Autogas LPG – umweltfreundliches Autofahren

Autogas steht in Deutschland sowie in weiten Teilen der EU als sparsame Alternative zu Benzin und Diesel parat. Der nachfolgende Beitrag unseres Lexikons zeigt Ihnen, was sich hinter dem auch als Liquefied Petroleum Gas – kurz LPG – bezeichneten Gasgemisch verbirgt und welche Vorteile es hat.


Was ist eigentlich Autogas LPG?

Im Prinzip handelt es sich bei Autogas um eine Mischung aus Propan und Butan – beide Gase treten bei der Erdölförderung als Abfallprodukt auf – vielerorts werden sie noch an Ort und Stelle abgefackelt. Seit einigen Jahren ist es jedoch möglich, LPG mithilfe von Autogasanlagen als Kraftstoffalternative zu nutzen.

Die genaue Zusammensetzung aus Propan und Butan hängt dabei von der Jahreszeit beziehungsweise den Einsatzgebieten ab: Man unterscheidet zwischen Sommer- und Wintergas. Während das Verhältnis Propan/Butan im Sommer bei 40/60 liegt, ist Autogas in der kalten Jahreszeit zu einem Verhältnis von 60/40 erhältlich. Das ist der Tatsache geschuldet, dass die Bestandteile unterschiedlich auf Kälte reagieren. Würde es zu jeder Jahreszeit das gleiche LPG geben, so könnte das beispielsweise zu einem höheren Treibstoffverbrauch führen.

Wo liegen die Vorteile von Flüssiggas?

Der größte Vorteil des Alternativkraftstoffs liegt in seinem Preis – Autogas kostet etwa die Hälfte von Diesel. Dank moderner Autogasanlagen müssen Fahrzeughalter keinerlei Einbußen durch den veränderten Antrieb hinnehmen. Tatsächlich weist Autogas mit 108 Oktan die Charakteristiken von Rennbenzin auf.

Ein weiterer großer Pluspunkt ist die Verbrennung an sich. Denn im Vergleich zu Diesel und Benzin entstehen bei der Fahrt mit LPG Autogas keine Rußpartikel. Auch der Ausstoß an Kohlenstoffdioxid und Schwefeloxiden wird drastisch gesenkt. Das hat heutzutage jedoch keinen Einfluss auf die Kfz-Steuer, weil das Auto bivalent betrieben werden kann. Das heißt, die Kraftstoffversorgung mit Benzin ist durch das Umlegen eines Schalters immer noch möglich.


Wo wird das Gas gespeichert?

Auf Autogas umgerüstete Fahrzeuge können über verschiedenartige Tanks verfügen. Die Art des Tanks ist in erster Linie Geschmackssache – nur in einigen Fällen gibt es bauartbedingte Vorschriften.

Der sogenannte Radmuldentank hat in etwa die Maße eines Ersatzrads und wird in ebender Position untergebracht. Um das fehlende Notrad kompensieren zu können, muss ein Notfallset für Reifenpannen mitgeführt werden. Diese Art der Autogas-Speicherung hat den Vorteil, dass der Tank zum einen sicher verwahrt ist. Zum anderen raubt er keinen Platz.

Weniger unauffällig, dafür aber größer, ist der Zylindertank. Dieser wird im Kofferraum untergebracht und kann prinzipiell mit einer Abdeckung verkleidet werden. Das Ersatzrad darf bei dieser Form seinen Platz behalten – allerdings geht Kofferraumvolumen verloren. Eine oftmals höhere Reichweite macht diesen Nachteil wieder wett.

Die dritte und wahrscheinlich praktischste Lösung ist der sogenannte Unterflurtank. Dieser wird unter dem Fahrzeug angebracht, sodass weder Ersatzrad- noch Kofferraumverlust hingenommen werden müssen. Einziges Manko: Durch seine Position unter dem Fahrzeug besteht das Risiko, dass der Tank beim Aufsetzen beschädigt werden kann.

Wie wird getankt?

Unzählige Tankstellen und Tankautomaten der Bundesrepublik Deutschland bieten heutzutage Autogas LPG an. Generell sind die Zapfsäulen für das Gas in den Tankstellen integriert – nur selten gibt es einzelne Säulen, an denen Autos mit Gasanlage betankt werden können.

Anstelle eines normalen Tankstutzens kommt ein Ventil mit Schraubverschluss zum Einsatz. Dieses wird auf den Stutzen des Gastanks geschraubt; anschließend kann die Tanksäule bedient werden. Sowohl Undichtigkeiten als auch der Höchststand des Tanks werden von den Technologien automatisch erkannt, sodass Autogas tanken nicht wirklich kompliziert ist.

Wie sicher ist Autogas?

Autogas ist sicherer als Benzin. Tatsächlich verbergen sich in Autogasanlagen unzählige Sicherheitsmechanismen, die vor dem Austritt von Gasen, vor Bränden oder vor Explosionen schützen. So sind beispielsweise die LPG-Tanks mehrfach geschützt – eine entsprechende Materialstärke sorgt dafür, dass auch mechanische Einflüsse kein Problem darstellen.

Die in der Vergangenheit aufgetretenen Probleme mit Autogas sind zumeist auf technische Fehler zurückzuführen. Der Markt der LPG-Umrüster wurde zuweilen missbraucht. Betrüger verbauten minderwertige Autogasanlagen und sorgten damit für Defekte und erhöhte Unfallgefahr.

Wie wird Autogas im Motor verbrannt?

Heutzutage wird zwischen zwei Technologien unterschieden. Sogenannte Venturi-Autogasanlagen verdampfen das flüssig gespeicherte Autogas – die Venturi-Düse „sprüht“ das mit Luft angereicherte Gemisch dann in das Saugrohr des Motors, von wo aus es in den Brennraum gelangt. Diese Art der Autogas-Nutzung kommt bei Maschinen mit Saugrohreinspritzung zum Einsatz.

Eine Weiterentwicklung im Sinne der Direkteinspritzer stellt die Flüssiggaseinspritzung dar. Dabei werden die Brennräume mit zusätzlichen Flüssiggas-Düsen versehen. Anders als bei Venturi-Anlagen wird auf einen Verdampfer verzichtet; das flüssige Autogas gelangt direkt in die Brennräume und wird gezündet.

Welche Fahrzeuge können Autogas verwenden?

Ob ein Fahrzeug für den LPG-Betrieb geeignet ist, hängt in erster Linie von seinem Motor ab. Während viele Benzinfahrzeuge problemlos um- beziehungsweise nachgerüstet werden können, ist das bei Dieselmotoren überhaupt nicht möglich. Zwar gab es in der Vergangenheit bereits Versuche, in denen der Dieselkraftstoff mit Autogas angereichert wurde. Bisher hat ein solches System jedoch keine Marktreife erlangt.