Fahrerkarte – wer sie braucht und welche Vorschriften es gibt

Seit Mai 2005 gibt es die digitale Fahrerkarte. Sie dient dazu, die Lenk- und Ruhezeiten von Berufskraftfahrern im Güter- und Personenverkehr zu kontrollieren. Im Nachfolgenden erklären wir Ihnen, wer eine Fahrerkarte benötigt und wer sie ausstellt. Außerdem erfahren Sie, wie teuer die Karte ist, wie sie korrekt benutzt wird, welche Informationen der Speicherchip erfasst und welche Vorschriften für Ruhezeiten gelten.


Wer braucht eine Fahrerkarte?

Grundsätzlich müssen alle Kraftfahrer, die zu gewerblichen Zwecken ein Kraftfahrzeug lenken, eine eigene Fahrerkarte besitzen. Dies gilt für Kfz von mehr als 3,5 Tonnen, die im öffentlichen Straßenverkehr Personen oder Güter befördern und über ein digitales Kontrollgerät verfügen. Letzteres ist gesetzlich vorgeschrieben. Auch manche Fahrzeuge mit einem Gewicht zwischen 2,8 und 3,5 Tonnen besitzen ein solches Gerät mit zwei Steckplätzen. Dies hat den Vorteil, dass sowohl die Karte des Fahrers als auch die des Beifahrers gleichzeitig im Kontrollgerät stecken können.

Wer stellt Fahrerkarten aus?

Verantwortlich für das Ausstellen der personenbezogenen Fahrerkarte ist die für den Wohnort des Fahrers zuständige Führerscheinstelle. Alternativ ist eine Beantragung auch über amtlich anerkannte Prüforganisationen wie TÜV oder DEKRA möglich. Die Fahrerkarte ist maximal fünf Jahre lang gültig. Anschließend muss der Besitzer eine neue Karte beantragen. Dies ist frühestens sechs Monate und spätestens 15 Werktage vor Ablauf der Gültigkeit möglich.


Wie beantrage ich eine Fahrerkarte?

Wer eine Fahrerkarte beantragen möchte, muss der zuständigen Behörde folgende Dokumente vorlegen:

  • Personalausweis (alternativ: Reisepass)
  • Lichtbild (35 x 45 mm; häufig: biometrisches Bild)
  • Nachweis über den aktuellen Wohnsitz
  • EU-Führerschein

 

Was kostet eine Fahrerkarte?

Die Preise für eine Fahrerkarte variieren je nach Bundesland. Darin enthalten ist immer eine Gebühr für das Kraftfahrt-Bundesamt in Höhe von zwölf Euro. Die Verwaltungsgebühren, die von der ausstellenden Behörde ausgestellt werden, sind in der jeweiligen Landesgebührenordnung festgelegt. Üblicherweise kosten Fahrerkarten zwischen 30 und 45 Euro (Stand: 2017).

Wie sind Fahrerkarten zu benutzen?

Jeder Fahrer, der eine persönliche Fahrerkarte besitzt, muss sie bei jeder Fahrt dabeihaben. Die Karte darf nicht beschädigt und auch nicht verschmutzt sein. Damit das Kontrollgerät die erforderlichen Daten korrekt aufzeichnet, muss der Fahrer es jederzeit ordnungsgemäß bedienen. Er ist außerdem dazu verpflichtet, die Karte auf Verlangen einem kontrollierenden Beamten auszuhändigen.

Geht die Fahrerkarte verloren, ist sie beschädigt oder mangelhaft in ihrer Funktion, ist die Karte der ausstellenden Behörde zu melden bzw. zurückzugeben. Gleichzeitig ist der Fahrer dazu verpflichtet, die entsprechenden Aufzeichnungen bei Kontrollen als Ausdruck zur Verfügung zu stellen. Eine Fahrt ohne gültige Fahrerkarte ist höchstens für 15 Kalendertage erlaubt.

Achtung: Jeder Fahrer ist für seine Fahrerkarte selbst verantwortlich. Er muss vor allem dafür sorgen, dass sie nicht in falsche Hände gerät. Die Karte darf niemals von einer anderen Person benutzt werden als von der, auf deren Namen sie ausgestellt ist. Ansonsten handelt es sich um einen Missbrauch. In diesen Fällen darf die Polizei oder die ausstellende Behörde die Fahrerkarten einziehen oder für ungültig erklären. Das gilt auch, wenn die Ausgabe der Karte auf der Basis gefälschter Dokumente oder der Vorspiegelung falscher Tatsachen erfolgt ist.

Welche Informationen sind auf Fahrerkarten gespeichert?

Auf der Fahrerkarte sind zunächst die persönlichen Daten des Fahrers und verwaltungsrelevante Angaben zur Karte und ausstellenden Behörde gespeichert. Dazu gehören:

  • Vorname
  • Name
  • Geburtsdatum
  • Führerscheinnummer
  • Lichtbild
  • Unterschrift des Inhabers sowie
  • Kartennummer (Karteninhaberkennung)
  • Name der ausstellenden Behörde
  • Ausstellungsdatum/Gültigkeitsdauer

 

Darüber hinaus zeichnet das Kontrollgerät die Fahrzeugbewegungen und -geschwindigkeiten, die Anzahl der Fahrer sowie Lenk- und Ruhezeiten auf. Ebenfalls gespeichert werden fahrzeugrelevante Daten wie das amtliche Kennzeichen, die Betriebszeiten sowie der aktuelle Kilometerstand. Auch besondere Ereignisse, Fehler und Kontrollen lassen sich von den Fahrerkarten ablesen.

Wer darf Fahrerkarten auslesen und zu welchem Zweck?

Sowohl der Arbeitgeber als auch die Kontrollbehörde dürfen Fahrerkarten auslesen. Der Unternehmer ist sogar gesetzlich verpflichtet, spätestens nach 28 Kalendertagen die Karten seiner Beschäftigten auszulesen und die darauf befindlichen Daten zu archivieren. Laut dem Gesetzgeber sind diese Daten mindestens ein Jahr lang aufzubewahren.