Risiken bergen. Schließlich muss Hindernissen präzise ausgewichen werden können – nicht zuletzt kann eine fehlerhafte Lenkung auch für einen Drall sorgen, der ein ständiges Gegenlenken erfordert und bei nicht konzentrierten Fahrern für ein Verlassen der Spur sorgen kann.

Die Radaufhängung

An die Lenkung knüpft die Radaufhängung an. Dabei handelt es sich im Kern um die Federbeine und die Querlenker. Als System übernimmt die Radaufhängung verschiedene Aufgaben: Sie gewährleistet eine stabile Fahrt und nimmt Stöße, beispielsweise durch Bodenwellen, auf. Hier ist es besonders wichtig, dass sich alle Bauteile in einem einwandfreien Zustand befinden und keine Ermüdungserscheinungen aufweisen. Denn ein Bruch von Komponenten der Radaufhängung während der Fahrt kann zu unvorhersehbaren und riskanten Ausbrüchen des Fahrzeugs führen.

Sensorik und Elektronik

Je jünger ein Kraftfahrzeug nach Datum der Erstzulassung ist, desto mehr Sensoren und Assistenzsysteme befinden sich in seinem Inneren. Waren früher Sicherheitsgurte, Airbags und ABS das Nonplusultra relevanter Sicherheitssysteme, so kommen heute weit findigere Assistenzsysteme zum Einsatz. Ein Beispiel ist die Antriebsschlupfregelung (ASR), die die ABS-Sensorik nutzt und das Durchdrehen der Reifen verhindert. Eine Stufe fortgeschrittener ist die elektronische Stabilitätskontrolle (ESC oder ESP), die durch gezieltes Bremsen einzelner Räder für eine enorme Verbesserung der Fahrtkontrolle in Gefahrensituationen sorgt.

Sowohl die Sensorik als auch die allgemeine Elektronik müssen einwandfrei funktionieren. Vor allem ABS-Sensoren können aufgrund ihrer Nähe zum Reifen Schäden durch Verschmutzung nehmen. Fallen sie aus, stehen ABS und andere darauf basierende Systeme nicht mehr zur Verfügung. Eine Vollbremsung ohne ABS ist nahezu nicht kontrollierbar, weil das Kraftfahrzeug ins Rutschen gerät.

Weitere Assistenzsysteme in modernen Kfz

Je weiter die Entwicklung von Auto und Motorrad voranschreitet, desto mehr Assistenzsysteme finden sich in Kraftfahrzeugen und desto größer wird deren Rolle als sicherheitsrelevante Bauteile. Praktische Ergänzungen finden sich mittlerweile beispielsweise in Lichtassistenten, Spurhalteassistenten, Geschwindigkeitsregelanlagen mit Abstandsfunktion oder Müdigkeitsassistenten.

Übrigens: Viele Autohersteller verbauen mittlerweile automatische Notrufsysteme. Kommt es zu einem Unfall, wird das vom Kraftfahrzeug erkannt und an entsprechende Notdienste weitergeleitet.

Airbags und Curtains

Kommt es trotz der Assistenzsysteme zu einem Unfall, so kommen weitere Helferlein zum Einsatz. Dazu zählen sich die üblichen Airbags sowie deren Weiterentwicklung, die Curtains. Bei Airbags handelt es sich um Luftkissen, die sich beim Auslösen entsprechender Sensoren explosionsartig mit Gas füllen und damit ein mehr oder minder weiches Luftkissen bilden, mit dem wiederum die Insassen zusammenprallen können. Solche Airbags gibt es mittlerweile in unterschiedlichsten Formen: Sie schützen nicht nur den Kopf des Fahrers, sondern auch andere Insassen und Körperteile. Curtains hingegen werden im Dachhimmel positioniert und breiten sich wie eine Art Vorhang aus – sie sind besonders dann wichtig, wenn die Kollision nicht frontal stattfindet und der seitliche Schutz gewährleistet werden muss.


Scheiben und Spiegel

Die sichere Fahrt ist nicht nur von Komponenten wie der Bremsanlage oder dem Fahrwerk abhängig: Auch der Fahrer und seine freie Sicht spielen eine große Rolle. Deshalb ist es entscheidend, dass vor allem die Windschutzscheibe sowie die Spiegel funktionieren. Risse in der Frontscheibe sowie Steinschläge im Sichtfeld sind ein No-Go. Auch fehlende oder defekte Spiegel gefährden die Sicherheit.

Der Fahrzeugführer muss außerdem darauf achten, dass diese Elemente nicht verschmutzt sind – das impliziert auch, dass im Winter beispielsweise entsprechender Frostschutz im System vorhanden ist, damit das Sichtfeld nicht zufrieren kann.

Die Beleuchtung

Auch die Beleuchtung muss frei von Schmutz, Schnee und Eis gehalten werden. Außerdem ist auf die korrekte Einstellung zu achten – gewöhnliche Halogen-Scheinwerfer verfügen oftmals über eine manuelle Leuchtweitenregulierung, die auf Basis der Beladung eingestellt werden muss.

Assistenzsysteme in der Beleuchtung

Auch in puncto Licht gibt es mittlerweile einige Innovationen. Dazu gehört beispielsweise das Kurvenlicht, bei dem der Nebelscheinwerfer für das Ausleuchten des Bereichs verwendet wird, in den das Fahrzeug im Anschluss einfährt. Dynamische Scheinwerfer folgen dem Lenkradeinschlag und sorgen für die ideale Ausleuchtung in Kurvenfahrten. Das automatische Auf- und Abblendlicht erkennt vorausfahrende oder entgegenkommende Fahrzeuge und sorgt für die ideale Ausleuchtung, ohne andere Verkehrsteilnehmer zu blenden. Und moderne Leuchtmittel, wie Xenon oder LED, erhöhen die generelle Sicht für den Fahrer bei Dunkelheit.

Fazit zu sicherheitsrelevanten Bauteilen

Wer sich mit der Frage zu sicherheitsrelevanten Bauteilen an Kraftfahrzeugen beschäftigt, wird schnell feststellen: Autos, Motorräder und Co. sind komplexe und ineinandergreifende Systeme, bei denen viele Komponenten eine entscheidende Rolle spielen. Umso wichtiger ist es, diese Bauteile regelmäßig zu kontrollieren oder kontrollieren zu lassen und im Zweifel auszutauschen. Die Intention sollte weniger im Bestehen der Hauptuntersuchung liegen: Vielmehr erhöht die sorgsame Wartung die Sicherheit der Fahrzeuginsassen und anderer Verkehrsteilnehmer enorm.