Das Motorradkennzeichen im Überblick

Wer mit seinem Motorrad am Straßenverkehr teilnehmen möchte, braucht ein spezielles Motorradkennzeichen. Genauso wie beim Auto dient dieses der klaren Zuordnung von Fahrzeug und Halter. Welche Besonderheiten das Kennzeichen hat und was es zu beachten gilt, erfahren Sie im Nachfolgenden.

Funktionalität des Motorradkennzeichens

Insbesondere im Falle einer Verkehrskontrolle bietet ein Kennzeichen für die Polizei und Bußgeldstelle den einzigen Anhaltspunkt zur Ermittlung des Fahrzeughalters. Die Geschwindigkeitskontrolle gestaltet sich bei Motorrädern jedoch schwieriger als bei Personenkraftwagen, da sie lediglich ein Kennzeichen am Heck besitzen. Heutzutage gibt es jedoch Blitzer, die von hinten blitzen und auf diese Weise auch Motorradkennzeichen ablichten können. Auf diese Weise kann ein Motorradfahrer bei Strafdelikten zur Rechenschaft gezogen werden.

Am Motorradkennzeichen kann zudem abgelesen werden, ob das Fahrzeug zugelassen ist. Da Motorräder oft nur in den warmen, trockenen Sommermonaten gefahren werden, bietet sich hier eine saisonale Zulassung an, um Versicherungsbeiträge zu sparen. Anfangs- und Abschlussmonat des Zulassungszeitraums werden in diesem Fall auf dem Kennzeichen vermerkt. Außerhalb dieser Zeit darf sich das Motorrad nur auf Privatgelände befinden. Sollte es sich auf öffentlichen Straßen bewegen, ist dies ein klarer Verstoß gegen die Straßenverkehrsordnung und wird mit hohen Geldbußen geahndet.


Anbringung und Aussehen von Motorradkennzeichen

Wie bei einem Autokennzeichen findet sich auf dem Motorradkennzeichen am linken Rand das Länderkürzel und das Euro-Symbol. Mittig werden die TÜV- und Zulassungsplakette angebracht. Da auf einem Motorrad der Platz zur Anbringung eines Kennzeichens begrenzt ist, ist dieses im Vergleich deutlich kleiner und stets zweizeilig beschriftet. Seit April 2011 hat das Motorradkennzeichen – je nach Zeichenzahl – eine Breite von 18 bis 22 cm und eine Höhe von 20 cm. Diese Reform hin zum Kleinformat konnte durch eine engere Schriftart und einen geringeren Zeichenabstand realisiert werden, ohne dass dadurch, wie zunächst befürchtet, die Lesbarkeit eingeschränkt wurde.

Noch in den 1950er-Jahren wurde das Kennzeichen in Deutschland längs zur Fahrtrichtung auf dem Schutzblech des Frontreifens montiert. Zu sehen ist diese Anbringungsform noch bei vielen Oldtimern. Heutzutage ist vorgeschrieben, dass sich die obere Kante des Kennzeichens maximal 120 cm über dem Boden befinden darf; die untere Kante muss mindestens 30 cm vom Boden entfernt sein. Eine seitliche Neigung von höchstens 30 Grad ist dabei zulässig. Änderungen an der Halterung müssen vom TÜV oder einer anderen Prüfstelle abgenommen werden. Eine Beleuchtung des Kennzeichens ist Pflicht.

Kosten für ein Motorradkennzeichen

Die Kosten für ein Motorradkennzeichen entsprechen denen eines Kfz-Kennzeichens: Für die Prägung werden zwischen 17 und 22 Euro verlangt, Verwaltungsgebühren und eventuell anfallende Gebühren für Wunschbuchstaben und -ziffern kommen zusätzlich noch hinzu. Die Motorradkennzeichen lassen sich direkt bei den an Zulassungsstellen angesiedelten Schilderläden erwerben. Darüber hinaus gibt es viele Internetanbieter, die das Online-Bestellen der kompakten Nummernschilder möglich machen.