Der Luftfilter im Detail

Der Luftfilter ist die Verbindung des Motors zur Außenwelt. Die bei der Verbrennung unbedingt benötigte Luft muss sowohl den Filter als auch den Ansaugtrakt durchdringen, um in die Brennkammern zu gelangen. Welche Aufgaben der Luftfilter dabei genau erfüllt und welche Ausführungen existieren, zeigt der nachfolgende Beitrag unseres Kfz-Lexikons.


Die Aufgaben des Luftfilters im Überblick

Ein Motor arbeitet nur dann zuverlässig, wenn ausschließlich die zur Verbrennung notwendigen Komponenten in sein Inneres gelangen. Vor allem die sogenannte kontaminierte, also möglicherweise verschmutzte, Außenluft könnte hier zu Problemen führen, wenn sie nicht vorher einen Luftfilter passiert, in dem die Reinigung stattfindet. Gäbe es diesen nicht, könnten folgende Probleme auftreten:

  • Staub kann sich innerhalb beweglicher Teile festsetzen und für Schäden an den Oberflächen sorgen. Beispielsweise direkt im Motor oder im Turbolader.
  • Das Motoröl verschmutzt schneller und verliert seine Schmierfähigkeit.
  • Periphere Teile, wie der Luftmassenmesser (LMM), können schnell Schäden nehmen.
  • Das Fahrzeug beziehungsweise der Motor wird lauter.

 
Der Grad der potenziellen Verschmutzung lässt sich erahnen, indem ein über mehrere Tausend Kilometer genutzter Luftfilter sichtgeprüft wird. Üblicherweise befinden sich hier allerhand Verschmutzungen – von Staub über kleine Steinchen bis hin zu Insekten.

Der Luftfilter hat also generell die Aufgabe, die Außenluft zu reinigen, bevor sie in die Brennräume gelangt. Außerdem sorgt er durch seinen Aufbau für einen konstanten Luftstrom. Fahrzeuge, die in sehr staubigen Umgebungen eingesetzt werden, haben übrigens einen zweiten, groben Filter, der noch vor dem eigentlichen Luftfilter sitzt. Wäre dieser nicht vorhanden, käme es nahezu ständig zu einer signifikanten Verschmutzung.

Wo befindet sich der Luftfilter?

Für gewöhnlich sitzt der Luftfilter an vorderster Front im Ansaugtrakt. Das heißt, dass ein Lufteinlass die Außenluft direkt in den Luftfilterkasten führt, in dem sich der eigentliche Filter befindet. Von dort aus geht es weiter in den Motor – vorbei am Luftmassenmesser und gegebenenfalls durch Drosselklappe, Turbolader oder Kompressor.

Die genaue Position des Luftfilters ist dabei von Fahrzeug zu Fahrzeug unterschiedlich. Üblicherweise befinden sich die filternden Komponenten im vorderen Bereich des Motorraums innerhalb eines geschlossenen Kastens, der entweder mit Clips oder Schrauben gesichert ist. In einigen Kraftfahrzeugen sitzt der Luftfilter als großer Pilz genau über dem Motor – oder er wurde in offener Form dort fixiert, wo er möglichst wenig warme Motorluft ansaugt. Warme Luft sollte deshalb vermieden werden, weil sie aufgrund der Hitze ausgedehnt ist und somit weniger Sauerstoff pro Volumeneinheit enthält.

Diese Luftfilterarten existieren

Generell gibt es drei Materialien, aus denen moderne Luftfilter hergestellt werden. Die sogenannten Papierfilter oder Wegwerffilter werden aus einer Art Pappe gefertigt, die eng gefaltet wurde und somit eine große Filterfläche bietet. Da sich das Material schlecht reinigen lässt, werden diese Filter nach einer gewissen Kilometerzahl entsorgt. Luftfilter aus Papier beziehungsweise Pappe sind reine Trockenfilter. Gleiches gilt für Schaumstofffilter, die besser waschbar sind und ebenfalls trocken betrieben werden.

In der dritten Variante kommt ein Gewebe zum Einsatz, das waschbar und damit wiederverwendbar ist. Diese Luftfilter werden oftmals mit einem sogenannten Filteröl benetzt, das eine bessere Reinigungsleistung bietet und nach der Wäsche erneut aufgetragen werden sollte. Der Vorteil gegenüber dem Papierfilter besteht in der theoretisch unbegrenzten Nutzungsdauer und dem verbesserten Luftdurchlass. Als nachteilig erweist sich der Preis.

Reguläre Luftfilter

Gewöhnliche und handelsübliche Luftfilter sind zumeist rechteckig und etwa drei Zentimeter dick. Um das Ansaugen kontaminierter Außenluft zu verhindern, befindet sich an der Seite ein Gummirand, der passgenau mit dem Luftfilterkasten schließt. Diese Form des Luftfilters wird aufgrund der Tatsache präferiert, dass das gezielte Ansaugen von Außenluft durch einen geschlossenen Ansaugtrakt möglich ist.

Sportluftfilter

Sportluftfilter – auch Filterpilze, konischer Filter oder Kegelfilter genannt – sind offene Systeme, bei denen auf den Luftfilterkasten verzichtet wird. Stattdessen ist der Sportluftfilter so konzipiert, dass die Außenluft direkt und über eine möglichst große Fläche in den Ansaugtrakt gelangen kann. Das soll vor allem bei besonders lufthungrigen und leistungsstarken Motoren wahre Wunder wirken, weil viel Luft bezogen werden kann und diese möglichst wenig ausgebremst wird. Der Sportluftfilter zielt also auf eine Leistungssteigerung ab. In modernen Motoren werden Luftzufuhr und Einspritzung des Kraftstoffs allerdings elektronisch gesteuert, sodass das Mehr an Luft nicht unbedingt einen positiven Effekt hat.

Außerdem interessant: Offene Sportluftfilter erhöhen die Lautstärke enorm. Aus diesem Grund kann es passieren, dass weitere Dämmmaßnahmen notwendig werden, bevor eine Eintragung in Form einer Einzelabnahme möglich ist.


Diese Probleme können bei Luftfiltern auftreten

Der Luftfilterwechsel gehört zum Standard bei Wartung und Service – aus gutem Grund. Denn ein zu stark verunreinigter oder defekter Luftfilter kann für Probleme sorgen. Diese werden Ihnen nachfolgend vorgestellt.

Luftfilter verstopft

Hat sich das Gewebe des Luftfilters zu stark mit Schmutz zugesetzt, wird der Luftdurchfluss erheblich beschränkt. Das führt zu einer schwächeren Motorleistung, da nicht genügend Sauerstoff für die Verbrennung vorhanden ist. Schlimmstenfalls kommt es außerdem zu Startschwierigkeiten oder zu einem Abwürgen des Motors, weil der Luftfilter undurchlässig ist. Ein Tausch oder eine Reinigung sind notwendig.

Luftfilter gerissen oder anderweitig zerstört

Ist der Luftfilter defekt und lässt er zu viel Luft durch, kann das direkte negative Auswirkungen auf den Motorlauf haben. Vielmehr besteht jedoch die Gefahr, dass Schmutzpartikel in die Brennräume gelangen, das Motoröl verschmutzen und für direkte Schäden durch Reibung sorgen. Auch in diesem Falle sollte ein Austausch schnellstmöglich stattfinden.