Entdecken Sie auf Kfz-Serviceportal.de, was Super E10 ist, welche Bestandteile der Kraftstoff enthält und wo die Vor- und Nachteile liegen. Mehr dazu finden Sie hier.

Der Kraftstoff E10 wurde eingeführt, um die Umweltbelastung durch den CO2-Ausstoß bei der Verbrennung zu verringern. Zu diesem Zweck wurde der Anteil Ethanol im Benzin erhöht: Ethanol wird aus nachwachsenden Rohstoffen gewonnen; Pflanzen geben bei der Verbrennung lediglich das zuvor aufgenommene CO2 wieder ab. Während herkömmliche Benzine einen Ethanolgehalt von maximal fünf Prozent aufweisen, ist E10 bis zu zehn Prozent Ethanol beigemischt.

Definition und Überblick

E10 ist ein Zusatz, der Ottokraftstoffen einen Ethanolgehalt von mehr als fünf und maximal zehn Prozent bescheinigt. Es existiert eine europäische Norm, in der die qualitativen Anforderungen an diesen Kraftstoff festgeschrieben sind. Dies ist die DIN EN 228, Ausgabe Januar 2013. Die Anforderungen sind Gegenstand der Kraftstoffqualitätsverordnung. Die erste Festschreibung der Qualitätsrichtlinien für diese Kraftstoffe war die E DIN 51626-1, Ausgabe November 2010, die mit Anpassung der europäischen Norm abgelöst wurde.


Marktanteile für Superbenzin E10 mit 10 % Prozent Bioethanol

Gemäß Angaben des Bundesamts für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BaFa) (Stand Juni 2017) hatte Super E10 2016 einen im Vergleich zum Vorjahr leicht rückläufigen Marktanteil von 12,6 Prozent. Der Anteil an regulärem E5-Superbenzin lag bei über 82 Prozent, die restlichen Marktanteile der Ottokraftstoff-Sorten bilden Super Plus (E5) und Normalbenzin mit weniger als 0,1 Prozent Ethanol.

Aufbau und Zusammensetzung

Das Ethanol im E10-Benzin wird auch als Bio-Sprit bezeichnet. Bei Ethanol handelt es sich um einen bestimmten Alkohol, der sich mit Mineralkraftstoffen mischen lässt. Als Trägersubstanz ist Ethanol daher geeignet für Benzin beziehungsweise Super-Benzin.

Das für Ottokraftstoffe verwendete Ethanol wird zum größten Teil in Brasilien gewonnen. Dort wird es aus Zuckerrohr hergestellt. In Deutschland wird Ethanol im Wesentlichen aus Zuckerrüben gewonnen, die jedoch einen geringeren Ertrag aufweisen. Im Sinne einer besseren Ökobilanz wird oft für eine Ethanol Gewinnung aus pflanzlichen Abfällen plädiert. E10-Kraftstoff trägt die exakte Bezeichnung Super E10 schwefelfrei, ROZ 95 E DIN 51 626-1. Super-E10-Zapfpistolen tragen einen runden Aufkleber mit dem Aufdruck „Super E10 schwefelfrei“.


Eignung für verschiedene Fahrzeugtypen

Laut ADAC ist E10 für etwa 90 Prozent aller zugelassenen Fahrzeuge unbedenklich. Aufgrund des höheren Anteils an Bioethanol kann es jedoch in bestimmten Fahrzeugen zu unerwünschten chemischen Reaktionen kommen – vor allem die Kraftstoffleitungen sind nicht immer für einen hohen Ethanol Anteil ausgelegt. Daher ist auf die Eignung des Fahrzeugs für diesen Kraftstoff zu achten. Im Einzelfall ist es abhängig vom jeweiligen Fahrzeughersteller und Fahrzeugmodell, ob der Motor mit E10 Benzin mit bis zu 10 % Ethanol Anteil betankt werden darf. An vielen Tankstellen liegen Listen mit E10-geeigneten Modellen aus. Außerdem äußern sich die Hersteller selbst zu diesem Thema.

Vorteile und Risiken

Bei der Frage, ob Autofahrer zu E10 greifen sollten, sind mehrere Aspekte abzuwägen, da der Kraftstoff seine spezifischen Vorzüge und Risiken birgt.

Vorzüge: günstiger Preis, Umweltfreundlichkeit

Primär ist der Umweltaspekt zu nennen. Der E10-Kraftstoff mit einem höheren Anteil an Bioethanol trägt weniger zum Ausstoß von Treibhausgasen bei als herkömmlicher Ottokraftstoff. Bei Ethanol handelt es sich zudem um einen Alkohol, der aus einer nachwachsenden Ressource (Zuckerrohr) gewonnen wird. E10-Kraftstoff ist an Tankstellen etwas günstiger als der herkömmliche E5-Sprit. Die günstige Preisgestaltung hängt in erster Linie damit zusammen, dass von politischer Seite aus der Marktanteil des neueren Kraftstoffs erhöht werden soll und auch die Tankstellen ein Verkaufsinteresse haben.

Nachteile: höherer Verbrauch durch geringere Energiedichte

Aufgrund des geringeren Anteils an Benzin in Relation zum E5-Sprit weist E10 einen etwas geringeren Wirkungsgrad beziehungsweise eine geringere Energiedichte auf. Da nur 90 statt 95 Prozent an Benzin vorhanden sind und der restliche Teil durch das weniger effektive Ethanol ersetzt ist, findet ein geringer Mehrverbrauch statt, um das übliche Leistungslevel zu erreichen. In der Folge müssen Autofahrer häufiger tanken. Der Mehrverbrauch liegt nach Expertenschätzung allerdings nur bei etwas mehr als 1,5 Prozent.

Zusammenfassung und Fazit

Die meisten Autos können problemlos mit Benzin betankt werden, das maximal zehn Prozent Ethanol enthält. Der ADAC spricht eine Empfehlung für den Kraftstoff für sämtliche Fahrzeuge mit Herstellerangabe aus. Der Verbrauch fällt aufgrund des geringeren Energiegehalts etwas höher aus als bei E5, jedoch wird E10 auch deutlich günstiger verkauft. Einen Grund für den Verzicht auf den Kraftstoff haben demnach nur Fahrzeuge, deren Motoren nicht auf die Verarbeitung des höheren Ethanolgehalts ausgelegt sind und entsprechend daran Schaden nehmen könnten.