Der Werkstatt-TÜV – unkompliziert und schnell

Alle zwei Jahre muss ein Auto zur Hauptuntersuchung (HU). Sie stellt sicher, dass das Fahrzeug verkehrssicher und umweltverträglich ist. Die umgangssprachlich als „TÜV“ bezeichnete HU führt eine staatlich anerkannte Prüforganisation durch. Dazu berechtigt sind neben dem TÜV die DEKRA, GTÜ und KÜS. Fahrzeughalter haben die Wahl, ob sie die Hauptuntersuchung bei einem der vorgenannten Anbieter durchführen lassen oder den Werkstatt-TÜV durch einen zertifizierten Betrieb vorziehen. Im Nachfolgenden erfahren Sie, ob eine Hauptuntersuchung in der Werkstatt Vorteile bietet und welche Voraussetzungen ein Betrieb erfüllen muss, um TÜV-Untersuchungen anbieten zu dürfen.


Wo liegen die Vorteile der HU in der Werkstatt?

Erkennt der Prüfer beim Durchführen der HU gravierende Mängel, ist die Prüfplakette in Gefahr. In diesen Fällen sind eine Reparatur und ein erneutes Vorstellen des Autos bei der Prüforganisation erforderlich. Beim TÜV in der Werkstatt lassen sich kleinere Mängel direkt beheben, da die Mechaniker anwesend sind. Diese Schäden stellen dann kein Hindernis mehr für die Vergabe der Prüfplakette dar. Neben der HU erfolgt in der Werkstatt zeitgleich die Abgasuntersuchung (AU). Sie ist seit 2010 Bestandteil der Hauptuntersuchung. Für den Kunden bedeutet die HU in der Werkstatt deshalb weniger Zeitverlust und geringere Kosten.

Vorab-Check vor dem Werkstatt-TÜV – lohnt sich das?

Viele Betriebe bieten als Vorbereitung auf die Hauptuntersuchung in der Werkstatt einen Vorab-Check an. Er soll mögliche Probleme bei der späteren HU in der Werkstatt frühzeitig aufdecken. Die Betriebe wissen, welche Punkte für den TÜV von Bedeutung sind. So kontrollieren sie unter anderem die Beleuchtung, Lenkung, Bremsen und Reifen sowie das Fahrwerk und Flüssigkeitsstände. Besteht vor dem TÜV in der Werkstatt Handlungsbedarf, klären sie den Kunden über Möglichkeiten und anfallende Kosten auf. Interessant: Besteht das Auto trotz des Vorab-Checks die Hauptuntersuchung in der Werkstatt nicht, kommt häufig der Betrieb für die Kosten einer Nachprüfung auf. Nicht nur deshalb kann es sich lohnen, vor der Werkstatt-Hauptuntersuchung einen Vorab-Check zu vereinbaren. Ob und inwiefern solche Konditionen bei der Werkstatt Ihres Vertrauens gegeben sind, sollten Sie jedoch im Vorfeld erfragen.

Welche Werkstätten bieten einen Werkstatt-TÜV?

Damit ein Betrieb die HU in seiner Werkstatt durchführen darf, muss er ein anerkannter Prüfstützpunkt sein. Um diesen Status zu erlangen, sind zahlreiche Voraussetzungen zu erfüllen. Unter anderem muss die Werkstatt einer Innung angehören und einen Vertrag mit den Überwachungsorganisationen (ÜO) geschlossen haben. Sie stellen den Prüfer, der regelmäßig zur Werkstatt-Hauptuntersuchung kommt.

Auch die örtlichen Gegebenheiten und die Gerätschaften müssen den Vorgaben entsprechen, um eine Hauptuntersuchung in der Werkstatt möglich zu machen. Ist dies alles erfüllt, darf Werkstatt-TÜV angeboten werden. Für Fahrzeugbesitzer sind berechtigte Werkstätten an einem Schild mit der Aufschrift „Anerkannter Prüfstützpunkt für § 29 StVZO Hauptuntersuchung“ zu erkennen. Ein anerkannter Betrieb, der Werkstatt-TÜV anbietet, muss sich regelmäßigen Kontrollen durch die Kfz-Innung unterziehen. Dabei wird überprüft, ob die Voraussetzungen für den Status als anerkannter Prüfstützpunkt weiterhin erfüllt sind.


Wer führt den Werkstatt-TÜV durch?

Zwar erfolgt die Abnahme der Hauptuntersuchung in der Werkstatt. Das Personal wie die Mechaniker oder Meister haben aber keinen Einfluss auf deren Ablauf oder Ergebnis. Für die Hauptuntersuchung in der Werkstatt ist ein amtlich anerkannter Prüfer einer Prüforganisation wie TÜV oder DEKRA verantwortlich. Er arbeitet streng nach einem vorgegebenen Katalog und hat bei seiner Bewertung keinen Spielraum für Gefälligkeiten.

Welche Gegebenheiten müssen in der Werkstatt vorhanden sein?

Neben den bereits genannten Voraussetzungen muss ein Betrieb, der TÜV in der eigenen Werkstatt anbieten will, gewisse örtliche Gegebenheiten bieten. Zudem müssen die für eine Hauptuntersuchung in der Werkstatt benötigten Prüfeinrichtungen vorhanden sein und sich in einwandfreiem Zustand befinden. Welche das sind, ist in der Anlage VIIId StVZO aufgeführt.

Ein wichtiges Kriterium ist, dass die Werkstatt für die Hauptuntersuchung ausreichend groß und überdacht ist. Die erforderliche Größe der Halle richtet sich nach der Art der Fahrzeuge, die HU in der Werkstatt in Anspruch nehmen. Überdies muss das Grundstück des Betriebs für den Werkstatt-TÜV derart beschaffen sein, dass es bei der Durchführung nicht zu Beeinträchtigungen des öffentlichen Straßenverkehrs kommt.

Was kostet der TÜV in der Werkstatt?

Die Preise für eine Hauptuntersuchung in der Werkstatt variieren. Sie richten sich unter anderem nach dem Bundesland und der Prüforganisation. Für einen Pkw fallen beim Werkstatt-TÜV Kosten zwischen rund 50 und 70 Euro an. Inklusive HU in der Werkstatt belaufen sich die Kosten auf 85 bis 100 Euro. Hinzu kommen eventuell die Kosten der Werkstatt, die Hauptuntersuchung vornimmt und gegebenenfalls Reparaturen durchgeführt hat.