Betriebsflüssigkeiten im Kraftfahrzeug kontrollieren – wie werden Ölstand und Co. gemessen

Nicht jedes Kraftfahrzeug verfügt über Messgeräte, die den Fahrer über etwaige Missstände bei den Betriebsflüssigkeiten informieren. Deshalb ist es essenziell, sich vor allem mit dem Motoröl und dem Kühlwasser auseinanderzusetzen, um die Betriebsflüssigkeiten regelmäßig kontrollieren zu können. Der nachfolgende Ratgeber schildert Ihnen, wie das funktioniert und welche Orientierungspunkte sich bieten.

Hinweis: Ob Motoröl, Bremsflüssigkeit oder Kühlflüssigkeit. Keine dieser Chemikalien sollte in die Umwelt gelangen. Deshalb ist bei der Kontrolle, dem Austausch oder dem Auffüllen höchste Vorsicht geboten. Sowohl im Sinne der Gesundheit als auch in Bezug auf die Umwelt.


Das Scheibenwaschwasser

Die Kontrolle des Scheibenwaschwassers und das Nachfüllen gehören zum Einmaleins des Autofahrens. Der Behälter für die Flüssigkeit befindet sich – wie alle anderen Betriebsflüssigkeiten auch – im Motorraum; der Füllstand lässt sich oftmals aufgrund einer gewissen Transparenz erkennen. Ist das nicht der Fall, so kann der Stand zumindest über den Einfüllstutzen eingeschätzt werden.

Im Gegensatz zu allen anderen Betriebsflüssigkeiten kennt der Scheibenwaschwasserstand keine Grenzen: Ist er leer, funktioniert die Scheibenwaschanlage nicht mehr. Ist er zu voll, läuft das Wasser über. Die regelmäßige Kontrolle der Betriebsflüssigkeit ist dennoch von Nöten, um eine freie Sicht gewährleisten zu können. Zusätzlich sollte dafür gesorgt werden, dass zu den kalten Jahreszeiten ausreichend Frostschutz vorhanden ist.

Übrigens: Bei vielen Autos ist nicht nur die Frontscheibe mit Waschdüsen ausgestattet. Gerade Kombis benötigen auch an der Heckscheibe eine Scheibenwaschanlage. Verfügt das Fahrzeug über Xenonscheinwerfer, werden auch diese durch Scheibenwaschwasser gereinigt.

Den Ölstand messen

Das Motoröl übernimmt essenzielle Aufgaben im Kraftfahrzeug: Es schmiert, kühlt und absorbiert Verschmutzungen. Deshalb ist es wichtig, dass der Ölstand auf einem akzeptablen Niveau liegt und keinesfalls die Mindestgrenze unterschreitet. Ansonsten kann es zum Abreißen des Schmierfilms und damit zu erhöhtem Verschleiß kommen. Heutzutage haben nahezu alle Kraftfahrzeuge zumindest eine Warnleuchte, die auf einen niedrigen Ölstand hinweisen. Die regelmäßige Überprüfung über die hier dargestellten Möglichkeiten empfiehlt sich dennoch, um gegebenenfalls vor Erreichen des Minimums reagieren zu können.

Die Betriebsflüssigkeit Motoröl über den Peilstab kontrollieren

Die wahrscheinlich am häufigste anzutreffende Möglichkeit der Kontrolle des Ölstands ist der sogenannte Peilstab. Dabei handelt es sich um einen zumeist flexiblen Metallstab, der im Motorraum sitzt und bis in die Ölwanne ragt, in der das Motoröl normalerweise verweilt. Der Ölpeilstab ist meistens farblich hervorgehoben und kann durch bloßes Ziehen entnommen werden.

Um eine korrekte Messung des Motoröls vornehmen zu können, muss das Kraftfahrzeug Betriebstemperatur haben. Zusätzlich sollte es sich auf einer ebenen Fläche befinden. Nachdem der Motor abgestellt wurde und etwa zwei Minuten vergangen sind, damit sich das Öl in der Wanne sammeln kann, kann die Kontrolle des Motoröls beginnen. Dafür wird der Ölpeilstab entnommen und mit einem Tuch gereinigt. Anschließend wird er zurück in den Schacht gesteckt und wieder entnommen.Jetzt ist der Ölstand der Ölwanne an der Spitze des Stabs zu erkennen. Hier befinden sich außerdem zwei Markierungen: Eine für den Mindeststand und den Minimalstand. Liegt der Ölstand etwa mittig, ist das vollkommen in Ordnung. Befindet sich der Ölstand indes am oder unterhalb des Minimums, sollte das Motoröl entsprechend der Betriebsanleitung aufgefüllt werden. Auch bei zu viel Motoröl ist Vorsicht geboten: Das kann auf einen Defekt hindeuten oder dazu führen.

Mein Auto hat keinen Ölmessstab – was nun?

Fahrzeuge ohne Ölpeilstab weisen den Fahrer automatisch und rechtzeitig darauf hin, dass eine Kontrolle der Betriebsflüssigkeiten zu erfolgen hat. Der Fahrer bekommt also ein Signal, sobald sich der Ölvorrat dem Ende nähert. Dabei sind immer noch einige Sicherheitskilometer eingeplant, die der Fahrer für die Fahrt zur nächstgelegenen Werkstatt, zum Kfz-Shop oder zur Tankstelle nutzen kann.

Eine manuelle Überprüfung ist in diesen Fällen oftmals softwareseitig möglich. In diesen Fällen gibt das Handbuch Auskunft darüber, welche Voraussetzungen für eine detaillierte Messung des Ölstands notwendig sind.

Hinweis: Beim Nachfüllen des Motoröls sollte darauf geachtet werden, dass die Sorte den Herstellervorgaben entspricht und sich mit dem bereits vorhandenen Motoröl verträgt. Wer unsicher ist, sollte bestenfalls eine Kfz-Werkstatt aufsuchen.


Das Kühlwasser kontrollieren

Die Kühlflüssigkeit beziehungsweise das Kühlwasser zirkuliert innerhalb des kleinen und des großen Kühlkreislaufs im Motorraum und führt die überschüssige Wärme ab. Befindet sich zu wenig Kühlflüssigkeit im System, geben moderne Kraftfahrzeuge eine Warnmeldung. Ältere Modelle würden den Mangel an Kühlwasser durch kraftvolles Dampfen und eine Überhitzung des Motors quittieren. Deshalb ist die Kontrolle dieser Betriebsflüssigkeit essenziell.

Wie messe ich das Kühlwasser?

Im Gegensatz zur Messung des Ölstands kann die Prüfung der Kühlflüssigkeit durch eine reine Sichtkontrolle erfolgen. Der Behälter des Wassers befindet sich im Motorraum und ist meistens ausreichend durchsichtig. An seiner Wand befinden sich die Markierungen MIN und MAX, in deren Mitte sich der eigentliche Kühlwasserstand befinden sollte. Bei einer Kontrolle dieser Betriebsflüssigkeit sollte darauf geachtet werden, dass der Motor kalt ist – wäre er warm, würde das Ergebnis verfälscht werden.

Befindet sich das Kühlwasser auf einem ausreichenden Niveau, muss nichts unternommen werden. Lediglich der Anteil an Frostschutzelementen kann mithilfe eines Testers in einer Kfz-Werkstatt bestimmt werden, um für den Winter gerüstet zu sein.

Ist zu wenig Kühlwasser im System, kann das verschiedene Ursachen haben. Ein geringer Verlust über die Zeit ist normal. Große Verluste deuten aber auf ein Leck, beispielsweise durch Marderbiss, oder einen anderen Defekt hin. Kommt es beispielsweise zu einem Defekt der Zylinderkopfdichtung, wird das Kühlwasser in die Brennräume gezogen und verbrannt.

Auch zu viel Kühlwasser ist ein schlechtes Zeichen und sollte von einer Kfz-Werkstatt des Vertrauens untersucht werden.

Betriebsflüssigkeiten im Kraftfahrzeug – die Bremsflüssigkeit

Mithilfe der Bremsflüssigkeit wird der Druck des Bremspedals auf die Bremsanlage übertragen. Umso wichtiger ist es, dass die Flüssigkeit intakt und in ausreichendem Maße vorhanden ist. Der Behälter für die Bremsflüssigkeit, der bei einigen Modellen übrigens auch die Kupplung versorgt, befindet sich im Motorraum und erlaubt zumeist eine Sichtprüfung. Auch hier befinden sich MAX- und MIN-Kennzeichnungen, die Rückschlüsse auf den Füllstand erlauben. Während andere Betriebsflüssigkeiten keinen direkten Einfluss auf die Verkehrssicherheit haben, ist zu wenig Bremsflüssigkeit im System brandgefährlich. Deshalb sollte diese schleunigst nachgefüllt werden – versierte Autofahrer können diese Wartung direkt durchführen. Laien sollten lieber eine Werkstatt aufsuchen, um Luft im Bremssystem zu vermeiden.

Der Wechsel der Bremsflüssigkeit ist für gewöhnlich im Service-Plan von Kraftfahrzeugen vorgesehen, sodass eine separate Wartung nur bei Auffälligkeiten oder Fehlfunktionen notwendig ist.