Das Versicherungskennzeichen im Detail

In Deutschland gibt es neben dem klassischen Kfz-Kennzeichen diverse Sonderkennzeichen. Eines davon ist das Versicherungskennzeichen, das für zulassungsfreie Fahrzeuge ausgestellt wird. Worum es sich bei dieser besonderen Form des Kennzeichens handelt und was es unter anderem bei dessen Beantragung und Montage zu beachten gilt, erklären wir im folgenden Artikel.


Was ist ein Versicherungskennzeichen?

Es gibt zahlreiche Fahrzeuge, die nicht unter die Kraftfahrzeugsteuer fallen. Daher müssen sie auch nicht bei der Kfz-Zulassungsstelle angemeldet werden und erhalten entsprechend kein amtliches Kfz-Kennzeichen. Zu diesen zulassungsfreien Fahrzeugen zählen unter anderem:

  • E-Bikes sowie E-Roller mit unabhängigem Elektroantrieb
  • Kleinkrafträder wie Mopeds und Roller (max. 50 ccm Hubraum, max. 45 km/h – mit Ausnahme einiger Mopeds aus der ehemaligen DDR)
  • vierrädrige Leichtkraftfahrzeuge (max. 350 kg Leermasse, max. 45 km/h)
  • Quads, Segways und Trikes (max. 50 ccm Hubraum, max. 45 km/h)
  • Krankenfahrstühle mit Hilfsmotor (Führerscheinklasse M bzw. S)

 
Diese Fahrzeuge unterliegen dennoch dem Pflichtversicherungsgesetz, sodass sie bei einem Versicherungsunternehmen gemeldet sein müssen. Mit dem Nachweis der abgeschlossenen Haftpflichtversicherung kann im Anschluss direkt beim Versicherer selbst, bei Banken oder dem ADAC ein Haftpflichtversicherung erworben werden. Erst mit diesem darf das Fahrzeug am öffentlichen Straßenverkehr teilnehmen. Das Kennzeichen gilt dabei immer vom 1. März bis zum letzten Tag des darauffolgenden Februars – unabhängig vom Zeitpunkt der Anschaffung. Beginnt im März das nächste Versicherungsjahr, muss frühzeitig ein neues Kennzeichen besorgt werden, da sich die Gültigkeit des alten Kennzeichens nicht automatisch verlängert. Die Polizei achtet in dieser Zeit besonders auf Fahrzeuge mit Versicherungskennzeichen und prüft, ob diese haftpflichtversichert sind. Sollte im Rahmen einer solchen Kontrolle auffallen, dass das Fahrzeug getuned wurde und somit die vorgeschriebene, mögliche Höchstgeschwindigkeit überschritten wird, greift der Versicherungsschutz nicht mehr. Es muss mit einer Geldbuße zwischen 25 und 90 Euro gerechnet werden.

Merkmale des Versicherungskennzeichens

Das Versicherungskennzeichen ist 10,1 cm breit und 13 cm hoch und unterscheidet sich daher in seinen Abmessungen vom gewöhnlichen Kfz-Kennzeichen. Je nach Versicherungsjahr wechselt die Schriftfarbe zwischen Schwarz, Blau oder Grün, sodass die Gültigkeit des Kennzeichens bei Verkehrskontrollen leichter überprüft werden kann. Zusätzlich ist das Gültigkeitsjahr in der untersten Zeile vermerkt. Wunschkombinationen für die drei abgebildeten Buchstaben und die ebenfalls dreistellige Ziffernfolge darunter sind nicht möglich, da diese nach Zufallsprinzip vergeben werden. Mancherorts kann man sich jedoch aus dem vorrätigen Bestand ein Kennzeichen aussuchen. Die Buchstaben stehen stets für den jeweiligen Versicherer.

Für die bessere Sichtbarkeit im Dunkeln ist das Kennzeichen ebenso wie das klassische Kfz-Kennzeichen reflektierend. Angebracht werden soll es laut § 27 der Fahrzeug-Zulassungsverordnung unterhalb der Schlussleuchte am Heck. Der untere Rand des Schildes muss dabei einen Mindestabstand von 20 cm zur Fahrbahn haben. Eine maximale Neigung um 30 Grad in Fahrtrichtung ist gestattet. Entsprechende Kennzeichenhalter gibt es im Fachhandel oder online zu kaufen.


Wie erhält man ein Versicherungskennzeichen?

Versicherungskennzeichen können, wie erwähnt, in Versicherungsagenturen, Banken und ADAC-Filialen erworben werden. Hierbei sind Angaben wie das Baujahr, der Hersteller, die Fahrgestell-Nummer und die Antriebsart des Fahrzeugs erforderlich. Aus diesem Grund muss die Allgemeine Betriebserlaubnis zum Abgleich vorliegen. Auch eine Online-Beantragung und postalische Zusendung des Kennzeichens ist heutzutage bei vielen Versicherungsgesellschaften möglich.

Die Höhe des Versicherungsbeitrags hängt von Faktoren wie der Fahrzeugart, dem aktuellen Fahrzeugwert und dem Alter des Fahrzeughalters ab. Ist der Fahrer jünger als 23 Jahre, fällt der Versicherungsbeitrag höher aus. Minderjährige benötigen für den Vertragsabschluss die Unterschrift eines Erziehungsberechtigten. Bei manchen Anbietern ist das Versicherungskennzeichen schon ab einem jährlichen Beitragssatz von 40 Euro erhältlich. Sollte man sich für eine zusätzliche Teilkaskoversicherung entscheiden, die dann ebenfalls bei Sturmschäden oder im Falle eines Diebstahls aufkommt, liegt die Versicherungsprämie bei vielen Versicherern bei einem Jahressatz von etwa 70 Euro (Stand 2018).

Beim Weiterverkauf des Fahrzeugs sollte beachtet werden, dass das Versicherungskennzeichen nicht einfach an den neuen Besitzer übergeben werden kann. Damit bei einem Unfall der neue Halter für Schäden haftbar gemacht wird, ist es notwendig, das Kennzeichen bei der Versicherungsgesellschaft zurückzugeben oder den Versicherungsvertrag umschreiben zu lassen. Bereits gezahlte Beiträge werden daraufhin selbstverständlich anteilig zurückerstattet.