Erdgas (CNG) im Überblick

Erdgas (kurz CNG für „Compressed Natural Gas“) ist eine umweltfreundliche und kostengünstige Alternative zu anderen Kraftstoffarten. In diesem Ratgeber erhalten Interessierte wertvolle Tipps und Informationen zu aktuellen Marktanteilen, Kosten und Verfügbarkeit an Tankstellen sowie zur Gewinnung von Erdgas.


Erdgas CNG als umweltfreundlicher Kraftstoff

Autos, die mit CNG betrieben werden, sind nicht nur angenehm leise, sie zeichnen sich zudem durch einen besonders geringen Ausstoß an CO² und Feinstaub aus. Damit stellen sie eine saubere Alternative zu konventionell betriebenen Fahrzeugen dar und dürfen auch in Umweltzonen fahren. Der geplanten Ausweitung der Umweltzonen können Fahrer von Erdgasautos also gelassen entgegensehen. Vor allem in Ballungsgebieten, in denen die Belastung durch Lärm und Feinstaub sehr hoch ist, sorgen CNG-Autos für eine spürbare Entlastung hinsichtlich der Schadstoffe.

Erdgasautos: Preise und Marktanteile

Da Erdgas im Gegensatz zu flüssigen Kraftstoffen in Kilogramm berechnet wird, ist die Ersparnis beim Tanken nicht direkt ersichtlich. Es gilt: Der Energiegehalt von einem Kilogramm CNG entspricht dem von 1,5 Litern Benzin. Hier ein Überblick über die ungefähren Energiegehalte der verschiedenen Kraftstoffe:

  • Ein Kilogramm Erdgas: circa 13,3 kWh
  • Ein Liter Diesel: circa 9,9 kWh
  • Ein Liter Superbenzin: circa 8,5 kWh
  • Ein Liter Autogas: 6,8 kWh

 
Die durchschnittlichen Kraftstoff-Preise an der Tankstelle lagen in Deutschland im April 2017 bei:

  • Erdgas: 1,08 Euro (H-Gas)
  • Diesel: 1,17 Euro
  • Autogas: 0,57 Euro

 
Berücksichtigt man die Energieäquivalenz, entspricht der Preis für Erdgas circa der Hälfte des Preises für Super Benzin. Darüber hinaus profitieren Fahrer von Erdgasautos von stabileren Kraftstoffpreisen und niedrigeren Kfz-Steuern. Der Anteil an Kraftfahrzeugen, die mit Erdgas betrieben werden, liegt in Deutschland aktuell bei 0,3 Prozent (Stand August 2017).

Wie viele Tankstellen bieten CNG an?

In Deutschland gibt es ein flächendeckendes Netz an Tankstellen, die auch Erdgas anbieten. Die Versorgung mit dem umweltfreundlichen und sparsamen Kraftstoff stellt hierzulande also kein Problem dar. Wer ins Ausland fährt, sollte sich jedoch vorab informieren, wo CNG getankt werden kann und ob ein spezieller Tankadapter benötigt wird. Außerdem ist es ratsam, die genaue Bezeichnung für Erdgas in Erfahrung zu bringen, damit nicht versehentlich Autogas getankt wird. In Europa weisen Tankstellen, die Erdgas anbieten, in der Regel ein CNG-Zeichen für „Compressed Natural Gas“ (komprimiertes natürliches Gas) auf.

Die Reichweite eines Erdgasautos beträgt je nach Modell, Tankgröße und Fahrweise bis zu 900 Kilometer. Wer häufig im Ausland unterwegs ist und ganz sicher sein möchte, dass seinem Auto nicht der Kraftstoff ausgeht, kann auch zu einem Modell mit Benzin-Reservetank greifen. Hier besteht die Möglichkeit, auf Knopfdruck von CNG zu Benzin zu wechseln, um die Fahrzeit bis zur nächsten Erdgastankstelle zu überbrücken.

Übrigens: Wer auf Erdgas umsteigt, kann verschiedenste Förderungen erhalten. So belohnen viele Gasversorger die Entscheidung für ein CNG-Auto mit attraktiven Anschaffungsprämien – je nach Wohnort mit bis zu 1.000 Euro! Einige Autohersteller bieten zudem immer wieder Wechselprämien an.

Voraussetzung zur Nutzung von Erdgas

Damit das Erdgas überhaupt im Verbrennungsmotor genutzt werden kann, ist eine sogenannte Erdgasanlage notwendig. Dabei handelt es sich um ein System mitsamt einem Tank, welches das Erdgas aufbereitet und in den Motor führt. Dabei können verschiedene Technologien zum Einsatz kommen. Allen gemein ist der grundlegende Aufbau, der aus einem Tank, diversen Leitungen, einem Zusatz für die Motorsteuerung und einer Einspritzung besteht.

Unterschiede zwischen monovalentem und bivalentem Antrieb

Anders als bei Autogas (LPG), bei dem nahezu immer ein sogenannter bivalenter Antrieb vorliegt, können Erdgasfahrzeuge auch monovalent betrieben werden. Das heißt, dass das Erdgas der einzig genutzte Treibstoff ist und dass die Emissionen auf Basis dieses Kraftstoffes berechnet werden können. Wäre das Fahrzeug bivalent, könnte es auch auf Benzin fahren. In diesem Falle würde der höhere Schadstoffausstoß des Benzins zur Bemessung herangezogen werden.

Übrigens: Monovalente Fahrzeuge können trotzdem einen kleinen Reservetank an Benzin besitzen. Sie sind jedoch in der Hauptsache auf Erdgas abgestimmt und laufen damit deshalb deutlich besser.


Gewinnung von Erdgas und Bio-Erdgas

Erdgas wird als Nebenprodukt bei der Erdölförderung oder durch Fracking gewonnen. Um das Gas als Kraftstoff nutzen zu können, muss es zwar aufbereitet werden, dies ist jedoch weit weniger aufwendig als die Aufbereitung von Erdöl. Erdgas besteht überwiegend aus Methan und weiteren Kohlenwasserstoffen; der Anteil an Stickstoff und Kohlendioxid ist gering. Damit verbrennt Erdgas sauberer als herkömmliche Kraftstoffe.

Noch umweltfreundlicher als konventionelles Erdgas ist Bio-Erdgas. Es wird fast vollständig aus organischen Abfallstoffen gewonnen und stellt somit eine klimaneutrale Alternative zu fossilen Brennstoffen dar. Gut zu wissen: Bio-Erdgas setzt die gleiche Menge Kohlendioxid frei, die die verwendeten Pflanzen während ihres Wachstums aufgenommen haben. Der Kraftstoff hat somit eine ausgewogene CO²Bilanz. Die Treibhausgasemissionen eines Fahrzeugs, das mit Bio-Erdgas fährt, werden auf diese Weise um mehr als 95 Prozent gesenkt.

Fazit

Mit einem CNG-Auto wird das Fahren nicht nur umweltfreundlicher, es kann sich auch finanziell lohnen. Zwar ist die Anschaffung beziehungsweise Umrüstung noch vergleichsweise teuer, Wechsel- und Anschaffungsprämien, niedrige Kraftstoffpreise sowie ein flächendeckendes Netz an Tankstellen machen den Kauf eines Erdgasautos jedoch zunehmend attraktiver.