Das Kaskoschadengutachten kompakt erklärt

Mit einem Kaskoschadengutachten lassen sich Schadenshöhe und -umfang eines selbst verursachten Unfalls schnell und zuverlässig im Zuge der Schadensregulierung ermitteln. Erfahren Sie hier, was ein Kaskoschadengutachten umfasst und worauf Sie beim Ablauf auf jeden Fall achten sollten.


Der Unterschied zwischen Haftpflichtschaden und Kaskoschaden

Im Gegensatz zu einem Haftpflichtschaden, bei dem der Versicherungsnehmer gleichzeitig der Unfallverursacher ist, sind bei einem Kaskoschaden Unfallverursacher und -geschädigter identisch. Kaskoschäden werden in Voll- und Teilkaskoschäden unterschieden. Zu den Kaskoschäden gehören nicht nur selbst verursachte Unfälle mit geschädigten Verkehrsteilnehmern. Ein Kaskoschaden kann auch durch Wildtiere, Hagel, Sturm oder Überschwemmung eintreten. Im ersten Fall handelt es sich um einen Vollkaskoschaden, im zweiten Fall um einen Teilkaskoschaden. Bei einem Kaskoschaden haben Versicherungsnehmer Anspruch auf unfallbedingten Schadenersatz. Umfang und Höhe des Schadenersatzes richten sich nach den Vertragsbestandteilen des Versicherungsvertrages. Versicherungen benötigen zur Ermittlung der Schadenhöhe bei einem selbst verursachten Unfall oder bei einem Schaden, für den niemand in Haftung genommen werden kann, ein Kaskoschadengutachten. Ob die Versicherung die Kosten für das Gutachten übernimmt, sollte mit dieser vorher abgestimmt werden. Bevor ein Gutachten zu Kaskoschäden in Auftrag gegeben wird, muss daher erst die Entscheidung der Versicherung auf Kostenübernahme abgewartet werden. Es gilt das Weisungsrecht des Versicherers. Die Kfz-Versicherung hat das Recht, einen eigenen Gutachter zur Begutachtung zu schicken.

Mit einem Gutachten zu Kaskoschäden einen erfahrenen Schadengutachter beauftragen

Sind die Formalitäten geklärt und darf der Unfallverursacher ein Kaskoschadengutachten in Auftrag geben, ist es am besten, einen vereidigten, erfahrenen Gutachter zu wählen. Welcher Gutachter das Kaskoschadengutachten durchführt, kann der Versicherungsnehmer in den meisten Fällen selbst bestimmen. Es sei denn, die Versicherung stellt einen eigenen Schadengutachter bereit. Gutachter lassen sich im Internet oder über offizielle Gutachterverzeichnisse finden – auch auf dem Kfz-Serviceportal haben Sie die Möglichkeit, Prüfstellen in Ihrer Nähe ausfindig zu machen. Vom Aufbau gleicht das Gutachten zu Kaskoschäden einem regulären Unfallgutachten.

Umfang und Inhalt eines Kaskoschadengutachtens

Bei Beauftragung eines Gutachters wird diesem zunächst der Unfallhergang geschildert. Dann werden Informationen zu Tag, Ort und Uhrzeit des Unfalls gegeben. Wichtig: Alle Angaben müssen wahrheitsgemäß erfolgen. Bereits angefertigte Fotos sollten dem Gutachter zur Anfertigung des Gutachtens übermittelt werden. Bei einem Voll- oder Teilkaskoschaden ist es daher am besten, ausführliches Beweismaterial in Form von Fotos anzufertigen. Befinden Sie sich noch am Unfallort, lassen Sie auch von diesem Fotos anfertigen. Schäden am Fahrzeug sind möglichst von unterschiedlichen Positionen aus zu fotografieren. Wichtig: Beweisfotos zwingend vor Reparaturbeginn anfertigen. Der Gutachter benötigt eine Kopie der Fahrzeugzulassung sowie eventuell eine Kopie des Personalausweises. Sind die Formalitäten geklärt und ist durch beide Seiten ein Vertrag für das Gutachten zu Kaskoschäden unterzeichnet, wird ein Termin für die Begutachtung des Schadens vereinbart. Dieser Termin findet meist in den Räumlichkeiten des Gutachters oder auch bei der örtlichen Prüfstelle statt. Die Erstellung von Gutachten zu Kaskoschäden erfolgt auf Grundlage der Honorartabelle des VKS/BVK. Die Kosten richten sich nach der Höhe des Schadens und werden zumeist von der Kfz-Versicherung getragen.

Im Falle eines Kaskoschadens besser rechtzeitig absichern

Ihre Kfz-Versicherung ist bereit, die Kosten für den Kaskoschaden zu begleichen und benötigt dafür kein Kaskoschadengutachten? Dann ist Vorsicht geboten. In diesen Fällen kommt es nach erfolgter Reparatur häufig zu Problemen bei der Regulierung, weil Reparaturrechnungen angezweifelt werden könnten. Mit einer Schadenregulierung ohne Kaskoschadengutachten sollten sich Versicherungsnehmer nicht einverstanden erklären. Denn bezahlt die Versicherung die Rechnungen nicht oder nur zum Teil, müssen Versicherungsnehmer für die Differenz aufkommen.