Die UVV-Prüfung macht gewerblich genutzte Fahrzeuge sicher

Die regelmäßige Überprüfung der Fahrzeugtechnik und der Ausstattung steigert die Sicherheit im Straßenverkehr. Dies gilt umso mehr für beruflich genutzte Fahrzeuge, die im Durchschnitt eine höhere Kilometerleistung absolvieren und in vielen Fällen täglich im Einsatz sind. Von Unternehmen eingesetzte Fahrzeuge unterliegen einem höheren Verschleiß und werden oftmals härter beansprucht. Die Betriebssicherheitsverordnung und die Unfallverhütungsvorschriften der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) sehen daher eine jährliche Überprüfung gewerblich genutzter Fahrzeuge durch die UVV-Prüfung vor. Sie besteht aus drei Teilen:

  • Sichtprüfung
  • Funktionsprüfung
  • Wirkungsprüfung

 
Die erfolgreiche Abnahme des Fahrzeugs wird durch das Anbringen des UVV Aufklebers an der B-Säule (trennendes Blech zwischen den Seitenscheiben) bescheinigt. Mängel werden im Prüfbericht dokumentiert. Der Prüfer hält außerdem fest, ob er vom weiteren Einsatz des Fahrzeugs abrät, bis die festgestellten Mängel behoben sind.

Der Fahrzeughalter hat die ihm ausgehändigten Unterlagen – also die Bestätigung – bis zum nächsten Prüftermin aufzubewahren und im Fahrzeug mitzuführen.


Aufgabe der Berufsgenossenschaften

Die turnusmäßige UVV-Überprüfung ist für Betriebe mit gewerblich genutzten Fahrzeugen verbindlich und wird von den Berufsgenossenschaften gefordert. Berufsgenossenschaften haben seit dem Jahr 1900 das Mandat zur Erarbeitung und Anpassung von Unfallverhütungsvorschriften. Mit dem Anfang des 20. Jahrhunderts zunehmenden Straßenverkehr kam dem sicheren Zustand gewerblicher Fahrzeuge eine wachsende Bedeutung zu. Dies erkannte auch der Gesetzgeber.

Bußgelder und allgemeine Kosten

Die Vernachlässigung der UVV-Prüfung kann ein Bußgeld gemäß SGB VII nach sich ziehen und im Schadensfall zu Regresspflichten führen. Verantwortlich für die Einhaltung der Prüffristen ist der Arbeitgeber oder der Fahrzeughalter. Die UVV-Prüfung wird im Jahresrhythmus von einem sachkundigen Prüfer durchgeführt. Bei Bedarf kann der jährliche Turnus verkürzt werden. Die Inspektion lässt sich durch Prüfinstitute wie TÜV oder DEKRA vornehmen. Auch viele Autohäuser und Werkstätten bieten eine UVV Prüfung durch einen Sachverständigen an.

Die Kosten sind dabei abhängig von der Art des Fahrzeugs. Für einen Pkw ist (Stand: 2017) mit einer Gebühr von etwa 30,- Euro zu rechnen. Für Lkws ohne Anhänger und Aufbau werden etwa 50,- Euro fällig. In Verbindung mit der Hauptuntersuchung (HU) werden oftmals Rabatte gewährt.


Mit intakter Ladungssicherung kommt nichts ins Rutschen

Der UVV-Prüfung unterliegen alle gewerblich verwendeten Fahrzeuge, PKW wie Lkw, mit oder ohne Aufbauten. Für Sonderfahrzeuge kommt neben der allgemeinen Prüfliste eine Ergänzungsprüfliste zur Anwendung, die auf einzelne Fahrzeugtypen abgestimmte Prüfpunkte enthält. Auch für hauptsächlich außerhalb des öffentlichen Straßenverkehrs genutzte Fahrzeuge wie Baumaschinen und Landmaschinen werden Ergänzungsprüflisten verwendet. Mängelbehaftete Fahrzeugaufbauten mit hydraulisch oder pneumatisch verstärkten Systemen stellen eine erhöhte Unfallgefahr dar. Im Rahmen der UVV-Prüfung werden Funktion und Betätigungseinrichtungen unter die Lupe genommen. Auf Schwenkbereiche und Quetschgefahren müssen Kennzeichnungen und Schilder hinweisen. Bei dem Gütertransport dienenden Nutzfahrzeugen wird die Ladungssicherung geprüft. Sind Mittel wie Zurrgurte oder Zurrketten vorhanden und in ordnungsgemäßem Zustand? Arbeitet die Zurrwinde zuverlässig? Zur Überprüfung der Ladungssicherung gehört auch das Vorhandensein von Spannschlössern und Ladehölzern. In vielen Betrieben werden Kombis und Transporter zum Kleintransport genutzt. Auch bei keinen Stückgütern muss sich die Ladung sichern lassen. Bei für Transportaufgaben verwendeten Pkws ist das Vorhandensein einer den Laderaum trennenden Rückhaltevorrichtung erforderlich.

Ablauf der UVV-Prüfung

Für die Dokumentation der UVV-Prüfung verwendet der Sachverständige drei Unterlagen:

  • UVV-Formblatt
  • UVV-Sicherheitscheck
  • UVV-Aufkleber

 
Protokolliert werden die einzelnen Prüfpunkte im Formular UVV-Sicherheitscheck. Der Prüfer kontrolliert zunächst Komponenten wie Windschutzscheibe, Fahrzeugbeleuchtung und Reifenzustand. Für die Inspektion des Fahrzeugs von unten wird das Fahrzeug auf einer Hebebühne angehoben oder über eine Werkstattgrube gefahren. Hier wird unter anderem der Zustand von Bremsen, Radlagern, den Querlenkern sowie den Stoßdämpfern kontrolliert. Im Motorraum registriert der Prüfer, ob Betriebsflüssigkeiten in ausreichendem Volumen aufgefüllt oder überaltert sind. In der Fahrgastzelle werden die Sitze auf festen Halt kontrolliert – Sicherheitsgurte dürfen nicht beschädigt oder in der Funktion beeinträchtigt sein, Kopfstützen müssen intakt und fest arretierbar sein. Ein weiterer Prüfpunkt ist die vollständige Ausstattung des Fahrzeugs. Sind Warndreieck und Sicherheitswarnweste vorhanden? Hat der Verbandskasten das Verfallsdatum bereits überschritten? Bei Sonderfahrzeugen müssen neben dem allgemeinen Fahrzeug-Handbuch auch Bedienungsanleitungen für Anbauten wie Hubarbeitsbühne oder Ladekräne vorhanden sein.