Kfz-Betriebsflüssigkeiten im Überblick

Damit Motor, Getriebe und Co. im wahrsten Sinne des Wortes reibungslos laufen, sind diverse Betriebsflüssigkeiten von Nöten. Der folgende Beitrag gibt Ihnen eine Übersicht der flüssigen Komponenten, die sich im Kraftfahrzeug befinden – und zeigt auf, welche Aufgaben diese eigentlich haben. Im Beitrag „Betriebsflüssigkeiten kontrollieren“ finden Sie weitergehende Informationen darüber, wie Sie deren Zustand prüfen und einschätzen können.


Das Motoröl

Das Motoröl ist das Kernelement eines Kraftfahrzeugs – oder zumindest der Maschine. Denn es vermindert die Reibung innerhalb des Motors ungemein und verhindert somit Verschleiß. Bei Viertaktmotoren findet die Versorgung mit der Betriebsflüssigkeit über Ölwanne und Ölpumpe statt. Zweitaktmotoren erhalten ihr Motoröl als Beigemisch in den Kraftstoff – sie sind also selbstschmierend.
Die Klassifizierung von Motoröl erfolgt üblicherweise über dessen Abkürzung. Eine häufige Variante ist beispielsweise (SAE) 10W-40. Die 10 steht dabei für die Viskosität – also die Fließeigenschaften des Öls – bei Kälte. Die 40 steht für dessen Fließeigenschaften bei Wärme. Je flüssiger ein Motoröl ist, desto besser kann es sich im Motorraum verteilen und desto besser sind seine Schmiereigenschaften. Unterschiedliche Motoren nutzen verschiedenartige Motoröle. Nähere Informationen dazu liefert das Handbuch.

Das Getriebeöl

Getriebeöle sind Betriebsflüssigkeiten, die im Prinzip die gleichen Anforderungen wie Motoröle erfüllen. Das Öl befindet sich im Getriebe von Kraftfahrzeugen und schmiert Zahnräder und Lager, damit diese möglichst reibungsarm aneinandergeraten. Außerdem sammelt es den Schmutz, der durch Reibung entsteht.
Eine Klassifizierung erfolgt durch die sogenannte GL (Gear Lubricant). Dabei wird in sechs Stufen (API GL-1 bis API GL-6) unterschieden, die verschiedenen Anforderungen gerecht werden. So variiert beispielsweise der Anteil an Additiven, die beispielsweise verschleißmindernde Eigenschaften haben.


Das Kühlwasser / Kühlmittel

Da zumindest in Otto- und Dieselmotoren Verbrennungen stattfinden, ist eine teilweise starke Hitzeentwicklung unvermeidbar. Ab einem gewissen Grad wären hohe Temperaturen für einzelne Komponenten schädlich, sodass Verbrennungsmotoren permanent gekühlt werden müssen.
Das funktioniert mithilfe des großen und des kleinen Kühlkreislaufs. In diesen zirkuliert das von der Wasserpumpe angetriebene Kühlmittel: Es nimmt die Wärme im Motor auf und gibt sie im Kühler wieder ab. Ein Thermostat sorgt dafür, dass die Temperatur den idealen Bereich abdeckt. Wie sich Kühlmittel genau zusammensetzt und wie der Kreislauf funktioniert, erfahren Sie auf der Detailseite.

Die Bremsflüssigkeit

Eine der für die Verkehrssicherheit am wichtigsten Betriebsflüssigkeiten im Kfz ist die Bremsflüssigkeit. Dabei handelt es sich um hydraulisches Öl, das die Pedalkraft am Bremspedal auf die jeweiligen Bremszylinder überträgt. So ist sichergestellt, dass mit relativ geringem Kraftaufwand eine gleichmäßige Verzögerung an allen Rädern stattfindet.
Da die Eigenschaften der Bremsflüssigkeit durch die Belastungen verschlechtert werden und sich Wasser im System ansammeln kann, muss sie regelmäßig gewechselt werden. Die Intervalle sind von Hersteller zu Hersteller unterschiedlich. Mehr zu diesem Thema erfahren Sie im Hauptartikel zur Bremsflüssigkeit.

Die Klimaflüssigkeit

Heutzutage gehört die Klimaanlage zum Standard. Sie kühlt den Innenraum von Kraftfahrzeugen zuverlässig herunter und sorgt für erfrischende Temperaturen – auch an heißen Tagen. Damit das funktioniert, kommt als Betriebsflüssigkeit das sogenannte Kältemittel zum Einsatz. Dabei handelt es sich um eine Substanz, die der Luft Wärme entzieht und diese im Anschluss unter hohem Druck wieder abgibt.
Auch hier sind Kontrolle und Wartung ein Muss: Denn mit der Zeit leidet die Qualität der Klimaflüssigkeit; Verluste durch kleine Undichtigkeiten gehören ebenso dazu. Mehr Informationen dazu erhalten Sie im Detail-Artikel.

Das Scheibenwaschwasser

Um Sicherheit im Straßenverkehr zu gewährleisten, muss die Windschutzschutzscheibe (und heutzutage in vielen Fällen auch die Scheinwerfer) frei von Verschmutzungen sein. Dafür ist das Scheibenwaschwasser zuständig, das sich in erster Linie aus Wasser, Tensiden und Frostschutzmitteln zusammensetzt und über Düsen auf den Glasflächen verteilt wird. Welche Inhaltsstoffe sich in dieser Betriebsflüssigkeit befinden und was dabei zu beachten ist, zeigt Ihnen der Beitrag.

Die Batterieflüssigkeit

Innerhalb der Starterbatterie von Kraftfahrzeugen befinden sich Elektroden und Batteriesäure, die wiederum zu knapp einem Drittel aus Schwefelsäure besteht. Die Betriebsflüssigkeit dient als Elektrolyt und leitet den Strom – durch sogenanntes Gasen kann ihr Pegel jedoch sinken.
Deshalb sollte auch die Batterieflüssigkeit regelmäßig überprüft werden, um etwaige Mängel schnell aufdecken zu können. Wer handwerklich begabt ist und das entsprechende Know-how aufweist, kann den Stand in der Regel mit destilliertem Wasser wieder auffüllen. Dabei sollten allerdings höchste Vorsichtsmaßnahmen gelten, weil die Batteriesäure stark ätzend ist.

Für Sie zusammengefasst

Im Kraftfahrzeug befinden sich einige Flüssigkeiten, die gewartet, kontrolliert und gewechselt werden müssen, um eine reibungslose Funktion der verschiedensten Komponenten zu ermöglichen. Bei einigen besteht auch in puncto Verkehrssicherheit Relevanz, andere wiederum vermindern den Verschleiß oder erhöhen den Komfort. Auf dem Kfz-Serviceportal finden Sie vielerlei Themen, die sich mit der Kontrolle oder der Wartung von Betriebsflüssigkeiten im Kfz beschäftigen.